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Samwer-Klon-Schmiede verliert massiv Führungspersonal

Rocket Internet, der erfolgreiche Inkubator der Samwer-Brüder, sorgt mal wieder für Gerede. Doch diesmal geht es nicht um einen neuen Klon, sondern um einen massiven Abgang bei den Führungskräften: 20 wichtige Mitarbeiter soll die Samwer-Klon-Schmiede schon verloren haben.

Von Falk Hedemann
3 Min.
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(Foto: jurvetson / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Samwer-Klon-Schmiede vor dem Umbruch

Eigentlich soll der Inkubator der Samwer-Brüder, Rocket Internet, in den nächsten Monaten zu einem neuen Höhenflug abheben, doch die Führungsriege macht da nicht mit. (Foto: jurvetson / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Nach einem Bericht von deutsche-startups.de wollen rund 20 Mitarbeiter aus der Führungsriege von Rocket Internet die Samwer-Klon-Schmiede verlassen. Darunter ist mit Christian Weiß auch ein weiterer Geschäftsführer, nachdem Uwe Horstmann bereits im Sommer gegangen war. So richtig brisant wird die Meldung aber erst durch einen anonymen Insiderbericht, den deutsche-startups.de nach eigenen Angaben per E-Mail bekommen hat. Darin heißt es demnach, dass mit dem ausscheidenden Führungspersonal die „gesamten technischen Wissensträger“ gehen werden.

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Offenbar hinterlassen die Führungskräfte also eine empfindliche Lücke, denn es soll keine Aufzeichnungen über wichtige Systeme geben. Vielleicht hatten die Samwers einfach Angst davor, selbst zu einem Klon-Opfer zu werden? Diese Taktik könnte sich jetzt rächen und Rocket Internet empfindlich treffen. Von 130 Mitarbeiter schrumpft Rocket Internet auf nur noch 110.

Über die Gründe der Abgänge der Führungsriege lässt sich nur spekulieren. Möglicherweise ist ihnen der Inkubator zu groß, zu global geworden. Eine Übersicht über die zahlreichen Investitionen ist quasi unmöglich geworden, was sicherlich auch intern nicht immer leicht ist. Auch denkbar wären Differenzen über die Gangart der Samwer-Klon-Schmiede, die zuletzt wieder mit dem Pinterest-Klon Pinspire für Gerede sorgte.

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Auch soll das Arbeitsklima nicht das beste sein, berichtet deutsche-startups.de weiter. Zeitdruck, gepaart mit der als eigentümlich beschriebenen Art der Samwers, könnten die Lust an der Arbeit nachhaltig vertrieben haben. Da wäre es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass sich Führungskräfte verabschieden und sich vielleicht sogar zu einem gemeinsamen neuen Projekt zusammen tun.

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Samwer-Brüder: Rocket Internet wächst zum Internetkonzern

Die Samwer-Brüder scheinen diese Gefahr entweder nicht zu sehen oder – was wahrscheinlicher ist – sie versuchen den Sturm durch gegenteilige Aussagen zu bekämpfen. In einer Ansprache an das Team von Rocket Internet, soll Oliver Samwer erst kürzlich die Marschroute für die kommenden Monate ausgegeben haben und die lautet: Wachstum. Von 130 Mitarbeitern soll das Team sukzessive auf 200, 300 und sogar 400 Mitarbeiter aufgestockt werden.

Ein durchaus gewagter Plan, denn überdauernde Geschäftsmodelle gehörten bislang bei den vielen Samwer-Startups nicht zu den priorisierten Zielsetzungen. Meist ging es erst um Wachstum, dann um Verdrängung von Konkurrenten und dann wieder um Wachstum. Das geht natürlich nur mit entsprechend gefüllten Kassen, aber darum muss man sich bei Rocket Internet wohl kaum Sorgen machen. Allein durch den Verkauf von City-Deal an das amerikanische Original Groupon dürften die Samwers einen dreistelligen Millionenbetrag erhalten haben, der ihnen jetzt viele Möglichkeiten bietet.

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Deutschland scheint dabei nur noch am Rande interessant zu sein – die Samwers zieht es mehr und mehr in Länder wie Russland, Brasilien, Argentinien und die Türkei. Man könnte anmerken: Dort kennt man die Samwer-Brüder und ihre umstrittenen Methoden noch nicht und die aufstrebenden Märkte sind noch nicht so satt wie bei uns. Ob das aber langfristig gelingen kann, wenn wichtige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und ihr nichtdokumentiertes Wissen gleich mitnehmen?

Weiterführende Links zu Rocket Internet und den Samwer-Brüdern:

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Kommentare (9)

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perso nal

Ohne Millionen für Juristen und Büros in bester Hauptstadt-Lage kann man in Diktaturen nicht mal ein Blog betreiben… . Geschweige denn triviale (in den USA längst trivial-patentierte) Web-Projekte zur Verbesserung.

Die Presse hat bis heute kein anonymes Meldesystem wie man es im Studium in der Grundvorlesungs-Übung planen und aufbauen lernt. Die Presse kriegt man halt das meiste erst mit, wenn die Firma oder Regierung es offiziell per FAX berichtet.

Sebastian

> nachdem Florian Heinemann bereits im Sommer gegangen war

Wenn Ihr schon „abschreibt“, dann bitte richtig!

Heinemann geht – dem zitierten Bericht zufolge – in den nächsten Monaten. Bereits im Sommer gegangen ist Horstmann.

Falk Hedemann

@Sebastian: Vielen Dank für den freundlichen Hinweis, ist geändert ;-)

Sebastian

So freundlich war der zugegebenermaßen gar nicht ;-)

Ich mag t3n wirklich sehr. Print- und Onlineausgabe haben sich in den letzten Jahren wahnsinnig gut entwickelt.

Aber bei solche Dingen bin ich schnell genervt. Ich habe nämlich nicht immer (wie in diesem Fall) die Zeit, mehrere Quellen zu lesen. Und muss mich auf Informationen verlassen können.

Falk Hedemann

@Sebastian: Freut mich, dass Dir t3n gefällt. Wir geben uns jeden Tag große Mühe euch mit interessanten Informationen zu versorgen und das dann möglichst zeitnah. Aber letztlich sind wir auch nur Menschen, die ab und an mal unter Zeitdruck einen Fehler machen. Ich will das gar nicht entschuldigen – das sollte nicht vorkommen, keine Frage.
Passiert es dann doch einmal, so freuen wir uns immer über entsprechende Hinweise. Das sollte aber immer die Ausnahme bleiben und das ist es glaube ich auch ;-)

Sebastian

Ja, klar. Ich weiß, dass man das nicht vermeiden kann. Bin ja selbst in redaktionellen Strukturen groß geworden.

Interessant fand ich die Abläufe bei SmashingMagazine, die im letzten Heft skizziert wurden. Das ist für News leider nicht realisierbar.

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