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Open-Source-Projekte: Aktivist:innen verbreiten Botschaften in Russland

Entwickler:innen nutzen Open-Source-Projekte, um mit „Codes gegen den Krieg“ politische Aussagen in Russland zu verbreiten. Nun warnt die größte russische Bank ihre Kund:innen.

Von Hannah Klaiber
2 Min.
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Entwickler:innen fügen Botschaften in Open-Source-Projekte ein. (Bild: Shutterstock, photovibes)

Die größte Finanzinstitution Russlands, die Sberbank, hat jüngst ihre Kund:innen davor gewarnt, ihre Software zu aktualisieren. Im Hintergrund steht die Befürchtung, dass sie von Protestware bedroht ist. „Wir fordern die Nutzer:innen auf, keine Software mehr zu aktualisieren – und die Entwickler:innen, die Überwachung bei Verwendung von externem Code zu verschärfen“, so die Aufforderung der Sberbank, die von russischen Medien zitiert wird.

Was ist Protestware?

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„Protestware“ bezeichnet den Vorgang, bei dem Programmierer:innen oder Hacktivist:innen Inhalte in eine Bibliothek mit Open-Source-Code einfügen, um politische Botschaften zu verbreiten. Die Auswirkungen eines Protestware-Angriffs können sich sehr schnell auf zahlreiche Computersysteme ausbreiten, da viele Programmierer:innen auf Open-Source-Bibliotheken angewiesen sind, um Software zu erstellen. Nach der russischen Invasion in der Ukraine haben einige Hacktivist:innen das Tool für Kampagnen gegen Russland verwendet.

Protestware von Node-ipc-Entwickler

So gab beispielsweise der US-Entwickler Brandon Nozaki Miller alias RIAEvangelist am 8. März bekannt, seinem beliebten Node-ipc – ein Stück Open-Source-Code – ein Update verpasst zu haben. Node-ipc steckt in vielen anderen, zum Teil millionenfach verbreiteten Open-Source-Programmen. Mit seinem Update hatte er aus Protest gegen den russischen Angriffskrieg eine Routine mit der Bezeichnung „PeaceNotWar“ eingefügt. „Der Code dient als nichtdestruktives Beispiel dafür, warum es wichtig ist, seine Node-Module zu überwachen“, so Millers Erklärung in dem Software-Entwicklungsforum GitHub. „Er dient als gewaltloser Protest gegen die russische Aggression, durch die die Welt derzeit bedroht wird… Um es klar zu sagen: Dies ist Protestware.“

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Protestware wird zur kritischen Schwachstelle

Doch dabei blieb es nicht: Im nächsten Schritt löschte der Code Systemdateien von russischen und belarussischen Nutzer:innen und ersetzte diese durch ein Herz-Emoji. RIAEvangelist entfernte den Code, nachdem GitHub ihn als kritische Schwachstelle gekennzeichnet hatte. Laut der Cybersicherheitsfirma Snyk blieb der Code weniger als einen Tag lang in dem Paket.

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Dieser Fall zeigt, wie Protestware – insbesondere, wenn sie über nicht schädliche Botschaften hinausgeht – das Vertrauen in die Open-Source-Szene schwächen, wenn nicht gar zerstören kann. In seinem Beitrag, der eine detaillierte technische Beschreibung enthält, fragt Liran Tal von Synk: „Wird diesem Entwickler jemals wieder jemand trauen?“

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