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Tesla-Reparatur: Vertragswerkstatt fordert 16.000 Dollar – freie Werkstatt macht’s für 700

Ein Tesla-Fahrer staunte, als die Vertragswerkstatt Reparaturkosten veranschlagte, die dem halben Autowert entsprachen. Eine unabhängige Werkstatt erledigte die Reparatur für einen Bruchteil. Jetzt drohen dem Besitzer des Autos Sanktionen seitens des Herstellers.

2 Min. Lesezeit
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Diesen Tesla reparierte eine freie Werkstatt für 700 Dollar. Die Vertragswerkstatt wollte den Schaden für 16.000 Dollar beheben. (Foto: Electrified Garage)

Originalteile und Vertragswerkstätten stehen im Ruf, teuer zu sein – in diesem Fall, der sich in Palm Beach (Florida, USA) ereignete, sogar sehr teuer. Ein Leasingnehmer eines Tesla Model 3 fuhr über Straßenschutt und beschädigte dabei das Kühlsystem des Akkupacks. Das Tesla-Servicecenter befand, der Akku müsse komplett getauscht werden – Kostenpunkt: rund 16.000 US-Dollar. Die zweite Hiobsbotschaft lautete, dass die Kaskoversicherung keine Schäden durch Straßenschutt abdecke. Der Besitzer sollte die Kosten also privat tragen. Er machte sich daraufhin auf die Suche nach einem alternativen Weg und fand die freie Werkstatt „Electrified Garage“. Sie löste das Problem mit einem Messingfitting und berechnete gerade einmal 700 Dollar.

Kühlmittelleitung in Akkupaket eingegossen

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Unter dem Model 3 verläuft eine Kühlmittelleitung, die fest in dem Akku-Boden integriert ist. Ein Anschlussnippel verbindet die Leitung mit dem Akkupack. Dieser Nippel riss durch herumfliegende Steine, sodass Kühlmittel aus dem System floss. Die Tesla-Werkstatt gab an, das Teil sei in die Außenhülle eingegossen und das Akkupaket könne in einem Standard-Servicecenter nicht gewartet werden. Also müsse sie das komplette Paket gegen ein neues tauschen.

Der Schaden trat in einem Verbindungsstück auf, das die Mechaniker mit einem Messingfitting ersetzten. (Screenshot: Rich Rebuilts/The Drive)

Das Glück: Kühlsystem wird nicht so heiß

Die freie Werkstatt schaute sich den Schaden an und kam auf eine andere Lösung. Die konnte sie wählen, da das Kühlsystem weder mit sehr hohem Druck noch mit hohen Temperaturen arbeitet. Im Normalbetrieb reichen etwa 0,14 Bar aus, Druckprüfverfahren enden bei einem drittel Bar. Das Kühlsystem muss zudem nicht annähernd so hohe Temperaturen wie beim Verbrennungsmotor aushalten. Die Betriebstemperatur von Lithium-Ionen-Batterien betrage in der Regel weit unter 60 Grad Celsius, so die Mechaniker von Electrified Garage. Sie schnitten den zerstörten Nippel ab, säuberten die Stelle, schnitten ein Gewinde hinein und schraubten ein Messingverbindungsstück aus dem Baumarkt ein. Die Materialkosten für das Bauteil lagen bei 15 Dollar.

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Qualität und Baumarktqualität

Die Mechaniker machen sich wenig Sorgen um die Qualität des zweckentfremdeten Bauteils. Beobachter weisen daraufhin, der Hersteller habe selbst Holzimitate in Baumarktqualität in Neufahrzeuge gebaut. Zudem sei der vorher vorhandene Flansch vermutlich von niedrigerer Qualität gewesen, wenn er so leicht reiße. Sie wundern sich, dass Tesla ein offensichtlich empfindliches Teil fest in ein nicht zu wartendes Batteriegehäuse integriert hat.

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Tesla könnte reparierten Model 3 aussperren

Nachdem der Kunde das Auto fahrtüchtig zurückbekommen hat, droht weiteres Ungemach. Der Automobilkonzern erwähnt auf seiner Internetseite Sanktionsmöglichkeiten. Dort heißt es, aus Sicherheitsgründen behalte sich Tesla vor, den Zugang zum Supercharger-Ladenetz für fremd-reparierte Fahrzeuge dauerhaft zu sperren. Angesichts des Leasingvertrages gehen die Beteiligten jedoch davon aus, dass der Elektroauto-Pionier diese Option nicht ziehen wird.

Für eine Stellungnahme war Tesla nicht zu erreichen, da der US-Konzern seine Public-Relations-Abteilung aufgelöst hat.

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3 Kommentare
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Kon
Kon

Wenn das so stimmt, hat sich für mich Tesla damit disqualifiziert. Das erste E-Auto wird bestimmt kein Tesla.

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David Göhler
David Göhler

Es wird Zeit für das erste „Open-Source-Fahrzeug“, das mir als Käufer auch wirklich gehört. Aktuell geht die Entwicklung ja dahin, dass man beim sogenannten „Kauf“ eines Autos eine zeitlich nicht beschränkte Lizensierung erwirbt, die mit der Übergabe von „Hardware“ einhergeht. Aber damit machen, was man will, kann man schon lange nicht mehr. LTE-Anbindung? Bitte nur über den Provider, den der Autohersteller vorschreibt (zu teuren Tarifen natürlich). GPS- und Diagnosedaten? Fließen in Massen automatisch an den Hersteller, ohne das man was machen kann. Update von Funktionen per Software? Wer das selbst (kostenlos) versucht, begeht ein Verbrechen (mit dem „eigenen Auto“, das man vorher bezahlt hat!!). Jetzt darf man schon nicht mehr reparieren, wie man will. Es ist grausig, Leute.

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Scooter
Scooter

Hey David,

ein in vielen Bereichen „Open Source“ Auto wird es (irgendwann) geben:
Den Sion von Sono Motors.
Da darf jeder ran, der Fachwissen für das jeweilige Problem hat. So ist es zumindest aktuell geplant.
Leider verzögert sich der Start immer wieder.

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