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19 Millionen Dollar für den Powerpoint-Killer von Christian Reber

Wunderlist-Gründer Christian Reber will mit Pitch eine Powerpoint-Alternative schaffen. (Foto: © Christian Reber)

Wunderlist-Gründer Christian Reber will mit Pitch eine Alternative zu Powerpoint auf den Markt bringen. Jetzt erhält die Berliner Firma rund 19 Millionen US-Dollar – von prominenten Investoren.

Spätestens seit dem Verkauf seiner To-do-App Wunderlist an Microsoft gehört Christian Reber zu den schillerndsten Köpfen der Berliner Startup-Szene. Umso größer war das Medienecho, als der 32-Jährige im Januar mit Pitch ein neues Startup gründete. Die Idee: eine ernstzunehmende Alternative zu Powerpoint. Denn das ebenfalls zu Microsoft gehörende Präsentationsprogramm beherrscht den Markt seit Jahrzehnten, ist nach Schätzungen auf rund einer Milliarde Computern installiert.

Pitch bekommt Geld von Facebook-Investor

Für das Vorhaben hat sich Christian Reber jetzt beachtliche finanzielle Unterstützung gesichert. Wie t3n vorab erfuhr, stecken Investoren 19 Millionen Dollar in die Neugründung des Berliners. Angeführt wird die Runde von der US-Venture-Capital-Firma Index Ventures, die bereits früh in Facebook und Dropbox investierte. Die Liste der Teilhaber ist aber noch länger und nicht weniger prominent: So beteiligten sich unter anderem auch Frank Thelen sowie der VC-Fonds von Slack an Pitch.

Mit dem frischen Kapital will Reber die Produktentwicklung vorantreiben und neues Personal einstellen. In den kommenden zwölf Monaten werde das Team von derzeit 25 auf 40 Mitarbeiter aufgestockt, sagte Reber im Gespräch mit t3n.

Mit Details zu Pitch hielt sich der Unternehmer lange zurück. Außer einer schlichten Website und dem Hinweis, dass ein Teil des ehemaligen Wunderlist-Teams an einer plattformübergreifenden Präsentationssoftware arbeite, erfuhren die Medien nichts. Im April hatte Christian Reber gegenüber dem Startup-Magazin Berlin Valley zumindest angekündigt, „ein Präsentationstool für die Generation Slack“ entwickeln zu wollen. Demnach soll sich Pitch unter anderem durch Apps auszeichnen, die wie beim bekannten Team-Messenger an das Programm angedockt werden können.

Neue Details zur Präsentationssoftware

Gegenüber t3n erklärte Reber weiter, die Software werde vor allem die gängigsten Probleme bestehender Präsentations-Tools lösen. „Das betrifft zum Beispiel den Umgang mit nicht installierten Schriftarten oder die schwierige Zusammenarbeit an Präsentationen mit mehreren Kollegen“, so Reber. Geplant sei außerdem eine Online-Plattform zur Ansicht von Präsentationen ähnlich wie bei Slideshare.

Auf dem Weg dorthin will Christian Reber vor allem vom Know-how von Investoren wie Slack profitieren. „Es ist die am schnellsten wachsende Enterprise-Software der Welt. Es ist unser Ziel, ähnlich schnell Umsätze zu erzielen und ein schlagkräftiges Vertriebsteam aufzubauen. Dabei kann uns Slack helfen“, so der Unternehmer.

Ein Verkauf wie bei Wunderlist schwebt Reber diesmal angeblich nicht vor. „Hier arbeitet niemand, der eine schnelle Mark machen will“, sagte er. „Ich möchte eine Softwarefirma in Berlin aufbauen, die selbstständig, hochprofitabel und immer für Überraschungen gut ist, im Sinne von ständig neuen Produkten.“ Den Anfang soll die Präsentationssoftware von Pitch machen. Der Start ist für Sommer 2019 geplant.

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Eine Reaktion
Christan Röbcke-Gronau

Der Feind ist nicht Powerpoint! - Wir sind zwar sehr neugierig, was Christian Reber auf die Beine stellt. Allerdings ist wie so häufig nicht das Tool per se das Problem. Das wissen wir aus unserer fast 30-jährigen Agentur-Erfahrung, die mit Präsentationen begonnen hat. Das Problem liegt in der Annahme der Präsentatoren, dass Powerpoint das Allheilmittel für ihren Vortrag ist. Stattdessen lohnt es sich zu hinterfragen, ob es nicht im Einzelfall bessere Medien gibt, die dem Anlass und Kommunikationsziel besser dienen. Und: gute Präsentationen sind eben nicht schnell gemacht, sondern brauchen eine gute Strategie und eine gute Geschichte, genauso wie jedes andere gute Medium auch. Der Ruf von Powerpoint ist schlechter als die Anwendung selbst. Man muss eben wissen, für welchen Zweck seine Nutzung einen Sinn ergibt.

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