
Meta wegen Werbepraktiken unter Beschuss. (Bild: Shutterstock/Sergei Elagin)
Seit über zehn Jahren sollen Millionen von Werbetreibenden auf den Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram über die potenzielle Reichweite ihre Anzeigen getäuscht worden sein. Dabei sei diese mögliche Reichweite teils um bis zu 400 Prozent übertrieben worden.
7-Milliarden-Klage gegen Metas Werbepraktiken
Die potenziellen Schäden dieser Masche sollen sich auf sieben Milliarden US-Dollar belaufen. Das behaupten zumindest die ehemaligen Meta-Werbetreibenden DZ Reserve und Cain Maxwell, die eine entsprechende Sammelklage angestoßen haben.
Wie onlinemarktplatz.de berichtet, hat der US-Supreme-Court als oberster Gerichtshof eine entsprechende Berufung von Meta gegen diese Klage in letzter Instanz abgewiesen. Schon im März 2024 war ein US-Berufungsgericht zu einer ähnlichen Entscheidung gelangt, die der Supreme-Court jetzt bestätigt hat.
Meta scheitert mit Berufung
Meta hatte dagegen argumentiert, dass die Basis für die Zulassung der Sammelklage, der sogenannte „common course of conduct“ fehlerhaft sei. In anderen Gerichtsbezirken sei die Klage entsprechend abgewiesen worden.
Für die Richter:innen am Supreme-Court steht derweil fest, dass die Kläger:innen als Gruppe mögliche Schadensersatzansprüche geltend machen können. Damit kann die milliardenschwere Klage fortgesetzt werden.
Mit diesem Urteil ist freilich noch nicht darüber entschieden worden, ob und inwieweit Meta für die mögliche Übertreibung der Reichweite finanziell haftbar gemacht werden kann. Möglich aber, dass sich jetzt weitere potenzielle Kläger:innen ermutigt fühlen, gegen Meta und weitere Anbieter vorzugehen.
Kommt eine strengere Regulierung der Online-Werbung?
Die möglichen Auswirkungen eines potenziellen Urteils gegen Meta reichen aber sogar weit über finanzielle Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe hinaus. Theoretisch denkbar ist etwa, dass ein Urteil in dieser Klage zu einer strengeren Regulierung von Online-Werbung führt.
Laut Branchenbeobachter:innen könnten Unternehmen im Anschluss gezwungen werden, Reichweite und Effektivität ihrer Werbemaßnahmen genauer und transparenter zu kommunizieren. Das könnte dafür sorgen, dass Meta und seine Konkurrenten die Methoden zur Messung der Anzeigenreichweite grundlegend überarbeiten müssten.
Positive Auswirkungen für den Online-Werbemarkt
Werbekund:innen in Deutschland sollten entsprechend ein Auge auf die Entwicklung des Verfahrens in den USA haben. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, sich einer Klage in Deutschland anzuschließen. In jedem Fall würde sich eine Verpflichtung Metas und anderer Player zu mehr Transparenz positiv auf den Online-Werbemarkt auswirken.