Social-Media-Marketing 2025: Diese Fragen müssen sich Marketer stellen

Die Content-Flut nimmt zu, Marken müssen sich daher umso mehr anstrengen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. (Foto: Gorodenkoff / Shutterstock)
Was ist beim Social-Media-Marketing 2025 angesagt und was müssen Marketer vermeiden? Darüber hat Ann-Katrin Schmitz, Expertin auf dem Gebiet, auf ihrer Baby-got-Business-Konferenz 2025 gesprochen. Unternehmen müssen sich demnach zehn Fragen stellen, um erfolgreich auf den sozialen Netzen zu sein. Wir haben sie für euch zusammengefasst.
Generell sieht Schmitz gerade in der Videobearbeitung die großen Chancen, Aufmerksamkeit zu generieren: „Kluges und kreatives Editing ist mittlerweile alles“, so Schmitz. Die alte Formel, dass die ersten drei Sekunden die entscheidenden sind, bleibt gültig. Zudem wird, durch den Wandel vom Social- zum Content-Graph die Anzahl der Follower:innen immer irrelevanter. Stattdessen geht es darum, dass Nutzer:innen den Content teilen.
Die vier Content-Fragen:
- Basiert der Content auf Konsumentendaten?
- Ist der Content entweder unterhaltsam, informativ oder relatable, also passend zur persönlichen Realität der Zielgruppe ist?
- Investiere ich genügend in die organische Reichweite und den Aufbau meiner Social-Media-Markenwelt?
- Finde ich dort statt, wo mich meine Zielgruppe sucht?
Unternehmen müssen sich bewusst sein, wen sie über welchen Kanal erreichen möchten. Sie müssen die Werte und Interessen der Zielgruppe dort kennen. Gleichzeitig sollten sie, um die verschiedenen Menschen zu erreichen, bei allen Plattformen vertreten sein. Der Grund: Junge Menschen, besonders Gen Z, suchen nicht mehr bei Google nach den Produkten; sondern auf Tiktok und diversen anderen Social-Media-Plattformen, wie Reddit. „Das heißt nicht, dass ihr sie intensiv bespielen müsst, aber ihr solltet das Vakuum um eure Brand dort nicht freilassen“, rät Schmitz.
Dazu empfiehlt sie, den Fokus auf den Aufbau einer organischen Reichweite zu legen. Statt das Budget mehrheitlich für Ads auszugeben, sollte es in nicht gesponserten Content laufen. Aus ihrer Sicht lässt sich mit dem „branded Entertainment“ am besten auf die Content-Flut reagieren: Marken müssen sich möglichst umfangreich und nahbar präsentieren, um Kund:innen zu binden.
Die drei Fragen für die Influencer-Zusammenarbeit:
- Sind es die richtigen Influencer, mit denen wir zusammenarbeiten?
- Kommunizieren wir auf unserem eigenen Account Zielgruppen-gerecht?
- Werten wir das Feedback von Influencern aus?
„Gen Z und Gen Alpha legen immer weniger Wert auf das sogenannte Face Value“, sagt Schmitz. In dieser Zielgruppe verliert demzufolge die Zusammenarbeit mit Influencern sowie das Thema Authentizität etwas an Relevanz. Dafür ist die Quantität umso wichtiger: Die Marke und ihre Produkte müssen immer wieder sichtbar sein. Bei älteren Personen sind Brand-Faces, Personen, die die Marke nach außen präsentieren, dafür nach wie vor recht wichtig. Unternehmen müssen das bei ihrer Zielgruppenansprache bedenken.
Bei der Zusammenarbeit mit Influencern müssen Unternehmen somit schauen, ob die Frequenz der Postings ausreichend ist oder die Person die Marke wirklich repräsentiert. Wichtig sei auch, für Feedback zum Produkt Influencer einzubinden. Kund:innen wenden sich mittlerweile via Social Media direkt an die Creator, die damit wertvolle Informationen erhalten. Unternehmen sollten sie gezielt abfragen.
Bis es so weit ist, müssen Unternehmen aber erst mit den passenden Influencern in Kontakt kommen. Die warten allerdings nicht unbedingt auf die Firmen. Der Markt, gerade im Beauty- und Lifestylebereich, ist überschwemmt, Marken gehen unter. Wer Influencer für Kooperationen anfragt, sollte daher auf passende Briefings achten und einen gepflegten Brand-Channel auf der Social-Media-Plattform haben, die für den Influencer relevant ist. „Für sie ist es wichtig, sich damit zu identifizieren“, beschreibt Schmitz. Marken sollten eher auf langfristige Partnerschaften setzen. Fühlt sich der Influencer mit der Marke verbunden, stärkt das die Kooperation.
Drei Fragen: Wie gehe ich mit meiner Zielgruppe um?
- Was ist der früheste Touchpoint?
- Wie sorge ich für meinen Kult und wer ist mein Inner Circle?
- Wer sind meine Brand-Faces?
Marken können von Luxusbrands lernen, denn die sind gut darin, eine Branderfahrung aufzubauen. „Ich bin überzeugt, nächstes Jahr müssen Kunden wie Influencer behandelt werden“, sagt Schmitz. Die Teilnahme an einem exklusiven Launchevent kann etwa verlost werden, damit lässt sich auch das Engagement anregen. Der Content, den Kunden auf so einer Veranstaltung erstellen, kann wiederum für den eigenen Kanal verwendet werden. Das bringt mit wenig Aufwand neues Material und stärkt die Bindung an die Marke. Laut Schmitz sollen Unternehmen nicht mehr mit der „Coming-soon”-Strategie arbeiten. Statt Kunden nur ein Datum zu geben, sollten sie über den gesamten Weg mitgenommen werden, bestenfalls schon bei der Produktentwicklung.
Wer Nutzer:innen binden will, muss auf Storytelling setzen. Worauf Unternehmen dabei achten müssen, erzählt Katrin Kolossa, CEO von Sapera Studios, als Expertin für das professionelle Geschichten erzählen:
Als „Super-Marketing-Instrument“ sieht Schmitz den Whatsapp-Channel. Darüber würde auch die individuelle Kundenkommunikation funktionieren: Jeder, der neu dazukommt, bekommt etwa ein Begrüßungsvideo. Das Tool hilft, den Inner Circle zu erstellen. Bestenfalls entsteht mit der intensiven Kundenbindung ein dauerhafter Kultstatus. Schmitz vergleicht das mit dem Hype um die Personal Brand Taylor Swift: Sie hat einen solchen Kult erschaffen.