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Trotz Stephen Hawkings Warnung: Wissenschaftler wollen Position der Erde an Außerirdische senden

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in einer multinationalen Arbeit eine Radiobotschaft entworfen, die in den Weltraum gesendet werden soll. Sie hoffen, dass Außerirdische diese Botschaft empfangen können.

3 Min. Lesezeit
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FAST: Das größte Radioteleskop der Welt in China. (Foto: Rodrigo con la G, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)

Die neue Radiobotschaft ist im Wesentlichen eine aktualisierte Version der berühmten Arecibo-Botschaft aus dem Jahr 1974. Die vom Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico ausgestrahlte Botschaft bestand aus 1.679 Bits, die in 73 Zeilen mit 23 Zeichen angeordnet waren und in der Form von Einsen und Nullen – also als Binärcode – übertragen wurde.

BITG-Botschaft verrät Position der Erde

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Würde die Nachricht dekodiert, würde sie eine visuelle Darstellung bilden, die aus einer Strichzeichnung eines Menschen sowie aus schematischen Abbildungen unseres Sonnensystems, der menschlichen DNA und des Arecibo-Teleskops besteht. Nun haben Forschende eine verbesserte Nachricht entwickelt.

Diese sogenannte BITG-Botschaft (Beacon in the Galaxy) enthält mehr Informationen über grundlegende mathematische und wissenschaftliche Zusammenhänge als die Arecibo-Botschaft und sollte von Lebensformen mit zumindest menschenähnlicher Intelligenz universell verstanden werden. Laut Matthew Chong von der Universität Cambridge besteht der Hauptteil der neuen BITG-Botschaft aus einer „Reihe von grafischen Informationen in Form von Bildern und speziellen ‚Alphabeten‘ zur Darstellung von Zahlen, Elementen, DNA, Land, Ozean und Mensch usw., beginnend mit einer künstlichen Kopf- und Fußzeile, die aus Primzahlen besteht.“ Zudem enthält sie eine Gruppe „kosmischer Orientierungspunkte“, die die Position der Erde innerhalb der Milchstraßengalaxie anzeigen. Das berichtet Newsweek.

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Botschaft soll vorerst nicht gesendet werden

Vorerst beabsichtigen die Forschenden nicht, die Botschaft selbst zu senden. Sie schlagen aber vor, dass sie eines Tages vom „Five Hundred Meter Aperture Spherical Radio Telescope“ (FAST) in China und dem Allen-Telescope-Array (früher auch Ein-Hektar-Teleskop) des SETI-Instituts in Nordkalifornien gesendet werden könnte.

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Das FAST – auch bekannt unter dem Spitznamen Tianyan – ist ein Radioteleskop der Nationalen Astronomischen Observatorien der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in der Großgemeinde Kedu im Kreis Pingtang der Provinz Guizhou im Südwesten Chinas. Mit rund 520 Metern Hauptspiegeldurchmesser ist es das weltweit größte Radioteleskop.

In der Wissenschaft besteht allerdings keine Übereinstimmung darüber, ob es eine gute Idee ist, aktiv Kontakt zu Außerirdischen zu suchen.

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Stephen Hawking hat stets vor Kontaktaufnahmen gewarnt

Der berühmteste Kritiker dieser Versuche dürfte wohl der inzwischen verstorbene Physikprofessor Stephen Hawking ein. Er hatte sich mehrfach besorgt darüber geäußert, dass Menschen in die Weiten des Weltraums hinausrufen und Kontakt zu Außerirdischen aufnehmen könnten. Er schlug stattdessen vor, sich auf das Lauschen zu begrenzen, um festzustellen, ob es außerirdisches Leben gibt.

Den aktiven Kontakt scheute er bis zuletzt. Immerhin sei nicht sicher davon auszugehen, dass Außerirdische freundlich auf die Erdbevölkerung zugehen würden, gar er zu bedenken. „Wenn man sich die Geschichte anschaut, war der Kontakt zwischen Menschen und weniger intelligenten Organismen aus deren Sicht oft katastrophal, und Begegnungen zwischen Zivilisationen mit fortgeschrittenen und primitiven Technologien sind für die weniger fortgeschrittenen schlecht ausgegangen“, sagte er. So könnten Außerirdische weitaus mächtiger sein als wir und „uns vielleicht nicht als wertvoller ansehen als wir Bakterien“.

Die Forscherin Jamilah Hah, die am BITG-Projekt beteiligt ist, sieht das ganz anders. Sie ist überzeugt, dass die Vorteile einer Kontaktaufnahme mit Außerirdischen die möglichen Risiken überwiegen und sagt:

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„Stephen Hawkings Zitat ist absolut inspirierend, und meine persönliche Schlussfolgerung war, dass jede Spezies, die in der Lage ist, unsere Botschaft zu verstehen und zu interpretieren, wahrscheinlich genauso intelligent, wenn nicht sogar noch intelligenter und misstrauischer gegenüber unserer Existenz sein wird. Solange der Kontakt mit einem klaren Zeichen des Friedens aufgenommen wird, kann man also davon ausgehen, dass die hoffnungsvollen Möglichkeiten und Entdeckungen, die mit der Kommunikation einhergehen, das Risiko überwiegen.“

Die Menschheit wird es vielleicht irgendwann herausfinden. Hoffentlich behält Hawkings mit seinen Befürchtungen dann nicht Recht. Der Entwurf (PDF) der vorgeschlagenen BITG-Botschaft wurde in diesem Jahr im Preprint-Archiv arXiv veröffentlicht.

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2 Kommentare
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John Doe

So ein Schwachsinn. Wischenschaftlerin aber nichts aus der Vergangenheit gelernt und alles nur so ausgelegt das es fuer Ihre Gruende gut da steht.

Es gibt so viele Faelle in der Geschichte in der es immer, aber auch wirklich immer schlecht aus ging, fuer die Zivilisation die nicht so weit entwickelt war. War sie wiederrum etwas entwickelt, haben die deutlich weiter entwickelten Nationen diese um Jahrzente wenn nicht sogar um Jahrhunderte ausgebremst.

Sie verwechselt das mit Menschlichkeit, also so Dinge passiert sind, wie der wiederaufbau Deutschland mit der Hilfe der anderen Nationen. Menschlichkeit kann man aber nicht von nicht menschlichen Wesen nicht erwarten oder erhoffen.

Ich sehe das wie Hawking. Wir sollten uns auf das lauschen beschraenken und falls wir mal etwas finden das so weit oder nur etwas weiter entwickelt ist als wir, dann gezielt Kontakt aufnehmen und nicht alles und jeden auf uns aufmerksam machen.

Ausserdem ist es eine Frechheit solche Dinge ohne International Zu-/Abstimmung zu machen. Hier geht es nicht um einen Kontinent, sondern um die Erde und alle Lebewesen auf ihr.

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Janix

Die chinesische SF-Bestsellertrilogie „Drei Sonnen“ (Leseempfehlung) listet die Argumente sehr gut auf – Kurzfassung: das ist in einer so unbekannten Situation potenziell sui’idal.

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