Analyse

Diese IT-Jobs sind in Deutschland besonders schwer zu besetzen

IT-Spezialisten gesucht. (Foto: Shutterstock)

Viele IT-Jobs bleiben unbesetzt. Der in Deutschland herrschende Fachkräftemangel lässt Bewerber jedoch auch wählerisch werden.

Indeed hat eine Top-10-Liste der am schwierigsten zu besetzenden Stellen in Deutschland erstellt. Dabei hat die Jobplattform begehrte Positionen mit mindestens 200 ausgeschriebenen Stellen auf dem eigenen Portal berücksichtigt, die bereits länger als 60 Tage lang ausgeschrieben sind. Der nicht repräsentativen Erhebung zufolge bleiben vor allem die Stellen für Senior-Softwareentwickler, Wirtschaftsinformatiker und für Fachkräfte im Bereich des IT-Prozess- und Service-Managements vergleichsweise besonders lange unbesetzt. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Fachkräftemangel in der IT-Wirtschaft lässt Bewerber wählerisch werden

Zum einen ist in Deutschland der Fachkräftemangel inzwischen spürbar angekommen. Zum anderen macht es die niedrige Arbeitslosigkeit in der Technologiebranche für Unternehmen schwieriger, weiterhin suchende Fachkräfte zu finden. „In der IT ist das Problem besonders ausgeprägt“, erklärt Indeed-Deutschland-Geschäftsführer Frank Hensgens gegenüber t3n.de. Der IT-Jobmarkt wird damit zu einem ganz klaren Bewerbermarkt. „Der Arbeitnehmer ist am Zug und kann wählerisch sein. Unternehmen müssen sich da etwas überlegen.”

Die Höhe der Vergütung sei in Deutschland nach wie vor der wichtigste Grund für einen Jobwechsel, erklärt Hensgens weiter und beruft sich dabei auf plattforminterne Umfragen. Für den Verbleib in einer Position sei zudem vor allem der Arbeitsort und höhere Flexibilität wichtig. „Wer keinen Software-Entwickler nach Erlangen bekommt, der muss unter Umständen eine Remote-Lösung anbieten.“ Viele Unternehmen eröffnen aus genau diesem Grund auch Tech-Zentren in den großen Digitalstädten. Vor allem die IT- und Kreativ-Szene ist stark in den großen Metropolen gebündelt.

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7 Kommentare
Markus
Markus

Ich kann den Fachkräftemangel aus Sicht Angestellter nicht nachvollziehen, denn er ist künstlich verursacht. Bei uns im Unternehmen würde ich gern 1-3 Personen zu Fachkräften „ausbilden“, aber dazu müsste man das Personal mal einstellen. Wenn ich irgendwann wechseln möchte, steht die gesamte Mittelstandsfirma ohne mich da. Ich bin nicht wichtig, aber so ziemlich allein für eine Plattform zuständig, mit der täglich alle arbeiten.

Mitleid sieht anders aus .. ohne die Bereitschaft Personal „auszubilden“ wird man diesem Mangel immer wieder erleiden.

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Max Förster
Max Förster

@Markus: True, been there, done that. Kenne es persönlich nur aus dem Mittelstand am eigenen Leib, aber genau diese Kurzsichtigkeit habe ich auch immer bemängelt und habe mich dann schlussendlich abwerben lassen. Natürlich läuft es auch ohne einen weiter, aber die Frage ist wie/wie lange und ich saß gleichzeitig unter anderem auf Virtualisierung und verschiedenen Plattformen (CRM, Issue Tracking, Wiki/Collab software). In dem Bereich in dem ich jetzt bin, musst du dir Leute heranziehen oder abwerben. Die Vergütung ist natürlich auch sehr wichtig, aber andere Benefits sind doch mittlerweile ebenso Priorität. Aber auch das ist nichts Neues. Warten wir einfach ein Vierteljahr wieder ab, wie Frank schon so treffend angemerkt hat! ;)

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Philipp Blum
Philipp Blum

Ich muss aber auch sagen, aus Erfahrung, dass heranziehen alleine nicht reicht. Man muss eine gute Atmosphaere im Unternehmen schaffen und eine ordentlich Bezahlung von der man gut leben kann. Es muss aber tatsaechlich keine gute oder sehr gute Bezahlung sein. Ich kenne es aber auch, dass einige Leute ausgebildet wurden und danach das Unternehmen verlassen haben, weil die Atmosphaere fuer den Arsch war. Klar, kann ich verstehen.

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Frank

Alle Vierteljahre wieder die Fachkräftemangel-Sau die durchs Dorf getrieben wird.
Der Hauptgrund also:

„Die Höhe der Vergütung sei in Deutschland nach wie vor der wichtigste Grund für einen Jobwechsel.“

Mit anderen Worten:
wer schlecht bezahlt bekommt keine Leute. Welch eine Erkenntnis…

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Markus

Wenn es rein ums Geld gehen würde, dürfte ich da nicht mehr arbeiten. Aber meine direkten Chefs haben schon vor Jahren erkannt, dass man mit Geld keine guten Mitarbeiter halten kann. Leider ist das geldgebende Management noch nicht so weit und ich glaube auch, dass immer mehr erst rechnen und dann springen, denn der Betrag auf dem Konto ist sehr relativ. Mein Bonus heißt Flexiblität in jede Richtung und mit zwei Kleinkindern und zwei Vollverdienern ist das ein Bonus, den ich in Geld nicht aufwiegen kann.

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Aylee
Aylee

Dann stell ich mir die Frage auch, was an den Unis und Hochschulen gelehrt wird, wenn die Stellen nicht besetzt werden können. Und warum werden solche Berufe nicht an der Schule den Kindern schon nähergebracht. Stattdessen bewerben sich die Leute lieber für die schönen Fächer wie Marketing, die sehr überlaufen mit Bewerbern sind, aber zum Großteil nicht annähernd soviel Gehalt bieten. Es liegt auch in der Verantwortung der Bildungsinstitute die Leute für Zahlen, Codes und Programmierung zu begeistern und das Klischee des Computer-Nerd mal abzuschaffen. Jobangebote gibt’s ja genug. Sogar hier in Kempten sind zahlreiche Stellen ausgeschrieben, wenn man sich die freien Jobs hier unter http://www.kemptener-jobanzeiger.de/ mal näher anschaut.

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Karll
Karll

Dann frage ich mich, was die Hochschulen, Unis, Institute im Hinblick auf die Bildung eigentlich leisten, wenn so ein gravierender Fachkräftemangel herrscht. Ich höre von hohen Durchfallquoten in anderen Bereichen wie Maschinenbau und nachdem viele potentielle Fachkräfte schon in den Unis ausgesiebt sind, beschweren sich die Arbeitgeber hinterher, dass da nichts nachkommt. Schaut man sich die Stellen hier unter https://www.stellenonline.de/it-telekommunikation-stellenangebote an, dann sind die Anforderungen doch sehr speziell.

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