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Porträt

Dieser Gründer will die größten Probleme der Menschheit lösen

Share-Gründer Sebastian Stricker. (Foto: Share)

Sebastian Stricker will mit seinem Social-Startup „Share“ gegen Lebensmittel-Giganten wie Nestlé antreten – und so nicht nur das Welthungerproblem lösen. Was für den Gründer spricht? Mit einer Spenden-App landete er schon einmal einen Hit.

Eine Sache muss Sebastian Stricker direkt klarstellen: „Wir werden in den ersten Jahren des Aufbaus kaum Gewinne machen“, sagt der Unternehmer über sein frisch gegründetes Startup. Zu gering seien die Margen, zu groß die Konkurrenz. Überhaupt will Stricker mit Profitabsichten am liebsten gar nicht in Verbindung gebracht werden. Es geht ihm um etwas anderes: „Ich will notleidenden Menschen helfen“, sagt er mit viel Pathos in der Stimme. „Davon gibt es auf der Welt immer noch zu viele.“

Recht geben dem 34-Jährigen zumindest die Statistiken: Laut den Vereinten Nationen haben weltweit 815 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Zwar ist die Zahl der Hungernden seit 1990 um 216 Millionen zurückgegangen, doch 2017 erstmals wieder angestiegen. Hinzu kommt: Während sauberes Wasser und Seife für die westliche Bevölkerung selbstverständlich sind, sterben in anderen Ländern jeden Tag etwa 4.000 Kinder an den Folgen unhygienischer Lebensbedingungen.

Probleme, die den Vereinten Nationen zufolge nur „mit größten internationalen Anstrengungen“ gelöst werden können. Das weiß auch Sebastian Stricker. Mit seinen drei Mitgründern Ben Unterkofler, Iris Braun und Tobias Reiner hat sich der ehemalige Unternehmensberater aus Österreich daher eine ungewöhnliche Geschäftsidee ausgedacht: Eine Lebensmittelmarke, die soziale Ungleichheit bekämpfen und unser Einkaufsverhalten im Supermarkt zum Guten verändern soll. Ihr Name: Share. „Teilen für eine bessere Welt“, wirbt das Berliner Startup auf seiner Website.

Share verleitet zum Griff ins oberste Regal

In den vergangenen Monaten hat Share ein Produktsortiment bestehend aus Mineralwässern, Müsliriegeln und veganen Seifen entwickelt, das ab heute in rund 5.000 Filialen von Rewe und DM erhältlich ist. Obwohl im Premium-Segment angesiedelt, sollen auch preisbewusste Kunden ohne langes Überlegen zu den Share-Produkten ins oberste Regal greifen. Denn im Gegenzug wirbt das Startup mit einem Versprechen: Ein Teil der Erlöse fließt direkt in soziale Hilfsprojekte.

Die Gründer von Share: Sebastian Stricker, Ben Unterkofler, Iris Braun und Tobias Reiner. (Foto: © Gene Glover)

Stricker spricht vom sogenannten „1+1“-Prinzip. „Mit jeder verkauften Flasche Wasser helfen wir einem Menschen in Not, beispielsweise durch den Bau oder die Reparatur von Brunnen“, sagt er über das Konzept. Gleiches gelte für die anderen Produkte aus dem Sortiment. Wer sich für einen der Müsliriegel entscheidet, unterstützt damit die Verteilung von Mahlzeiten bei der Berliner Tafel und der Verkauf einer Seife wiederum finanziert eine Hygiene-Schulung für bedürftige Kinder im Senegal.

Bedenken, ein Großteil der Spenden könnte wie in der Entwicklungshilfe oft üblich im Verwaltungsapparat versickern, will das Startup mit größtmöglicher Transparenz ausräumen. So ist jeder Artikel von Share mit einem individuellen Tracking-Code versehen, der Käufern auf dem Smartphone anzeigt, wo ihre Hilfe ankommt. „Fotos und kurze Texte zum unterstützten Hilfsprojekt inklusive“, sagt Stricker.

Das Vorbild kommt aus Amerika

Ein Patent auf die Idee hat der Unternehmer allerdings nicht. Stricker macht keinen Hehl daraus, dass ihn vor allem die amerikanische Schuhmarke Tom's zur Gründung inspiriert hat. Das Unternehmen spendet für jedes verkaufte Paar Schuhe einem bedürftigen Kind ebenfalls ein neues Paar. Seit seiner Gründung 2006 hat Tom's auf diese Weise mehr als 35 Million Paar Schuhe vergeben. Auch die beliebte Brillenmarke Warby Parker setzt bereits seit Jahren auf ein spendenbasiertes Geschäftsmodell. Das Prinzip ist immer dasselbe: Mit der Kaufkraft einzelner Menschen sollen die Lebensumstände ganzer Bevölkerungsteile verbessert werden.

Stricker will das Prinzip nun auch in Kontinentaleuropa salonfähig machen. Allein 50.000 Flaschen Mineralwasser sollen in der ersten Woche bis zum Internationalen Weltwassertag am 22. März sollen verkauft werden, um dadurch einen ersten Brunnen bauen zu können. Langfristig strebt Stricker sogar einen Verdrängungswettbewerb mit den Marktführern im Supermarktregal an. „Ich halte es für realistisch, dass wir irgendwann einmal fünf Prozent des Mineralwassermarkts für uns beanspruchen und mit etablierten Marken wie Nestlé oder Unilever mithalten können“, sagt er. „Das wären zwei Millionen verkaufte Flaschen am Tag.“

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