Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Miese Klimabilanz: Studie zu Plug-in-Hybriden ernüchtert

Warum wird die Umweltbilanz nicht besser, wenn mehr Leute Plug-in-Hybride fahren? Eine Studie schafft nun Klarheit über diese und andere Fragen.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

(Foto: Shutterstock)

Menschen verkaufen ihre Diesel und Benziner und steigen auf Plug-in-Hybride um. Der Umwelt zuliebe, da Elektroautos ja deutlich klimafreundlicher sind. Im ersten Halbjahr 2020 machten sie etwa 3,5 Prozent aller PKW-Neuzulassungen in Europa aus. Seit 2019 sind weltweit mehr als zwei Millionen Fahrzeuge dieser Art unterwegs. Tendenz steigend.

Anzeige
Anzeige

Doch Plug-in-Hybride sind letztendlich keine reinen E-Autos. Sie besitzen nach wie vor einen Benzin- oder Dieselmotor. Erst kürzlich wurde bekannt, dass solche Autos etwa zweieinhalb mal mehr CO2 ausstoßen als die Hersteller bislang angegeben haben. Das Potenzial der Schadstoffregulierung hängt stark vom tatsächlichen Kraftstoffverbrauch und dem Anteil der elektrisch zurückgelegten Kilometer ab.

Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat zusammen mit der gemeinnützigen Forschungsorganisation International Council of Clean Transportation (ICCT) jetzt eine Studie veröffentlicht, die zu einem eindeutigen Ergebnis kommt.

Anzeige
Anzeige

Verwendet wurden in der Studie Daten von mehr als 100.000 verschiedenen Plug-in-Hybriden, darunter über 10.000 Firmenwagen, der Rest wird privat genutzt. Insgesamt wurden 66 verschiedene Modelle und 202 Modellvarianten analysiert.

Anzeige
Anzeige

Deutschland schneidet schlecht ab

Die Emissionen während des Fahrens sind bei Privatwagen im Durchschnitt zwei- bis viermal höher, als eigentlich angegeben. Bei Firmenwagen sogar drei- bis viermal. Laut NEFZ sollten im Privatbereich mit Plug-in-Hybriden durchschnittlich 69 Prozent der Strecke elektrisch zurückgelegt werden, in der Realität sind es allerdings nur 37 Prozent. Bei Firmenwagen sogar nur 20 Prozent. Hier gibt es zudem große Unterschiede im internationalen Ländervergleich: In Norwegen und den USA werden über 50 Prozent der Strecke elektrisch befahren, in China, Deutschland und den Niederlanden liegt der Wert zwischen 18 und 26 Prozent.

Ein Grund für die schlechten Werte in Deutschland ist auch die Ladeinfrastrukur. Wie aus der Studie hervorgeht, werden Privatautos lediglich an drei von vier Tagen geladen. Dienstwagen werden sogar nur alle zwei Tage wieder an die Steckdose angeschlossen. Kurze Ladezyklen verringern natürlich auch die Reichweite und somit auch den elektrischen Fahranteil, was wiederum zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und höheren CO2-Emissionen führt.

Anzeige
Anzeige

Hinzu kommt, dass in Deutschland gerade Vielfahrer zu den Plug-in-Hybrid-Nutzern gehören. Die Dienstwagen werden nahezu eins zu eins wie vorher die Verbrenner genutzt. Das führt dazu, dass auf langen Strecken immer der Verbrennungsmotor genutzt wird. Daraus ergibt sich mit 21.400 Kilometern durchschnittlich zurückgelegter Strecke im Jahr auch ein Wert, der 46 Prozent über dem Mittelwert der Studie liegt.

Empfehlungen an EU und Autobauer

Fraunhofer ISI und ICCT geben den involvierten Parteien noch Empfehlungen mit auf den Weg, wie die aktuelle Situation der Plug-in-Hybride verbessert werden kann. Es wird an die EU appelliert, die ZLEV-Gutschriften anzupassen, um Anreize zum Kauf von Plug-in-Hybriden mit geringer elektrischer Reichweite zu vermeiden. Auf nationaler Ebene müsse deutlich mehr getan werden, um den Zugang zu Ladesäulen zu vereinfachen – egal, ob privat, öffentlich oder am Arbeitsplatz. Fahrzeughersteller sollen dafür sorgen, dass die elektrische Reichweite von Plug-in-Hybriden erhöht wird, und gleichzeitig die Leistung der Verbrennungsmotoren drosseln. Auch den Flottenmanagern großer Unternehmen geben die Ersteller der Studie einen Rat mit: Hier solle sich grundsätzlich genau überlegt werden, für was die Dienstwagen genutzt werden und ob es Sinn macht, sich einen Plug-in-Hybriden zuzulegen.

Zum Weiterlesen:

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Gunar Gürgens

War doch klar, dass die Plug In Hybride nonsense sind. Lieber nen 40 kw/h Akku und dann nen kleinen Rangeextender, dann spart man sich den ganzen Getriebekram.

Antworten
Bob

Für einen Firmenwagen mit Hybrid Motor wird nur 50% der Steuern im Rahmen des geldwerten Vorteils fällig, noch Fragen?

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige