Analyse

P2P-Carsharing: So will Daimler-Startup Turo zur Nummer eins in Deutschland werden

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Zwar funktionieren diverse Carsharing-Modelle wie Drive Now oder Car2go in Deutschland. Aber bei den Anbietern müssen die Nutzer auch nicht ihr eigenes Auto zur Verfügung stellen, sondern können auf die Flotte vom BMW beziehungsweise Daimler zurückgreifen. Zwar sind die Kunden auch bei Turo nicht verpflichtet, ihr Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Aber wenn sie das machen, gehen sie ein gewisses Risiko ein – im schlimmsten Fall droht ein Diebstahl. Denn tracken lässt sich das Fahrzeug bislang nicht. Auf Nachfrage sagt Haddad, dass die Frage nach der Sicherheit viele umtreibe.

Um die Sorgen der Autobesitzer zu zerstreuen, hat Turo auf seiner Plattform eine ähnliche Funktion wie Airbnb gebaut: Das Profil einer Person, die ein Auto mieten will, kann vorab eingesehen werden, inklusive Bewertungen. Außerdem können Autobesitzer mit möglichen Nutzern vorab in Kontakt treten. Sowohl vor der Abfahrt als auch nach der Rückgabe können sie zudem den Zustand des Fahrzeugs fotografisch dokumentieren, sodass etwaige Mängel nachweisbar sind.

Keine Kommission in den ersten sechs Monaten

Um die Skepsis zu reduzieren und den Deutschen die Idee zu verkaufen, wirbt Turo mit dem Verdienst, der sich erzielen lässt: „Du kannst dein Auto für dich arbeiten lassen“, sagt Haddad. Manche Autobesitzer verdienten so mehrere Tausend Dollar im Monat. Den Mietpreis legt die Plattform fest, in den ersten sechs Monaten bekommen die deutschen Autobesitzer den vollen Betrag überwiesen. Das ist allerdings nur das Anwerbungsprogramm. Ab Sommer nimmt die Plattform eine Kommission: Der Autobesitzer bekommt dann noch 75 Prozent des Preises, wenn er den vollen Versicherungsschutz von Turo in Anspruch nimmt. Wer einen gewerblichen Versicherungsschutz hat, bekommt 90 Prozent.

 „Wir sind nicht die typische US-Company, die nach Europa expandiert.“

Als Unternehmen aus den USA dürfte Turo aber eine gewisse Grundskepsis bezüglich des Datenschutzes entgegenschlagen. Die Frage ist, ob die Deutschen nicht lieber ein europäisches Unternehmen als einen US-Anbieter ausprobieren. Diese Skepsis ist für Haddad nicht neu, er hat selbst in Frankreich ein Startup hochgezogen. Das Image des großen Datenkraken will er deshalb vermeiden. „Wir sind nicht die typische US-Company, die nach Europa expandiert“, sagt er. Die Informationen der Kunden würden nicht in den USA gespeichert, Turo halte sich an den deutschen Datenschutz.

Turo selbst bezweifelt den eigenen Erfolg in Deutschland nicht. Ende 2018 wolle man Marktführer hierzulande werden, kündigt das Startup in einer Pressemitteilung zum Launch an. Der Jumpstart ist zumindest gemacht.

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