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Pünktlich zum Black Friday: Verdi ruft mal wieder Amazon-Mitarbeiter zum Streik auf

(Foto: Amazon)

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Man hätte fast darauf wetten können: Zum Black Friday ruft Verdi die Versandmitarbeiter bei Amazon einmal mehr zum Streik auf. Das Unternehmen sieht keine Lieferverzögerungen.

Es ist schon fast ein Ritual, genauso wie Dinner for One an Silvester – also same procedure as every year: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi droht Amazon mal wieder mit mehrtägigen Streiks rund um den Black Friday und den Cyber Monday. Es ist die nächste Aktion im Kampf um einen Tarfivertrag, der sich nach den Regeln und Tarifen des Einzel- und Versandhandels durch Amazon richten soll.

Rund um die umsatzstarken Einkaufstage (die wichtigsten Amazon-Angebote findest du hier) hat die Gewerkschaft an sieben deutschen Versandzentren zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Schon vergangene Nacht seien Beschäftigte in Leipzig (Sachsen), Bad Hersfeld (Hessen/zwei Standorte), Rheinberg, Werne (beide NRW), Graben bei Augsburg (Bayern) und Koblenz (Rheinland-Pfalz) zu einem dreitägigen Streik aufgerufen worden, erklärt ein Verdi-Sprecher.

Amazon erklärte in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit, dass die Kunden nichts davon mitbekommen würden – ein Versprechern, dass der Versandriese auch deswegen einhalten kann, weil entsprechende Versandzentren aus dem nahegelegenen Ausland dann stärker eingebunden werden. Hinzu kommt, dass beispielsweise im bayerischen Standort Graben (und auch in anderen Versandzentren) in Zukunft mehr Roboter eingesetzt werden sollen. Die Gewerkschaft befürchtet hierdurch den Wegfall eines Teils der Arbeitsplätze. Mit Blick auf die neuen Verdi-Proteste sagte ein Amazon-Sprecher gegenüber der dpa, die Teams konzentrierten sich auch aktuell darauf, die Pakete zum Kunden zu bringen – eine Aussage mit mäßigem Gehalt.

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Stiller Streik bei Amazon – wegen der Pandemie

Laut Verdi sei ein Teil der Beschäftigten aufgrund der Corona-Pandemie für den Streik gar nicht erst zum Unternehmensgelände gekommen. Aufgrund dessen seien sogenannte „stille Streiks“ vereinbart worden, heißt es. Wie viele Mitarbeitende sich dem Streik angeschlossen haben oder dies noch tun werden, ist bislang unklar.

Der Streit um den Tarifvertrag schwelt bereits seit 2013 in Deutschland. Der Arbeitgeber sieht die Mitarbeitenden als Versand- und Logistikangestellte und nimmt die dortigen Löhne als Grundlage (zahlt in den meisten Fällen sogar mehr als dort vorgesehen ist), zudem gebe es Karriere-Chancen und viele Extras. Verdi pocht aber auf die Einstufung nach dem Tarifvertrag Einzel- und Versandhandel. Unternehmenssprecher hatten in der Vergangenheit betont, Amazon sei auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber. Bundesweit hat Amazon insgesamt 15 Logistikstandorte mit rund 16.000 Festangestellten. – mit Material von dpa

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