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Was kommt nach dem Umweltbonus? Unsicherheit macht Händlern Strich durch die Rechnung

Wer heute ein neues Elektroauto kauft, muss Geduld mitbringen, die Lieferdaten liegen bereits jetzt in vielen Fällen im Jahr 2023. Was an sich schon ärgerlich ist, kann auch noch teuer werden, wenn es um Fristen und Zeiträume für Fördergelder geht.

Quelle: dpa
2 Min. Lesezeit
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Wer heute einen solchen VW ID 3 bestellt, muss Geduld mitbringen. (Foto: Frank Feil)

Bei der Förderung von Elektrofahrzeugen soll nach dem Willen des Kfz-Gewerbes künftig das Bestelldatum gelten und nicht wie bisher das Zulassungsdatum. Hintergrund ist die zum Jahresende auslaufende bisherige Regelung, die einen Umweltbonus von bis zu 9.000 Euro ermöglicht.

Unklare Förderlage ab 2023 verunsichert Kunden

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Wer derzeit ein neues E-Fahrzeug bestelle, müsse in den meisten Fällen bis zum Jahr 2023 warten, bis das Auto geliefert und zugelassen wird, sagte der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn, am Donnerstag in Bonn. „Das heißt: Weder die Händler noch die Kunden sind zurzeit in der Lage, einen korrekten Fahrzeugpreis zu kalkulieren, weil nicht sicher ist, mit welcher Förderung dann zu rechnen ist.“

Dies führe zu einer Verunsicherung bei den Kunden. Der ZDK verwies in diesem Zusammenhang auf eine Umfrage unter Autohäusern. Demnach hätten sich rund die Hälfte der Kunden, die sich im Januar für den Kauf eines Elektroautos interessiert hätten, gegen einen Kauf entschieden. Die Bundesregierung plant eine Reform der staatlichen Förderung, die ab 2023 gelten soll. Dann sollen nur noch Elektrofahrzeuge gefördert werden, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben.

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Der Neuwagenmarkt schwächelt

Der Verband zog für das vergangene Geschäftsjahr eine durchwachsene Bilanz. Es habe spürbare Umsatzeinbußen im Neuwagenhandel, bei jungen Gebrauchtwagen und im Service gegeben. Der Handel mit älteren Gebrauchtwagen und das Geschäft mit Lastkraftwagen habe hingegen Zuwächse gebracht. Der Gesamtumsatz im Kfz-Gewerbe sank den Angaben zufolge um 2,7 Prozent auf 179,8 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite lag bei 1,3 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

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Der Umsatz mit Pkw-Neuwagen ging 2021 im Markenhandel um 8,8 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro zurück. Als Gründe gab der Verband den Lockdown im ersten Halbjahr 2021 mit Verkaufsbeschränkung im Präsenzhandel sowie die Halbleiter-Krise mit mangelnder Verfügbarkeit von Neufahrzeugen an. Der Pkw-Gebrauchtwagenhandel legte um 1,4 Prozent auf 83,4 Milliarden Euro zu. Der Durchschnittspreis für Neuwagen legte um 4,0 Prozent auf 37.790 Euro zu. Gebrauchte kosteten im Schnitt 15.740 Euro, 6,9 Prozent mehr als 2020.

ZDK will mehr auf E-Fuels setzen

Der Verband unterstrich bei seiner Jahres-Pressekonferenz seine Forderung nach einer stärkeren Förderung klimaneutral hergestellter Kraftstoffe. Diese E-Fuels wären sofort einzusetzen, auch als Beimischung zu Benzin- oder Dieselkraftstoff, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Um sie schon bald verfügbar zu haben, bedürfe es jedoch des politischen Willens, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Karpinski forderte „starke Anreize“ zur Einführung dieser Kraftstoffe sowie „Planungssicherheit für Investoren“, um Produktionsanlagen für diese Kraftstoffe errichten zu können. Auch Autos mit Verbrennungsmotoren könnten ihren Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz leisten. Der ZDK setze auf Technologieoffenheit.

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wies die Forderung zurück. „Die Illusion von E-Fuels für den Autoverkehr ist keine Antwort auf die verständlichen Sorgen des Kfz-Gewerbes“, sagte Verkehrsexperte Benjamin Stephan. Niemand werde erneuerbaren Strom für ineffiziente E-Fuels verschwenden, wenn mit dem Elektromotor eine sparsame und klimafreundliche Lösung auf dem Markt sei. „Die Bundesregierung darf nicht länger zusehen, wie das Luftschloss E-Fuels falsche Hoffnungen weckt. Der Verbrennungsmotor ist eine aussterbende Technologie.“

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn und Berlin vertritt die Interessen von 36.570 Autohäusern und Kfz-Meisterbetrieben mit 435.000 Beschäftigten.

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