Porträt

Personio: Das sind die Köpfe hinter dem Erfolgs-Startup

Die Köpfe hinter dem HR-Startup: Hanno Renner (l.) und Roman Schumacher. (Foto: Personio)

Die Erfolgsgeschichte ist beispiellos: Die Gründer von Personio haben sich während des Studiums kennengelernt, heute wird das Unternehmen mit 500 Millionen US-Dollar bewertet. Doch der Erfolg hat auch seinen Preis.

Zugegeben, Hanno Renner und Roman Schumacher sind schon sehr kompatibel mit dem Bild, das man von jungen Gründern so im Kopf hat. Noch keine 30, weiß, Akademiker. Charmantes Lächeln und ein lässiger längst-schon-nicht-mehr-3-Tage-Bart. Von Technik haben sie auch noch Ahnung. Sie repräsentieren die Startup-Szene, keine Frage. Doch auch wenn sie das leben, wovon viele junge Studenten träumen: Nur durch Schema F haben sie es nicht zum Erfolg gebracht, oder?

Ist Personio das nächste Einhorn?

Es ist wenige Tage her, dass die Meldung über eine Series-C-Finanzierungsrunde kursierte, nach der Personio, ein Startup für HR-Software, 75 Millionen Dollar einstrich. Mit 500 Millionen Dollar wird das Münchner Startup mittlerweile bewertet. Eine deftige Summe – haben wir es hier womöglich mit Germany’s next Einhorn zu tun? Von ihrer Unternehmensbewertung wollen die Personio-Gründer Renner und Schumacher allerdings nichts wissen. Sie seien zwar stolz, verraten sie. Aber nicht auf die Summe, sondern auf die Arbeit, die ihr Team jeden Tag leistet. Sie brennen für ihre Idee. Und das war von Anfang an so.

Kennengelernt hat sich das Gründerteam am Münchener Center for Digital Technology and Management (CDTM), einem Verbundinstitut der LMU und der TU München. Hier wird ein interdisziplinäres Zusatz-Studienprogramm angeboten, „Technology Management“ heißt es. Es gilt als der ultimative Entrepreneurship-Studiengang Deutschlands und hat schon so manches Gründergenie hervorgebracht. Outfittery, Freeletics und Stylight wurden am CDTM erdacht. Das Einmaleins der Startup-Welt lernen Studierende hier vom ersten Tag an.

Berufserfahrung hatten die Gründer keine

„Wir haben tatsächlich nie einen Tag wirklich gearbeitet, bevor wir Personio gegründet haben“, sagt Renner. Schiefes Grinsen und Achselzucken lassen sich aus 600 Kilometern Entfernung erahnen. „Wir haben eben direkt an der Uni gegründet.“ Im Rahmen einer Gruppenarbeit sei die Idee zu Personio entstanden, erzählt Schumacher. Sie hätten gemerkt, dass sich die Personalplanung von vielen Unternehmen auch im Zeitalter der Digitalisierung immer noch durch Excel-Tabellen und Unübersichtlichkeit auszeichne. Und wollten das Problem lösen.

Gemeinsam mit ihren beiden Mitgründern Arseniy Vershinin und Ignaz Forstmeier haben Renner und Schumacher einen Prototypen ihrer HR-Software Personio entwickelt. Und erstaunlich schnell konnten sie Unternehmer dafür begeistern. Personio konnte aus eigener Kraft wachsen und schon früh Umsätze generieren. Rollenverteilungen zeichneten sich ab. Schumacher kümmerte sich ums Produkt, Renner um Akquise und Organisation. Heute ist Schumacher Chief Product Officer, Renner der CEO.

„Hallo, ja, wie organisieren Sie Ihre Mitarbeiter? Wir hätten da eine Software, die Ihnen das erleichtert.“ Klingt ein bisschen nach Staubsaugervertreter – so oder so ähnlich darf man sich die Kundenakquise von Personio am Start ihrer Unternehmensgeschichte aber wohl vorstellen. „Ich bin nach Berlin gefahren und habe an den Türen von Unternehmen geklingelt, um ihnen unsere Software vorzustellen“, erklärt Renner die Anfänge. Dass Personio von den Kunden so gut angenommen wurde, war der Grund, das Startup direkt nach dem Studium Vollzeit zu betreiben. Die Gründer haben ihr Studienprogramm an der CDTM abgeschlossen, Schumacher sein Studium für das Startup sogar abgebrochen.

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Ein Kommentar
abc
abc

„Die Erfolgsgeschichte ist beispiellos:“
Die übertriebenen Formulierungen von T3N sind Beispiellos!

Es gibt „unzählige“ Beispiele für solche Geschichten. Viele der Unternehmen sind heute noch mehr wert und noch erfolgreicher.

Man hätte auch einfach sowas schreiben können wie „die Erfolgsgeschichte ist beachtlich“ aber nöö, lieber mit falschen Übertreibungen Stimmung machen…als ob man es nötig hätte.

Antworten

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