Analyse

Shopware: Das ändert sich mit Version 6

Shopware 6 wird wohl anlässlich des Community Day im Mai vorgestellt werden. (Foto: Shopware)

Shopware zählt zu den populärsten Shopsystemen im deutschsprachigen Raum. Doch der Versionssprung von 5 auf 6 könnte den Onlinehändlern einiges abverlangen. 

Shopware 6 wirft seine Schatten voraus und wir werden sicherlich anlässlich des Shopware Community Day, der Ende Mai in Duisburg stattfindet, einiges über die Neuerungen erfahren. Bisher hält sich Shopware selbst noch sehr bedeckt und kommuniziert eher zurückhaltend, was auch verständlich ist, weil vieles offenbar noch weit davon entfernt ist, final zu sein. Doch wer sich die Betaversionen ansieht, die der Playground bereitstellt, kann bereits heute einige interessante Schlüsse ziehen, die für kommende Projekte interessant sein können.

Matthias Thürling, der als CEO von Into Commerce auf Shopware-Projekte spezialisiert ist und dessen Unternehmen nach eigenen Angaben einer der Top-3-Shopware-Solution-Partner in Deutschland ist, hat sich ausführlich mit den Betaversionen befasst und uns dabei unterstützt, die wichtigsten Neuerungen und Trends zusammenzutragen. Die E-Commerce-Agentur hat mehr als hundert Shopware-Projekte verantwortet (und ist ausschließlich auf Shopware spezialisiert). Alleine schon angesichts der zahlreichen Kundenanfragen sei man stark daran interessiert, bereits jetzt die grundlegenden Veränderungen zu skizzieren.

Interessant ist zunächst einmal der Zeitrahmen, bis es zu einer flächendeckenden Implementierung von Shopware 6 kommt. „Produktiv wird man damit aus meiner Sicht gegen Ende des Jahres arbeiten können“, vermutet Thürling, der zumindest zu diesem Zeitpunkt erste Projekte unter Shopware 6 realisieren will. Bereits heute kann man anhand des Shopware-Playground bei Interesse mit einigen neuen Funktionen „spielen“ und sieht einige grundsätzliche Veränderungen in der Philosophie des Shopsystems, auch wenn die Detailfunktionen noch alles andere als fertig sind, wie man recht schnell erkennt. Insbesondere die Personalisierung und die Gestaltung von Landingpages sind bislang nach den Worten des E-Commerce-Experten nur rudimentär verfügbar.

E-Commerce wird unabhängiger vom jeweiligen Kanal

Headless E-Commerce oder frontend-unabhängiges E-Commerce sind dabei zwei wichtige Stichworte. „In Zukunft wird es somit mehr auf die Kreativität der Kunden und Agenturen ankommen, wenn wir über E-Commerce-Spielarten nachdenken: Mobile Varianten, social Varianten über die Fanpage oder andere soziale Medien, sogar automatisiertes Bezahlen von IoT-Devices, etwa wenn das Auto die Tankrechnung selbstständig zahlt – das alles zeigt, wie kanalunabhängig Shopware denkt.“ Verschwunden sind beispielsweise die gewohnten Kategoriebäume, die man dann mit Sprache und Sub-Shop verknüpft – zugunsten von Katalogen, die nur für bestimmte Ausspielungsformen vorgesehen ist. Insgesamt wirkt das Admin-Interface deutlich aufgeräumter als früher und erinnert mehr an Magento und an andere Content-Management-Systeme als bisher. Die eigenwillige Fensterlogik gehört somit der Vergangenheit an.

Ob durch diese kanalspezifische Herangehensweise individuelles Pricing nach der jeweiligen Kanalzuordnung möglich sein wird, ist noch nicht klar. Immerhin lassen sich Assets kanalspezifisch individualisieren. Dieses grundsätzlich andere Verständnis wird damit einhergehen, dass E-Commerce inhaltsspezifisch anders aufbereitet werden muss, als man das bisher kennt. „Grundsätzlich ist dabei der Shop der Dreh- und Angelpunkt, über den die jeweilige API mit ihren Erweiterungen angebunden wird.  Selbst das Frontend ist inzwischen eine API-Anbindung, die dazu führt, dass man Shopanwendungen besonders schlank gestalten kann, etwa für IoT-Geräte oder Smartwatches“, erklärt Thürling. Diese api-basierte Herangehensweise ist eine der zentralen Veränderungen.

Darüber hinaus wird der Fokus sehr viel stärker auf das Symfony-Framework gelegt. Für die Frontend-Entwicklung wird die Smarty Block-Logik durch Twig ersetzt. „Das sorgt dafür, dass sich das Design viel schneller abändern lässt, logischer aufgebaut ist und darüber hinaus auch intuitiver bearbeitet werden kann.“ Allerdings bedeutet das auch, dass bisherige Frontends vermutlich nicht mehr in der gewohnten Form unter Shopware 6 verwendet werden können. „Die Logik ist schon sehr ähnlich, aber das Template muss dennoch angepasst werden“, erklärt Matthias Thürling.

Lohnt es sich, auf Shopware 6 zu warten?

Unternehmen, die jetzt Entscheidungen über ihren Webshop treffen wollen, sollten dies allerdings dennoch zeitnah tun – es sei denn, sie planen wirklich langfristig. Bei der Zusammenarbeit mit weiteren Produkten aus dem Shopware-Ökosystem, etwa im Payment- oder Logistik-Umfeld, wird man ohnehin erst auf die entsprechenden Erweiterungen warten müssen. Wahrscheinlich werden vor allem die großen Partner zeitnah ein passendes Plugin bereitstellen wollen – selbstverständlich ist das aber nicht, dass dieses Plugin dann auch gleich fehlerfrei arbeitet.

Matthias Thürling von Into Commerce geht davon aus, dass die Shopware-5-Entwicklung noch mindestens zwei bis drei Jahre fortgeführt wird, das lehren die Erfahrungen aus dem Versionssprung von 4 auf 5. Allerdings werden Shopware 5 und 6 nicht direkt miteinander kompatibel sein, was bedeutet, dass man ein Shop-Upgrade nur mit dem höheren Aufwand betreiben kann. „Einen Update-Knopf wird es also nicht geben können und gerade bei Plugins wird man vieles neu entwickeln müssen“, so Thürling. Man sei allerdings gar nicht so traurig darüber, dass man bei bestimmten Plugins, die etwas in die Jahre gekommen sind, auf diese Weise quasi dazu gezwungen ist, diese neu aufzusetzen und von Grund auf neu zu planen. Wünschenswert wäre hier allerdings zumindest für die Artikeldatenbanken und Assets eine komfortable Importfunktion, die es den Händlern ermöglicht, auf der Basis des API-Ansatzes das Shopsystem schlank zu halten.

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3 Kommentare
Ano
Ano

„Das ändert sich mit Version 6“ — ich kann hier im Text absolut gar nichts davon erkennen…

Alles vage aussagen, welche teilweise inhaltlich definitiv nicht korrekt sind. Bitte t3n besser recherchieren :D

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Sven
Sven

Puh, schwieriger Artikel weil echt nicht gut recherchiert. t3n, was ist mit Euch los?!

Was hier geschrieben wird ist nichts außer Code lesen. Und irgendwie wirkt das auf mich auch so, als hätte intoCommerce wenig Ahnung davon, wie das Produkt wirklich funktioniert. Denn seit es Shopware 5 gibt, gibts für Shopware 4 nur noch Security Updates. Bin gespannt wie das mit Shopware 6 wird, man kann nur hoffen… Aber dass es neue Features für 4.x gab, ist einfach falsch.

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Monika
Monika

Passendere Überschrift wäre eher „Wir stellen Into Commerce vor“ – sorry aber das war nix liebes t3n!

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