Analyse

Mydealz: Schnäppchen-Plattform will 1 Million Euro an Experten zahlen

Mydealz ist nach Unternehmensangaben die größte deutsche Social-Shopping-Plattform. (Bild: Sharaf Maksumov / Shutterstock)

Die Shopping-Plattform Mydealz hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem E-Commerce-Schwergewicht im deutschen Markt entwickelt. Jetzt wollen die Betreiber einzelne Mitglieder außerhalb der Redaktion finanziell fördern.

Mydealz ist bereits heute nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Social-Commerce-Netzwerk – und der schlagende Beweis, dass Affiliate Marketing zumindest im großen Stil gut funktionieren kann. Jetzt setzt das Schnäppchenportal auf einen neuen Weg, um seine Community dazu zu animieren, noch mehr und bessere Deals zu posten. Das Unternehmen dahinter, die Pepper.com-Gruppe, vergütet einige seiner rund 850.000 Mitglieder ab sofort für besonders informative Beiträge. Im ersten Jahr will Pepper.com so immerhin eine Million Euro in sein neugeschaffenes „Pepper Expert Programm“ investieren. Der Betrag soll allerdings zwischen dem deutschen und dem britischen Portal in zwölf Monats-Tranchen auf Basis des PEP-Faktors gleichmäßig aufgeteilt werden.

Mydealz-Inhalte, die langfristig performen

Gut investiertes Geld, wenn man berücksichtigt, dass es gerade die Überblicksartikel sein dürften, die über längere Zeit ordentlich Geld generieren: Welche Handyverträge ohne Mindestlaufzeit sind die günstigsten, welche OLED-Fernseher lohnen sich aktuell und wie unterscheiden sie sich und wie lassen sich Error-Fares bei Urlaubsflügen finden und ausnutzen? All das sind Fragen, die den Nutzer beim Googeln immer häufiger auf Mydealz führen. Und Nutzer, die sich die Zeit nehmen, gut geschriebene Texte für solche Themen zu schreiben, sollen in Zukunft dafür Geld bekommen können. Wobei die ausgelobte Million Euro zunächst unter 15 ausgewählten Mitgliedern aufgeteilt werden soll. Diese ausgewählten Mitglieder haben sich in den letzten Monaten – gemessen an diversen qualitativen Kriterien wie ihrer Aktivität, ihrem Standing in der Mydealz-Community sowie dem Informationsgehalt ihrer Beiträge – als Experte für ihr Thema qualifiziert und sich vertraglich verpflichtet, hersteller- und händlerunabhängig zu arbeiten. Sie sind zudem auch nicht an die Weisungen des Betreibers gebunden – das Unternehmen sagt also nicht, worüber sie schreiben oder welche Schnäppchen sie besonders hervorheben sollen. Später können sich auch andere Mydealz-Mitglieder um die Teilnahme am „Pepper Expert Programm“ bewerben.

Entscheidend seien dabei nicht die mit dem jeweiligen Beitrag erzielten Erlöse, vergütet würden einzig Beiträge, die besonders informativ und hilfreich sind. „Die Ausschüttungen an die Mitglieder des Pepper Expert Programs werden ausschließlich anhand des PEP-Faktors berechnet, der verschiedene Zahlen kombiniert, um die Qualität ihrer Beiträge zu bemessen. Die Temperatur spielt hierbei übrigens keine Rolle, sondern Dinge wie beispielsweise ‚wie oft wurde ein Deal angesehen?‘ oder ‚wieviele haben sich einen Deal angesehen?‘“, erklärt das Unternehmen.

Das Expert-Programm könnte Streit verursachen

Das ist eine Entscheidungsgrundlage, über die sich in Zukunft trefflich streiten lassen wird, auch wenn innerhalb der Community bestimmte Beiträge besser ankommen als andere und wenn wiederum andere Beiträge höhere Conversions erzielen. Es gibt gerade bei der Gestaltung der Überschrift zahlreiche Möglichkeiten diese so zu gestalten, dass eine bestimmte relevante Information nur im Detailtext sichtbar wird. Ändern wird sich, das wird schon aus den Diskussionen im Forum deutlich, auch der Umgang miteinander. Gab es in der Vergangenheit schon häufiger Futterneid um den Fame einen bestimmten Deal schneller als jemand anders veröffentlicht zu haben und einen fremden Deal in einem Sammelartikel verwendet zu haben, wird das mit der monetären Komponente sicherlich nicht einfacher werden.

Dennoch zeigt das (aktuell in einer Betaphase laufende) Programm, dass den Betreibern das Vertrauen der Community-Mitglieder wichtig ist und man entsprechendes Engagement bewahren und bündeln will. Denn einiges, was in der Community an Texten erstellt wird, geht weit über das Engagement hinaus, das man in anderen User-Generated-Content-Portalen vorfindet. Umgekehrt ist aber auch gerade dieses Gleichgewicht aus finanziellen Anreizen und einer Art Ehrenamt für die Community um des Ruhms willen ein schwierig zu haltendes Element, das den Community-Managern einiges an Fingerspitzengefühl und Arbeit abverlangen wird.

Mydealz hat 15 verdiente Mitglieder ausgewählt, weitere können sich bewerben

Immerhin werden die Mitglieder des Pepper Expert Programms entsprechend markiert werden, so dass für die Community-Mitglieder einfach zu sehen ist, wer einen Deal erstellt hat. Weniger transparent wird die Honorierung gehandhabt – frei nach dem Motto, dass ja auch kein Angestellter sein Gehalt ausplaudern muss. „Besonders gute Inhalte bringen mehr als weniger gute, viele besonders gute mehr als wenige besonders gute“, heißt es dazu aus dem Unternehmen.

Keine Sonderbehandlung soll es für die Experten dagegen beim Thema Insiderinformationen geben. Man teile keine Vorab- oder Insiderinformationen, die man nicht auch öffentlich mit der Community teile. In der Vergangenheit war oftmals über einen sogenannten Zirkel gemutmaßt und diskutiert worden, in dem bestimmte Mitglieder Informationen oder Deals vorab erhielten und gegebenenfalls Vorteile hieraus ziehen könnten.

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4 Kommentare
DerPete
DerPete

Die Kommentare auf mydealz gehören zum schimmeligsten Bodensatz des Internets, soviel ist klar.
Musste eine zeit lang da beruflich surfen und fühlte mich danach immer schmutzig und angewidert.

Ein Beispiel: es gab mal für den Scan eines Kaufbelegs einer 24er-Packung Energydrinks (kostete so 15 Euro) einen Freiflug mit einer Billigairline. Erster Kommentar: ich kauf das Zeug, lad den Bon hoch und dann geb ich die Drinks zurück.

Generell ist da fast nur Volk unterwegs, daß unter Ausnutzung von Angst-vor-Shitsorm-der-Firmen und Ich-bin-König-Kunde am liebsten alles haben will und dafür nicht nur nix zahlen, sondern auch noch fett Goodies haben will.

Es ist widerlich.

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Mister X
Mister X

ich lache mich gleich weg … natürlich gibt es den zirkel … der einzige unterschied bzw. das missverständnis was es gibt liegt nur darin das es nicht nur eine gruppe ist sondern viele kleine gruppen die vernetzt sind. in jeder gruppe sind max 10 mitglieder … und die gibt es schon sehr lange … dinge wie gratis pringels usw. gratis cola usw. und andere dinge wie kassenfehler werden dort besprochen und ausgetauscht. sobald diese infos auf die seite kommen reagieren die unternehmen … manche schneller als andere. es gibt tricks und informationen die seit jahren funktionieren weil sie nicht öffentlich sind … also recherchiert mal besser bevor ihr so einen müll schreibt …

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Gutscheine
Gutscheine

Früher gab es bessere Rabattcodes. Trotzdem Super Artikel

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Clara
Clara

Sowie immer gute Artikel

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