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Interview

Shippo-Gründerin: „An Amazon verkaufe ich nur unter einer Bedingung“

Shippo-Gründerin Laura Behrens Wu. (Foto: Shippo)

Sie gehört zu den deutschen Vorzeige-Gründern im Silicon Valley: Laura Behrens Wu will mit ihrem Versand-Startup Shippo niemand geringerem als Amazon Konkurrenz machen. Im Interview sagt sie, was sie von einem Übernahmeangebot des Konzerns halten würde.

Will man deutsche Unternehmer im Silicon Valley treffen, muss man nicht lange suchen. Es hat sich herumgesprochen, dass der amerikanische Gründerteamgeist hier auch für Ausländer funktioniert. Laura Behrens Wu aber sticht in gleich mehrfacher Hinsicht aus der Masse hervor: Die 26-jährige Bonnerin mit chinesischen Wurzeln ist mit ihrem Versand-Startup Shippo derart erfolgreich, dass sie im Januar sogar von Forbes in die Liste der 30 hellsten Gründerköpfe unter 30 aufgenommen wurde.

Shippo mischt das Versandgeschäft auf

Das Wirtschaftsmagazin teilt offenbar die Ansicht von Behrens Wu, wonach vor allem kleinere Onlinehändler zunehmend unter der Marktmacht von Amazon leiden. Das zeigt sich nicht zuletzt im Versandgeschäft: Weil die Paketmengen der Händler zu gering sind, erhalten sie von Logistikunternehmen keine Rabatte. Das wiederum macht es für kleine Händler sehr schwierig, Gratisversand anzubieten, den Besteller heute jedoch erwarten. Das Resultat: Wertvoller Umsatz geht verloren.

Das Shippo-Büro in San Francisco. (Foto: Florian Blaschke)

Shippo-Gründerin Behrens Wu will dieses Problem mit Technologie lösen: Ihre Software lässt sich in jeden Onlineshop integrieren und sorgt dafür, dass Händler im Checkout auf alle von Shippo gebündelten Versanddienste – zum Beispiel DHL, UPS oder Fedex – inklusive Rabatten zugreifen können. Kosteneinsparungen von bis zu fünf Euro pro Paket seien möglich, verspricht das Startup mit Sitz in San Francisco.

Die Idee finden auch Investoren spannend: Erst im Oktober gab Shippo eine Anschlussfinanzierung über 20 Millionen US-Dollar bekannt, das Geld steuerte mehrheitlich Bessemer Ventures bei, eine Beteiligungsfirma, die bereits früh in Skype und Linkedin investierte. Im Interview mit t3n.de erzählt Behrens Wu, wie der Deal zustande kam und ob sie bei allem Erfolg noch ans Scheitern ihrer Idee glaubt.

t3n.de: Laura, glaubst du noch an das Scheitern deiner Idee?

Laura Behrens Wu: Diese Frage zu verneinen, wäre fahrlässig. Mit der Finanzierungsrunde vor einigen Wochen haben wir uns zunächst einmal nur wertvolle Zeit gekauft. Eine Finanzierungsrunde bedeutet ja immer auch, dass deine Firma noch nicht profitabel arbeitet. Man experimentiert mit dem Geschäftsmodell und muss mit viel Fremdkapital auch in andere Märkte expandieren. Das Risiko des Scheiterns besteht hier zu jeder Zeit. Entscheidend ist aber, wie man als Firma damit umgeht.

t3n.de: Wie meinst du das?

Viele Gründer kommen mit der Zeit an einen Punkt, wo sie das Scheitern nicht mehr für möglich halten. Das ist wahrscheinlich der Tag, an dem es schon zu spät ist. Einer der Werte, der die Leistung meiner Mitarbeiter prägen soll, ist deshalb: We haven't won yet. Wir haben noch nicht gewonnen. Wir müssen jeden Tag ein bisschen mehr arbeiten, uns jeden Tag höhere Ziele stecken.

t3n.de: Wann habt ihr denn gewonnen? Gibt es einen Zeitplan?

Das kommt drauf an. Ich schaue mir im Moment nicht die Profitabilität der ganzen Firma an, sondern die einzelner Segmente. Hier in den USA beispielsweise erzielen wir mit unserer Versandlösung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen bereits Gewinne. Unser Anspruch ist aber, die Versandlösung Nummer eins in der gesamten Welt zu sein. Dafür müssen wir stetig neue Produkte herausbringen und in Märkte expandieren, wo man nicht auf Anhieb profitabel arbeitet.

t3n.de: Also ist noch eine weitere Finanzierungsrunde nötig?

Wir werden wahrscheinlich noch eine weitere Finanzierungsrunde aufnehmen, ja. Das wird aber sicher nicht im nächsten Jahr passieren. Die 20 Millionen Dollar aus der Finanzierung mit Bessemer Ventures reichen erstmal für ein paar Jahre.

t3n.de: Wie kam die Finanzierung überhaupt zustande? Bessemer hat ja bereits Firmen wie Skype oder Linkedin entdeckt.

Das Angebot kam von Jeremy Levine, der mit Bessemer bereits in Pinterest und Shopify investiert hat. Durch Shopify hat er viel über das Versandgeschäft gelernt und uns schon länger auf dem Zettel gehabt. Ein Investment in Shippo scheiterte aber immer an einem Interessenkonflikt, weil Shopify selbst eine Versandlösung bauen wollte. Als Shopify vergangenes Jahr an die Börse gegangen ist, gab es diesen Konflikt nicht mehr. Daraufhin hat er uns eine E-Mail geschickt und ein Angebot gemacht.

t3n.de: Und ihr habt sofort angenommen?

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