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Telegram: Apple verlangt Sperrung belarussischer Chat-Gruppen

Massenproteste in Minsk nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August. (Foto: Hairem / Shutterstock.com)

Lesezeit: 1 Min.
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In Belarus veröffentlichen Regierungsgegner persönliche Daten von Strafverfolgungsbeamten auf Telegram. Jetzt fordert Apple die Schließung dieser Chatgruppen.

Apple fordert den Messaging-Dienst Telegram zur Sperrung von drei Chatgruppen aus Belarus auf. Das berichtet Telegram-Gründer Pawel Durow. Die Gruppen werden von Regierungsgegnern dazu genutzt, um Adressen und andere persönliche Informationen von Polizeimitarbeitern des autoritär regierten Staates zu veröffentlichen. Laut Durow fürchtet Apple, die in den Gruppen geteilten Informationen könnten zu Gewaltakten führen.

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„Ich denke, die Situation ist nicht schwarz oder weiß, und ich würde die Kanäle lieber bestehen lassen, doch üblicherweise lässt Apple Anwendungen wie Telegram in solchen Situationen keine große Wahl“, erklärt Durow. Am Ende werde es, so Durow, wohl darauf hinauslaufen, dass Telegram die betroffenen Gruppen in der iOS-App von Telegram sperrt, während sie unter Android weiterhin erreichbar bleiben.

Seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August 2020 kommt es in Belarus immer wieder zu Massenprotesten. Die Behörden des seit 26 Jahren von Präsident Aljaksandr Lukaschenka diktatorisch regierten Staates gehen seitdem immer wieder gegen Demonstranten und Journalisten vor. Die Polizeikräfte agieren dabei überwiegend vermummt. Darauf wiederum reagieren oppositionelle Gruppen unter anderem dadurch, dass sie die Ordnungshüter in den jetzt von der Sperrung bedrohten Telegram-Gruppen enttarnen.

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Telegram-Gründer hatte Apple bereits in der Vergangenheit kritisiert

Schon Ende Juli 2020 hatte Durow in einem längeren Beitrag auf Telegram kritisiert, dass Apple 30 Prozent aller Umsätze, die im App-Store generiert werden, einbehalte. „Viele Apps wären in einer Welt ohne die 30-prozentige Provision an Apple profitabel gewesen, aber die Tatsache, dass sie gezwungen sind, 30 Prozent ihrer Einnahmen an Apple abzutreten, macht sie unrentabel“, erklärte Durow. Außerdem führe die Abgabe zu mehr Werbung, da die Anbieter auf zusätzliche Einnahmen angewiesen seien.

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