Ratgeber

So stellst du deinen Bürostuhl richtig ein

Auch wenn er tiefentspannt wirkt, eine gesunde Sitzhaltung hat der Mann nicht. (Foto: Shutterstock)

Neben der Lieblingskollegin der zweitwichtigste Begleiter am Arbeitsplatz: der Bürostuhl. Aber wie stellt man ihn richtig ein?

„Sitzen ist das neue Rauchen“ – was fast schon zum geflügelten Wort geworden ist, sollte trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade Digitalarbeiter im Arbeitsalltag eindeutig zu viel sitzen.

Wer Glück hat, wird vom Arbeitgeber mit einem verstellbaren Tisch ausgestattet oder leistet sich selbst einen, um zur Entlastung der Gelenke in regelmäßigen Abständen im Stehen zu arbeiten. Aber auch die, die keinen Stehtisch zur Verfügung haben, müssen nicht verzweifeln. Ein korrekt eingestellter Bürostuhl trägt nämlich auch dazu bei, dass die Schreibtischarbeit keine bleibenden Schäden hinterlässt.

In 5 Schritten zu gesünderem Sitzen

Praktischerweise ist es gar nicht so kompliziert, den Bürostuhl richtig einzustellen:

  1. Die Fußsohlen berühren den Boden
    Der gesamte Fuß – also nicht nur die Zehenspitzen – sollte bequem auf dem Boden stehen. So wird die Rückenmuskulatur entlastet und kann sich entspannen.
  2. Abstand zwischen den Kniekehlen und der Stuhlkante
    Etwa drei Fingerbreit Abstand sollten zwischen den Kniekehlen und der Vorderkante des Stuhls liegen – drückt die Kante zu lange in die Kniekehlen, kann es zu Durchblutungsstörungen kommen.
  3. Die Rückenlehne richtig einstellen
    Um den Rücken optimal zu stützen, hat die Lehne eine Kippfunktion und geht mit, wenn man sich zurücklehnt. In jedem Fall sollte die Rückenlehne aber im unteren Bereich eine Wölbung, die sogenannte Lordosenstütze, haben. Perfekt eingestellt ist die Rückenlehne, wenn die Lordosenstütze auf Höhe der Gürtellinie liegt.
    Zusätzlich sollte der obere Beckenbereich Kontakt zur Lehne haben. Ist das nur möglich, wenn die Kniekehlen die Stuhlkante berühren, ist die Sitzfläche zu groß. Bei einigen Stühlen lässt sich die Sitztiefe dahingehend anpassen.
  4. Neigung der Sitzfläche
    Die Sitzfläche sollte leicht nach vorne geneigt sein; so sitzt man automatisch gerader und die Wirbelsäule wird aufgerichtet.
  5. Rechter Winkel zwischen Ober- und Unterarmen
    Sitzt man nun gerade am Schreibtisch und legt die Unterarme ab, sollte der Winkel zwischen Unter- und Oberarm 90 Grad betragen – ohne dafür die Schultern heben zu müssen.
    Ist das nur möglich, wenn die Füße den Boden nicht berühren, ist der Tisch zu hoch. Wer keinen höhenverstellbaren Schreibtisch zur Verfügung hat, kann hier eine Fußbank einsetzen – der Schreibtischstuhl wird dann so hoch eingestellt, dass Ober- und Unterarme einen rechten Winkel bilden, und die Fußstütze verhindert, dass die Füße in der Luft baumeln.
    Sind auch die Armlehnen des Stuhls höhenverstellbar, so sollten auch sie den rechten Winkel zwischen Ober- und Unterarm unterstützen.

Der ideale Bürostuhl verfügt über folgende Eigenschaften:

  • Fünfsternfuß mit zum Fußbodenbelag passenden Rollen,
  • Mindestgewicht von 15 Kilogramm,
  • Höhenverstellbare Sitzfläche,
  • Neigbarer Sitz,
  • Höhenverstellbare Armlehnen,
  • Verstellbare Rückenlehne mit Kippfunktion.

Alternativen zum Bürostuhl

Auch wenn er nicht mehr das Trendteil schlechthin ist, sieht man den Sitzball doch noch in vielen Büros. Mit ihm ist das sogenannte dynamische Sitzen, bei dem Belastungszonen durch häufige Haltungsveränderungen vermieden werden sollen, problemlos möglich. Allerdings sind Sitzbälle nicht höhenverstellbar, und wer zu Schusseligkeit neigt, kippt womöglich auch mal um.

Sattelhocker vereinen die Höhenverstellbarkeit von Bürostühlen mit den dynamischen Eigenschaften der Sitzbälle. Wer Probleme mit der Bandscheibe oder allgemein Rückenschmerzen hat, könnte hier Linderung erfahren.

Wir haben es eingangs schon erwähnt: Im Idealfall ist der Schreibtisch höhenverstellbar, sodass man immer wieder die Haltung wechseln und eine Zeit lang im Stehen arbeiten kann. Inzwischen gibt es sogar spezielle Matten, die ein rückenfreundlicheres Stehen ermöglichen sollen. Durch das weiche Material wird der Körper wie beim Sitzball zu einer dynamischen Haltung gezwungen.

Move it!

Egal, wofür man sich entscheidet oder was der Arbeitgeber zur Verfügung stellt: Am wichtigsten ist, sich regelmäßig zu bewegen. Und wenn es nur der Gang zur Toilette oder in die Kaffeeküche ist.

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3 Kommentare
Michael Weber
Michael Weber

Das Thema Sitzball ist etwas schwierig, da der Gebrauch zu einigen unschönen Unfällen geführt hat ist er in einigen Betrieben von der Berufsgenossenschaft verboten worden (Aussage unseres Sicherheitsbeauftragten).

Antworten
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…Ich persönlich kann jedem der dauerhaft mit Computer zu tun hat, nur folgende Anschaffung ans Herz legen (sofern man vor hat seine Tätigkeit über mehrere Jahrzehnte ohne Probleme des Bewegungsapparates auszuüben ):
– höhenverstellbarer Schreibtisch (ohne Motor, inkl. Tischplatte min. ca. € 450)
– Laufband (minimale Kosten ~ €500, Stichwort „Office-Laufband“ = langsame Geschwindigkeiten)
– stinknormaler Bürodrehstuhl (Laborstuhl, erfüllt alle wesentlichen Merkmale)
– öfter auch mal theoretisch arbeiten, ganz ohne Computer, im Optimalfall weit weg von jeglicher Zivilisation (z.B. im Wald oder Park, sofern verfügbar) !

Diese Investition spart viele tausend Euro Arztkosten und damit kann man in kürzester Zeit zwischen stehen, gehen und sitzen wechseln.
Abgesehen davon kommen einem beim Gehen andere Gedanken/Eingebungen als in sitzender Haltung, was einen unterm Strich produktiver macht!

Antworten

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