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Wie Tinder, Okcupid und Grindr deine Daten verkaufen

Laut einer neuen Studie teilt auch Tinder Nutzer-Daten mit der Werbeindustrie. (Foto: dpa)

Bist du Single? Auf wen stehst du? Hast du schon mal psychedelische Drogen genommen? Je mehr Infos, desto besser das Match. Das denkt sich auch die Werbe-Industrie.

Die Dating-App Okcupid stellt eine Menge persönlicher Fragen, bevor das Daten losgeht. Sie will zum Beispiel wissen, ob man schon mal psychedelische Drogen ausprobiert hat. Mehr Informationen verbessern das Match, so das Versprechen. Was Okcupid seinen Nutzern dabei nicht erzählt: Laut einem neuen Report werden die Infos über die Nutzer und Nutzerinnen auch mit anderen Unternehmen geteilt, die ihre Werbung dann besser auf dich zuschneiden können. Und die Daten im Zweifel noch mal weitergeben können.

Grindr, die weltweit beliebteste Dating-App für Schwule und bisexuelle Männer, gibt laut dem Report Daten über ihre Nutzer an die Werbeindustrie weiter. Und verkauft damit de facto Informationen über die sexuelle Orientierung der Nutzer.

Auch die Dating-App Tinder sendet Daten über das Geschlecht des Nutzers – und Daten darüber, wen er oder sie sucht – weiter an zwei Werbeunternehmen.

Mögliche Verstöße gegen DSGVO und kalifornisches Datenschutz-Gesetz

Der neue Report der Osloer Organisation Norwegian Consumer Council wirft jetzt die Frage auf, ob die Praxis der Dating-Apps damit nicht Datenschutz-Richtlinien wie die DSGVO oder das gerade in Kraft getretene kalifornische Datenschutz-Gesetz verletzt.

Dank der DSGVO ist es Unternehmen in Europa verboten, sensible Daten über Religion oder die sexuelle Orientierung eines Menschen ohne dessen explizite Einwilligung zu sammeln – geschweige denn, sie ohne Einwilligung an Werbepartner zu verkaufen.

„In anderen Worten: Die halbe Werbebranche ist über vermeintlich private Grindr-Dates informiert.“

Die Dating Apps Okcupid und Grindr schöpfen trotzdem aus den Vollen – und teilen gern, was sie wissen: Nach einer Recherche der New York Times sendet Grindr auch den Standort des Nutzers (der für die Nutzung der App essenziell ist) an seine Werbepartner. Werbepartner, die Daten wiederum mit anderen Werbepartnern teilen.

Die App Grindr nutzte dabei auch Software von Mopub, einem Online-Werbeunternehmen, das zu Twitter gehört. Laut dem Report könnte Mopub den Namen des Nutzers und seinen genauen Standort sammeln – und mit 180 anderen Werbepartnern teilen. Auch hier Werbepartner, die Daten wiederum mit anderen Werbepartnern teilen können.

In anderen Worten: Die halbe Werbebranche ist über vermeintlich private Grindr-Dates informiert. Auch Okcupid hat 300 Werbepartner, mit denen es sich vorbehält, Informationen über Nutzer zu teilen.

Zeitgleich mit dem Report „Außer Kontrolle: Wie Konsumenten von der Online-Werbe-Industrie ausgenutzt werden“ hat der Norwegian Consumer Council auch gleich eine DSGVO-Beschwerde gegen Grindr und Co. veröffentlicht.

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Ein Kommentar
Marie
Marie

Auch t3n hat Cookies auf der Website verbaut. Auch bei euch kann man programmatisch Werbung ausspielen und Nutzer retargeten . Das alles ermöglicht ihr Werbetreibenden, um Geld zu verdienen. Also seid ihr kein Stück besser :)

Antworten

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