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Pyhäsalmi-Mine: Wie ein stillgelegtes Bergwerk zur Schwerkraftbatterie wird

Früher hat sie einen reichen Schatz an Zink und Kupfer geboten, doch mittlerweile ist die Grube Pyhäsalmi stillgelegt. Nun soll die 1.444 Meter tiefe Mine ein zweites Leben als Schwerkraftbatterie bekommen.

Von Jennifer Caprarella
2 Min. Lesezeit
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Ein 1.430 tiefer Schacht in der Pyhäsalmi Mine (Bild: Callio Pyhäjärvi)

Um eine beständige Versorgung aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarkraft sicherstellen zu können, braucht es kraftvolle Zwischenspeicheranlagen. Für eine solche Lösung blickt die Wissenschaft aktuell nach Finnland, wo 450 Kilometer von Helsinki entfernt eine von Europas tiefsten Minen liegt.

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Ein Prototyp zur Energiewende

Die Pyhäsalmi-Mine nahe Pyhäjärvi war früher als Besitztum der kanadischen Minengesellschaft das tiefste Erz- und Kupferbergwerk Europas, steht jedoch seit 2022 endgültig still. Ihre enormen Ausmaße von 1.444 Metern Tiefe samt einem 530 Meter langen Hilfsschacht geben ihr allerdings das Potenzial, eine Schwerkraftbatterie zu beheimaten.

Genau das hat das schottische Unternehmen Gravitricity nun vor, wie unter anderem die schottische Zeitung The Herald berichtet. Es glaubt, dass sein selbst entwickeltes Energiespeichersystem, Gravistore, in der Mine zum Prototyp für viele derartige Projekte werden könnte.

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So funktioniert die Schwerkraftbatterie

Gravistore funktioniert nach dem gleichen Schema wie andere Schwerkraftbatteriesysteme: Wie Gravitricity erklärt, kann überschüssige Energie – beispielsweise aus Windturbinen an einem stürmischen Tag – dazu genutzt werden, um schwere Gewichte in dem tiefen Schacht zu heben. Wird die Energie benötigt, kann das Gewicht rapide abgesenkt werden, um einen Generator anzutreiben.

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Das Unternehmen schätzt, auf diese Weise bis zu zwei Megawatt speichern zu können. Die ließen sich daraufhin in das lokale Stromnetz speisen, wie Gravitricity dem Herald sagte.

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Energie für die ganze Welt? Ein Projekt mit enormem Potenzial

Die dortige Lokalregierung sei mit der Firma Callio Pyhäjärvi, die für die Weiterverwendung der Mine gegründet wurde, voll an Bord. Dass das neue Energieprojekt mit offenen Armen empfangen wird, ist kaum verwunderlich, denn laut Wionews haben mit dem Schließen der Mine Hunderte Anwohner:innen ihre Arbeit verloren.

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Sollte das Projekt Erfolg haben, bietet es allerdings auch Möglichkeiten weit über die Grenzen Finnlands hinaus. Eine Studie des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse hat im vergangenen Jahr berechnet, dass stillgelegte Minenschächte weltweit das Potenzial bergen, bis zu 70 Terawattstunden zu speichern – genug, um den gesamten Planeten mit Strom zu versorgen.

„Dieses Projekt wird anderen gewerblichen Projekten den Weg ebnen und die Einbindung unserer Lösung in die Aktivitäten stillgelegter Minen erlauben, was Bergwerken am Ende ihrer ursprünglichen Betriebsdauer eine Zukunft in Aussicht stellt“, zitiert der Herald den Vorstandsvorsitzenden von Gravitricity, Martin Wright.

Pyhäsalmi: Energie – und 5G

Übrigens ist das Energieunternehmen nicht das einzige, das das Potenzial der ehemaligen Mine nutzt. Wie das Mining Magazine vor einigen Monaten berichtete, haben sich auch Nokia und die französische Cellnex-Tochter Edzcom dort niedergelassen, um ein 5G-Netzwerk zu bauen, das 11,5 Kilometer in die Länge und acht Stockwerke in die Tiefe geht.

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Womöglich schlummert in alten Minenschächten die Lösung für mehrere technische Probleme der modernen Welt.

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