Interview

Denken wie ein Unternehmer: Diese Skills solltest du in der digitalen Ära mitbringen

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t3n.de: Wie kann man das ändern?

Wir benötigen Technologieexperten, die die rechtlichen und gesellschaftlichen Implikationen ihrer Arbeit verstehen. Gleichzeitig benötigen wir Leute auf der Seite der Legislatur, die Technologien verstehen. Wir bei EIT Digital adressieren bereits den ersten Teil. Letzteres sollte jedoch auch Teil der jeweiligen Ausbildung sein.

t3n.de: Welche Rolle spielt Cybersicherheit dabei?

Der heutige Druck auf Cybersicherheit und die Relevanz für die Cloud machen Security, Privacy und Cloud Computing zu sehr wichtigen Aufgabenbereichen, die jeder Ingenieur und jedes Unternehmen beherrschen müssen. Überlegungen zur Sicherheit (und Privatsphäre) müssen deshalb in sämtlichen Prozessen vonstattengehen. Security-by-design und Privacy-by-design sind essentiell für eine sichere Zukunft. Es macht keinen Sinn, sich den Kopf über Sicherheitslücken in Produkten zu zerbrechen, die bereits auf dem Markt sind. Produktdesigner müssen schon über Lösungen nachdenken, bevor Produkte auf den Markt kommen.

t3n.de: Sie haben das Thema Sicherheit angesprochen. Gab es jemals eine derartige wirtschaftliche (!) Entwicklung wie die Digitalisierung, in der man Angst um seine Sicherheit hatte?

Ja. Die Massenproduktion sah das Ende von Industrie 1.0 in den 1920er-Jahren. Damals hieß es „Auf Wiedersehen“ zu Schmieden und Metallgießereien. Elektronische Geräte ersetzten mechanische Geräte in den 1980er-Jahren – „auf Wiedersehen“ zu Schreibmaschinen und Produkten der Industrie 2.0. Nun sehen wir das Ende von Industrie 3.0. Es wird Massenarbeitslosigkeit verursachen, Industrien werden verschwinden.

t3n.de: Zum Beispiel?

Das Privatkundengeschäft in Bankfilialen ist bereits unter enormem Druck durch Innovationen. Im Logistik- und Warenlagerbereich werden bereits autonome Systeme eingeführt. Auch im Transportsektor wird es bald Veränderungen geben. Fahrer werden durch autonome Fahrzeuge ersetzt – große Hersteller wie Daimler und MAN arbeiten längst daran.

t3n.de: Haben Sie rosigere Aussichten?

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das trifft auch auf Unternehmen zu, die von der Digitalisierung betroffen sind. Wenn sie ihre Geschäftsmodelle stets durch Innovationen verbessern und anpassen, und diese durch Technologie erleichtern, garantiert das mindestens ein Überleben, wenn nicht sogar einen wirtschaftlichen Aufschwung. Nicht zuletzt sollte die Digitalisierung aber nicht unternehmerische Werte unterwandern. Denn unsere Werte zählen, ganz egal in welcher wirtschaftlichen Veränderung wir uns gerade befinden.

t3n.de: Herr Hartigan, vielen Dank für das Gespräch.

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Ein Kommentar
Holger

Guter Artikel, allerdings fehlen mir zu viele „traditionelle“ Soft Skills, siehe https://www.profilanalysen.de/karriere-mit-soft-skills/ (insbesondere Offenheit für Neues) und auch Hard-Skills in einer sich rasant ändernderden Welt wie z.B. Methodenkompetenz im Projektmanagement inkl. iteratives Vorgehen und rollierende Planung / Durchführung.

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