News

So schaust du Youtube werbefrei

(Foto: Amazon)

Lesezeit: 2 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Ein einfacher Punkt in der URL eines beliebigen Youtube-Videos schaltet die vorgeschaltete Werbung komplett ab. Der Eingriff funktioniert auch bei vielen anderen Seiten.

Ein einzelner zugesetzter Punkt soll reichen, um Youtube werbefrei ansehen zu können? Das klingt doch zu simpel, um wahr zu sein. Es stimmt dennoch.

Ein kleiner Punkt mit großer Wirkung

Ihr fügt lediglich hinter dem .com der Youtube-URL einen Punkt hinzu. Alles andere bleibt gleich. Der Punkt bleibt nun für die Sitzung erhalten. Ihr könnt also ganz normal in Youtube navigieren und verschiedene Videos ansehen. Die Werbung bleibt weg.

So könnt ihr die Youtube-Sitzung direkt mit dem Aufruf von https://www.youtube.com./ starten und euch dann durch das Angebot klicken. Werbung werdet ihr dabei nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

In gleicher Weise funktioniert der Eingriff für verschiedene Paywalls großer Zeitungen. Betroffen ist etwa die Washington Post oder Wired. Hier wird die Artikelbeschränkung und teilweise sogar die Werbung aufgehoben.

Fehlende URL-Normalisierung ist der Grund

Der Grund für dieses Phänomen liegt in der fehlenden Normalisierung der URL durch die betroffenen Webserver, mithin in einer, wenn man so will, Fehlkonfiguration. Vielmehr sollte der Server den überflüssigen Punkt erkennen und korrigieren.

Da der Server das nun nicht tut, funktionieren verschiedene zusätzliche Dienste nicht oder zumindest nicht korrekt. Denn diese Dienste bauen ihre URL auf der vorhandenen URL auf. Da die aber den fehlerhaften Punkt beinhaltet, kann bei der URL-Konstruktion keine gültige Adresse entstehen.

Auch das sogenannte „Cross-Origin Resource Sharing“ ist darauf angewiesen, dass die korrekten URLs der Dienste, die sich hier Ressourcen teilen sollen, angegeben sind. Eine URL mit einem Punkt wird sicherlich nicht hinterlegt sein.

Der Eingriff funktioniert browserunabhängig. Wichtig ist dabei der Zugriff auf die URL, weshalb es innerhalb der Youtube-App keine entsprechende Möglichkeit gibt. Auf einem Smartphone müsste der Aufruf also über einen der installierten Browser unter Anforderung der Desktop-Seite erfolgen.

Umgehung der Werbeeinblendung kann leicht umgangen werden

Die Möglichkeit des werbefreien Youtube-Schauens wurde von einem Reddit-Nutzer entdeckt und entsprechend dokumentiert. Nahezu eine Woche nachdem der „Trick“ bekannt geworden ist, funktioniert die Maßnahme immer noch.

Schwierig ist es für die betroffenen Websites nicht, den ungewünschten Zugriff zu beenden. Die dortigen Webmaster müssten sich nur mal etwa mit dem Modul mod_rewrite ihrer Apache-Webserver beschäftigen. Dann machen sie einen schnellen Eintrag in httpd.conf oder .htaccess und der Punkt wird automatisch eliminiert. Normalisierungs-Methoden können und sollten auch in Programmiersprachen wie Java und PHP umgesetzt werden. Der Umgang mit  Punkt-Segmenten in URLs ist übrigens in diesem Dokument normiert.

Es dürfte also nicht mehr allzulange dauern, bis Youtube und andere einen überflüssigen Punkt oder andere absichtlich gemachte Fehler automatisch entfernen.

Wer Youtube dauerhaft werbefrei nutzen will, macht es am besten wie der Autor dieses Beitrags und bucht „Youtube Premium“ für knapp 12 Euro im Monat.

Passend dazu: Kostenloser Baukasten für Werbevideos: Google stellt Youtube-Video-Builder vor

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

4 Kommentare
Stefan
Stefan

Ich glaube nicht, dass die YouTube-Cloud mit Apache, mod_rewrite oder .htaccess arbeitet^^ o_O

Antworten
Dieter Petereit

Das glaube ich auch nicht. Es ging mir darum, beispielhaft zu zeigen, dass die Behandlung kein Hexenwerk ist. Auch für die Cloud gibt es passende Module.

Antworten
Dieter Petereit

Du kannst bei uns den Punkt setzen. Aber das hat keinen Effekt.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung