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Porträt

Nicht von Apple: Diesen Smart Mirror haben Schüler aus Deutschland gebaut

So sieht der Smart Mirror von Revelc aus. (Foto: © Revelc)

Ein Schüler-Startup aus Rheinland-Pfalz hat einen Smart Mirror mit raffinierten Features entwickelt. Was die Zielgruppe des Gadgets anbelangt, denken die Schüler außerordentlich groß. Ein Cebit-Bericht.

Er sieht aus wie eine Erfindung aus dem Silicon Valley: Der holzumrahmte Smart Mirror von Revelc zeigt Nutzern die aktuellen Schlagzeilen an, informiert über die Regenwahrscheinlichkeit, erinnert an den nächsten Termin und verrät auch, an welcher Tankstelle es noch günstigen Sprit gibt. Sogar eine persönliche Nachricht kann dem Partner auf dem Spiegel hinterlassen werden.

Entstanden ist das raffinierte Gadget aber nicht in den Tech-Laboratorien von Apple oder Google – sondern am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Kaiserslautern. 16 Schüler haben hier im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministeriums unterstützten Projekts „Junior“ mit Revelc ein eigenes Startup gegründet.

Smart Mirror setzt auf Raspberry Pi

Die Idee für den smarten Spiegel ergab sich aus dem Gedanken an eine typische Alltagssituation. „Jeder Mensch verbringt pro Tag durchschnittlich 30 Minuten vor dem Spiegel. Dieses Potenzial wollten wir nutzen“, sagt Simon Endres, Mitgründer und sowas wie der selbsternannte CEO der Schülerfirma. Auf der Cebit in Hannover präsentiert Revelc seinen smarten Spiegel erstmals der Öffentlichkeit. Das Team gehört zu den jüngsten Ausstellern der Digitalisierungsmesse.

Smart-Mirror: Die Gründer der Schüler-Firma auf der Cebit. (Foto: t3n.de)

Um ihre Idee in die Wirklichkeit umzusetzen, haben sich die Schüler den Fortschritt in der Mikroelektronik zu Nutze gemacht. So werkelt im Innern des Spiegels ein Raspberry-Pi 3 mit einem 1,3-Gigahertz-Vierkern-Prozessor und einem Gigabyte Arbeitsspeicher. Für die Lieferungen der Spiegelflächen wurde ein Vertrag mit einem mittelständischen Glashersteller aus Bochum geschlossen.

Der Mehrwert entsteht letztlich aber erst durch die Software im Hintergrund. Endres und seine Mitschüler setzen dafür auf die quelloffene Magic-Mirror-Software, wodurch der Spiegel wie bei einem Baukasten um verschiedene Funktionsmodule erweitert werden kann. Neben Datum und Uhrzeit können Nutzer so etwa auch die Speisekarte von Restaurants abrufen.

Allerdings ist das Gadget bisher ein teurer Spaß. Circa 850 Euro verlangen die Schüler für einen Spiegel. Produziert werde individuell auf Anfrage, der Zusammenbau erfolgt in einem extra dafür ausgewiesenen Raum am Albert-Schweitzer-Gymnasium. „Bisher haben wir bereits einen Spiegel an eine Privatperson verkauft“, sagt Simon Endres. Das sei zwar noch nicht viel, aber auch gar nicht das größte Interesse der Schülerfirma.

Schüler träumen von H&M als Kunden

Während ihrer Marktrecherchen kamen die Schüler nämlich zu der Erkenntnis, dass der smarte Spiegel in erster Linie nicht nur für Privatpersonen interessant ist. Simon Endres und seine Mitschüler wollen vor allem Unternehmen in der Offline-Welt ansprechen, die ihre Werbung effizienter gestalten möchten.

Denn: „Printwerbung auf Plakaten ist veraltet, kann nicht oft verändert werden und zeigt meistens nur eine Information über mehrere Wochen an“, sagt Endres. Mit dem softwaregestützten Spiegel von Revelc könne sich das ändern. Vorstellbar sei beispielsweise ein flächendeckender Einsatz der Spiegel in sanitären Anlagen von Hotels, Einkaufszentren oder größeren Ladengeschäften. „Händler wie H&M könnten dann abhängig von der Tageszeit individuelle Sonderangebote für Kunden ausspielen“, so Endres.

Noch steht das Projekt aber am Anfang. „Wir sind gerade erst dabei, einen richtigen Businessplan auszuarbeiten“, sagt Endres. Neben Händlern hätten aber bereits  erste Hotels und Restaurants Interesse signalisiert. Eines ist jetzt schon klar: Auch nach ihrem Abschluss wollen die Schüler weiter an ihrem Startup arbeiten.

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11 Reaktionen
phynixx5

Das ist eine absolute Frechheit, Michael Teeuw hat den erfunden,. Ich habe den schon vor 2 Jahren gebaut, mit noch mehr Funktionen! Einfach mies sich da die Krone aufzusetzen!!!

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André Geißler

Hallo phynixx5, ich weiß ja nicht ob Sie die Schüler meinen oder meinen Kommentar oder uns beide...?!? ... Was mich angeht kann ich Ihnen erwidern, dass es mir absolut fern liegt mir irgendeine Krone aufzusetzen, noch dass ich Michael irgendetwas streitig machen oder gar wegnehmen wollte, ganz bestimmt nicht... und seien Sie Versichert, Michael auch nicht... Denn: An seiner uneingeschränkten Urheberschaft des Magic Mirror gibt es ja nix zu rütteln und niemand bestreitet dies wirklich ernsthaft. Bitte beachten Sie bei Ihrer Beurteilung bitte ferner, dass das Magic Mirror Projekt von Michael unter MIT Lizenzen steht. Damit sollte jede weitere Diskussion über Sinn, Unsinn, Verwendung, Features, usw., von welchem Magic Mirror Projekt und von wem auch immer auf diesem Planten, Geschichte sein. Sehen Sie es mir bitte nach, jedoch musste soviel "Klugscheiß" von mir zu Ihrem Kommentar jetzt dann doch sein... Grüßle und schönen Tag noch, A.G.

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André Geißler

Tolle Sache! Glückwunsch an die Macher! Wir arbeiten ebenfalls an unserem @Magirror und haben den Businessplan schon hinter uns und sind in der Phase der "Zulassung" (Stichwort CE, EMV, usw.). Zudem weist unser Projekt eine breitere Basis der Möglichkeiten auf. ;o) Beste Grüße an alle Maker: & die die es evtl. noch werden wollen... ;o) ... an alle Anderen natürlich auch! André Geißler

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RvdW

Schönes Projekt und ambitionierte Ziele, aber H&M testet bereits mit Spiegeldisplays: https://vimeo.com/265390369

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Micha

*gähn* das doch ein alter Hut! Seit Jahren kursieren quelloffene Projekte wie dieses im Netz umher. Das magicmirror2 ist, meiner Ansicht, der Leader darin. Das magicmirror2 Projekt hatte ich in 2016 umgesetzt. Bildschirm kostenlos aus den örtlichen Kleinanzeigen, den Pi 2 hatte ich mal gekauft, schwedischer Bilderrahmen für ein Appel und Ei, ordentliche Spiegelfolie, ein paar Kleinteile und ein bisschen handwerkliches Geschick. Das waren unter dem Strich keine 150 Euro. Die Bauzeit betrug vielleicht ein Tag.
Zu deren Endpreis *hust* das aber schon Highclass und hoffe für das Startup auf regen Umsatz. Haut rein und viel Spaß.

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Jon M.

Für mich sieht es nach mirr.OS os aus.

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Pascal K.

Den Spiegel mit einem Ras-Pi habt ihr doch selbst schon vor Jahren vorgestellt: https://t3n.de/news/raspberry-pi-projekte-434138/

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Kurt Paulus

Die Idee des "Smart Mirror" ist schon ein paar Jahre alt und wohl kaum eine eigene von "Revelc". Die angeblichen "Erfinder" haben das Konzept schlicht geklaut.

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Jeremias A.

Für mich sieht der Screenshot auf dderen Website auch vom UI sehr sehr stark nach https://magicmirror.builders/ aus.

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Daniel Hüfner

Hallo Ihr Lieben,

ihr habt völlig recht. Die Schüler nutzen für den Betrieb des Spiegels tatsächlich die Magic-Mirror-Software, wenn auch auf eigene Module hinangepasst. Ich habe das im Artikel abgeändert. Danke für Eure Hinweise! Mein Fehler. ;-)

Beste Grüße von der Cebit

Daniel

Michael

Ja, sieht tatsächlich ein wenig aus wie magicmirror2.
Ich hab das Ding vor einiger Zeit selbst nachgebaut, mein Spiegel kommt aber inkl. Monitor und Spiegelglas auf etwa 250 EUR. Das ist doch eine ganz schöne Ecke billiger als das "Revelc"-Teil :-D
Oder kann das noch etwas ganz tolles und inovatives, dass alle anderen Open Source Projekte noch nciht auf dem Schirm hatten?

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