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Analyse

Produktbewertungen: Das dubiose Geschäft mit den Fake-Rezensionen

Echt oder Fake: Nicht bei allen Bewertungen ist davon auszugehen, dass es mit rechten Dingen zugeht. (Grafik: Jochen G. Fuchs/t3n)

Produktbewertungen helfen, Waren zu verkaufen und können Herstellern und Händlern einen wertvollen Vorteil verschaffen. Doch bei Weitem nicht jede Amazon-Rezension oder Ebay-Bewertung ist auch echt.

Dass gute Produktbewertungen und -rezensionen dabei helfen, mehr Waren zu verkaufen, dürfte jeder nachvollziehen können, der schon einmal im Internet eingekauft hat. Zwei Drittel aller Onlinekäufer gaben in einer Umfrage an, dass bei Kaufentscheidungen für sie Kundenbewertungen wichtig sind.

Und auch die Unternehmen bestätigen dies: Ein Produktmanager eines großen, weltweit agierenden Herstellers für Unterhaltungselektronik erklärt im Gespräch rundheraus, wann ein Produkt unverkäuflich werde: Weniger als drei Sterne dürften es nicht sein, sonst könne man den Produktzyklus an dieser Stelle gleich beenden und das Produkt zum Auslaufmodell für den hiesigen Markt machen. Das gelte dann im Übrigen nicht nur für Amazon selbst, sondern (mit einigen Abstrichen) auch für den klassischen Retailer im Einkaufzentrum oder in der Innenstadt. Denn Kunden kaufen dort zwar möglicherweise ein, informieren sich aber vor dem Kauf nahezu immer bei Amazon darüber, was andere Kunden zum Produkt sagen. Das, was früher der Verkäufer leisten konnte, so berichtet der Produktmanager, werde inzwischen durch Bewertungen abgedeckt.

Doch wie viele Bewertungen tatsächlich gefaked sind, kann man nur mutmaßen. Eine Untersuchung vor einigen Monaten kam zu dem Schluss, dass rund ein Fünftel aller Amazon-Bewertungen Fakes seien. Viel zu niedrig geschätzt, urteilten unserer Redaktion gegenüber mehrere große E-Commerce-Händler unabhängig voneinander. Gerade bei chinesischen No-Name-Produkten ist in der Tat auffällig, mit welchem Herzblut und Aufwand manche Rezensionen verfasst werden: Zahlreiche Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven, ausführliche Bewertungen zu banalen Sachverhalten und Artikeln – all das lässt kein gutes Licht auf eine Branche scheinen, die von Bewertungen stark abhängig ist. Amazon-Marketplace-Händler berichten, dass sie trotz mehrjährigen Vertriebs bestimmter  Produkte, die in großen Mengen umgesetzt werden, nur zweistellige Bewertungszahlen haben. Andere Mitbewerber dagegen hätten binnen weniger Wochen oder Monate stark dreistellige Rezensionszahlen – und das teilweise mit entsprechenden Tricks.

Besonders auffällig ist dies in der Tat bei bestimmten aus dem asiatischen Raum stammenden Zubehörteilen, für die man binnen weniger Tage eine Flut von neuen Bewertungen beobachten kann. Und auch die Rezensenten sind suspekt: Eine Vielzahl von Bewertungen am selben oder denselben drei Tagen für Produkte, die man normalerweise nicht in dieser Häufigkeit und Varianz kauft – etliche Handyhüllen für unterschiedliche Modelle, Bluetooth-Lautsprecher und andere Elektronik-Kleinteile, die in dieser Masse nicht auf einen Endkunden hindeuten.

Von Kickbacks für Registrierungen bis hin zu Gefälligkeitsbewertungen

Grundsätzlich gibt es verschiedene Formen forcierter Bewertungen. Unterscheiden lassen sich hier seriöse Maßnahmen von unseriösen. Zu den eher seriösen gehören Aktionen, wie sie beispielsweise der Smartphonehersteller Huawei im Zusammenhang mit seinen Modellen der Honor-Reihe immer wieder durchführt: Kunden erhalten einen Preisnachlass in Form einer Erstattung in Höhe von 30 oder 50 Euro, wenn sie sich nicht nur mit der IMEI registrieren, sondern auch eine Bewertung bei Amazon nachweisen. Diese muss, so steht es explizit in den Teilnahmebedingungen, nicht positiv ausfallen. Soweit die Theorie – in der Praxis dürften aber die wenigsten Rezensenten ein Produkt negativ bewerten, wenn sie auf diese Weise einen Nachlass erhalten können und befürchten müssen, dass der Anbieter des Kickbacks ansonsten einen Grund finden könnte, ihnen diesen zu verweigern.

„Teilen macht Spaß heißt eine Aktion, die einen Kickback unter anderem von einer Amazon-Rezension abhängig macht. Ob das „jede Art auf die Ausführlichkeit oder das Ergebnis der Bewertung bezieht, bleibt offen. (Bild: Huawei/Honor)

Schaut man sich die Bewerungen bestimmter Zeiträume an, fällt hier auf, dass im Zeitraum entsprechender Bewertungsaktionen durch das Unternehmen die Bewertungen für das jeweilige Aktions-Smartphone signifikant besser ausfallen als in den übrigen Zeiträumen. Vom Unternehmen gewollt oder ungewollt – es ist eine eindeutige Tendenz erkennbar. Diese kann allerdings auch daher rühren, dass in den übrigen Zeiträumen der Anteil an Käufern des Gerätes niedriger sein kann.

Auf der nächsten Seite liest du, mit welchen Tricks binnen weniger Tage eine positive Reputation für ein beliebiges Produkt aufgebaut werden kann.

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Eine Reaktion
contentwerkstatt

Ach nö - echt jetzt? Ist gerade Saure-Gurken-Zeit bei T3N? Ist ja megapeinlich. Das Thema wurde doch schon 1000x rauf und runter diskutiert und immer wieder von links auf rechts gedreht!? Und wo ist jetzt der Mehrwert für den Leser? Alles sattsam bekannt und wieder mal abgeschrieben. Dazu auch noch völlig falsch und damit schon fast gefährlich: Auch wenn Huawai das macht, ist es dennoch nicht legal. Rabatte gegen Bewertungen, kann doch jeder 1. Klassler nachlesen, sind rechtlich n-i-c-h-t einwandfrei. Peinlich!

Trotzdem Grüße,
content-werkstatt

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