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Ubuntu Appliance: Canonical bringt maßgeschneiderte Linux-Container für spezielle Anwendungen

Ubuntu Appliance: abgespecktes Linux für den konkreten Zweck. (Bild: Canonical)

Mit dem Ubuntu-Appliance-Programm bringt Hersteller Canonical spezialisierte Linux-Derivate für ganz konkrete Anwendungen. Das kann vor allem für Privatnutzer und kleine Teams interessant sein.

Ein Linux mit einer einzigen Hauptanwendung – das ist die Idee hinter den Ubuntu Appliances, die Canonical mit verschiedenen Partnern entwickelt. In Arbeit befinden sich Ubuntu Appliances für den Plex-Mediaserver, die selbstgehostete Kollaborationslösung Nextcloud, die Heimautomatisierungslösung OpenHAB sowie einige andere.

Ein Gerät, eine Aufgabe – die Raspberry-Pi-Philosophie

Die Ubuntu Appliances machen dabei aus einem beliebigen Kleinrechner, wie dem Raspberry Pi, ein auf die Erfüllung einer einzigen Aufgabe spezialisiertes Gerät. Wer will, kann natürlich auch einen vollwertigen, möglicherweise ausgemusterten PC zur neuen Basis für seine Heimautomatisierung oder seinen Mediaserver machen.

Canonical will auf diese Weise „sichere, selbstheilende Geräte für einen einzigen Einsatzzweck ermöglichen“, so Produktmanager Rhys Davies im Blogbeitrag zur Vorstellung des Appliance-Programms. Da die Ubuntu Appliance jeweils auf einen ganz konkreten Zweck zugeschnitten sein wird, entfallen Eigeninstallation und Konfiguration, wie sie bislang mit einer generalisierten Ubuntu-Instanz nötig geworden wären.

Damit greift Canonical eine Entwicklung auf, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Aufstieg der Raspberry-Pi-Bastelrechner gezeigt hatte: Die Menschen wollen offenbar nicht den einen großen Heimrechner, der alle Aufgaben erledigt, sondern legen Wert auf kleine überschaubare Einheiten, die flexibel für ganz bestimmte Zwecke eingesetzt werden können.

Spezialisierung bietet verschiedene Vorteile

Das hat offensichtliche Vorteile. Etwa liegt nicht gleich der gesamte Hausstand lahm, wenn nur der spezialisierte Medienserver ausfällt und der Reparatur bedarf. Zudem sind die kleinen Spezialisten preislich deutlich günstiger zu bekommen als ein Generalistenbolide mit Reserven für alle möglichen Einsatzfelder.

Der Anspruch der Ubuntu-Entwickler an die eigenen Appliances ist hoch. So soll es reichen, die entsprechende Appliance auf das vorgesehene Gerät zu laden und dort zu starten. Um die Appliances möglichst kompakt zu halten, verwendet Canonical Ubuntu Core, die auf rund 250 Megabyte abgespeckte Embedded-Variante seines Linux-OS, die nur die für den technischen Betrieb erforderlichen Komponenten enthält und dabei besonders die Sicherheit im Fokus hat.

Appliance-Abbilder setzen auf Snap-Paketverwaltung

Etwa erforderliche Aktualisierungen will Canonical über das umstrittene Snap-Format verfügbar machen. Das ergibt insofern Sinn, als dass die sogenannten Snaps, also die Anwendungspakete, die über den Snap-Store, die integrierte Softwareverwaltung, installiert werden können, ihrerseits Abbilder sind.

Gerade diese Eigenschaft ist nach Canonicals Philosophie der Grund, der für die Snap-Paketverwaltung spricht. Denn dadurch müssen die Snaps nur einmal pro Architektur erstellt werden. Das stellt eine deutliche Erleichterung zur bisherigen Vorgehensweise dar, bei der Anwendungen für verschiedene Versionen mit unterschiedlichen Compilern erstellt werden mussten. Zudem fügt die Containerisierung der Apps als Snap-Paket dem System eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu. Die Apps laufen in einer virtuellen Sandbox.

Über die Community-Beteiligung in Ubuntus Discourse kann jedermann weitere sinnvolle Appliances vorschlagen und mit anderen diskutieren. Hieraus will Canonical Erkenntnisse für die weitere Roadmap entwickeln.

Passend dazu: Neuer Ärger für Canonical: Ubuntus Snap-Store erzürnt die Open-Source-Gemeinde

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