Analyse

Artikel merken

SEC-Vorsitzender Gary Gensler will im Krypto-Space aufräumen

Gary Gensler, der Vorsitzende der Securities and Exchange Commission (SEC), sagte am Dienstag in einem Interview, er wolle Kryptowährungen „in den Rahmen der öffentlichen Politik“ bringen.

Lesezeit: 3 Min.
Behördensitz der US-Börsenaufsicht. (Foto: DCStockPhotography / Shutterstock.com)

Während eines Live-Interviews mit der Washington Post gab Gensler zu verstehen, dass er sicherstellen wolle, dass Kryptowährungen in den Bereich der Regulierung fallen. Interpretiert man diese Aussage im bisherigen Kontext seiner Handlungen, will der SEC-Vorsitzende Kryptowährungen also (politischen) Zielen unterwerfen. Dies untermauert Gensler, indem er im Interview sagt, dass Regulierung notwendig sei, damit der schnell wachsende Sektor nicht „die Stabilität des Systems untergräbt“.

Gensler verweist auf eigenen Blockchain-Hintergrund

Zunächst ist festzuhalten, dass Gary Gensler mit seinem Studium am MIT eindeutig Expertise und Kenntnisse im Bereich der Blockchaintechnologie sowie Kryptowährungen vorzuweisen hat.

„Ich habe das Thema mehrere Jahre lang am MIT gelehrt und studiert und hätte mich nicht damit befasst, wenn ich es nicht für interessant und innovativ halten würde. Aber gleichzeitig glaube ich nicht, dass die Technologie ohne einen sozialen und politischen Rahmen von Dauer sein wird.“

Für Gensler sei aktuell – in diesem Stadium der Branche – der Schutz von Verbrauchern und Anlegern von größter Bedeutung.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Dies wiederum ist nicht nur die persönliche Meinung Genslers, sondern viel mehr eine Grundaufgabe der Aufsichtsbehörde. Schließlich umfasst der Zuständigkeitsbereich der SEC den Anlegerschutz auf den Wertpapiermärkten. Gensler ist allerdings der Meinung, dass die Behörde ein breiteres Feld abdecken müsse, um dem wachsenden Krypto-Space gerecht werden zu können.

Gensler für strenge Kontrolle

Der SEC-Vorsitzende plant, Krypto-Plattformen auch in Zukunft genau unter die Lupe zu nehmen, da viele der Kryptowährungen Eigenschaften von Anlageverträgen oder Wertpapieren haben könnten. In diesem Kontext fällt immer wieder das dafür vorgesehene englische Wort security.

Sollte eine Kryptowährung nämlich als security klassifiziert werden, greifen die entsprechenden Wertpapiergesetze und Genslers Behörde betritt das Parkett.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie auf diesen Plattformen Wertpapierinvestitionsverträge oder Schuldscheine oder andere, die der Definition von Wertpapieren entsprechen, anbieten. Diese Plattformen sollten sich melden. Sie sollten herausfinden, wie sie sich registrieren lassen können, sei es im Sinne des Anlegerschutzes. Das haben aber viele nicht getan.“

„Stablecoins fast wie Pokerchips“

Gensler wies auch darauf hin, dass die Behörden im Bereich der Stablecoins möglicherweise weiter mit den Bankenaufsichtsbehörden zusammenarbeiten müssen, da „Stablecoins Eigenschaften von Anlageverträgen und einige Eigenschaften von Bankprodukten haben können“. Damit zielt der SEC-Vorsitzende vor allem auf den Defi-Sektor ab und die dort angebotenen Dienstleistungen wie beispielsweise Lending oder Staking, mit denen sich Zinsen erwirtschaften lassen.

Für Gensler sind Stablecoins allerdings kein sicheres Asset – egal, welche Eigenschaften sie eventuell haben könnten.

„Stablecoins verhalten sich im Moment fast wie Pokerchips im Casino […] – wir haben hier im Wilden Westen eine Menge Casinos und die Pokerchips, diese Stablecoins, an den Spieltischen der Casinos. Ich denke also, es gibt viele Warnzeichen und blinkende Lichter, die darauf hinweisen, dass es zu einer Überhitzung kommen könnte und ich würde dem lieber zuvorkommen.“

In Summe lässt sich festhalten, dass der SEC-Vorsitzende mit dem Interview seine Meinung nach mehr Regulierung untermauert. Eine weitere Kontrolle von Kryptowährungen durch die SEC und weitere Aufsichtsbehörden erachtet Gensler als sinnvoll. Um dies effizienter und auf Basis rechtlicher Grundlagen umsetzen zu können, ist eine Einbindung des US-Kongresses nicht unwahrscheinlich. Fakt ist, dass Regulierung für Rechtssicherheit sorgt. Dieser Aspekt kann als positiv gedeutet werden, da Rechtssicherheit insbesondere die Basis für mittel- bis langfristige Investitionen ist. Auf der anderen Seite kann eine überhöhte Regulierung zu einer Verlangsamung von Innovation führen, da junge Startups sich vor hohen Hürden sehen.

 

Das könnte dich auch interessieren

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Digitales High Five
Holger Schellkopf (Chefredakteur t3n)

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder