Interview

Vodafone-Chef: „Es gibt nur einen dominanten Spieler in Deutschland – die Telekom“

Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter. (Foto: Vodafone)

Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter ist sauer: Die 5G-Auktion ist ganz anders gelaufen, als er es sich gewünscht hat. Im t3n-Interview spricht er über schlechte Bewertungen für Vodafone, die Zukunft von 5G und die Frage, ob das Netz bis zur Milchkanne reichen muss.

t3n: Vodafone hat im August Unitymedia übernommen, was ändert sich jetzt für die Kunden?

Hannes Ametsreiter: Seit dem 1. September können Vodafone-Produkte in Unitymedia-Shops gekauft werden und umgekehrt. Und natürlich auch Bündel-Produkte aus beiden Welten. Ein Schritt in Richtung der Etablierung eines neuen Wettbewerbers, der das Angebot für die Kunden und den Markt bereichern wird.

„Wir sind hier nur halb so groß wie die Deutsche Telekom. Es gibt nur einen dominanten Spieler in Deutschland – das ist die Telekom.“

t3n: Kritische Stimmen befürchten dagegen, dass hier gerade ein Monopol für das Kabel-Internet entsteht.

Dem widerspreche ich. Wir sind hier nur halb so groß wie die Deutsche Telekom, daher sind wir kein dominanter Player. Es gibt nur einen dominanten Spieler in Deutschland – das ist die Telekom.

t3n: Aber auf Ebene des einzelnen Kunden kann es doch eben schon sein, dass er oder sie nur über Kabel schnelles Internet bekommen kann, weil die Telekom über DSL dort nur eine geringe Brandbreite anbietet? Regional können also schon Abhängigkeiten entstehen.

Das Schöne ist ja, dass es immer mehrere Infrastrukturen gibt. Es gibt die mobilen Provider, die Energieversorger an verschiedenen Orten – M-Net in München, Netcologne in Köln, Tele Columbus in Berlin und so weiter. Und dann gibt es noch uns und die Deutsche Telekom überall. Und wenn man im Vergleich zu anderen Unternehmen zu wenige Megabits bieten kann, muss man als Unternehmen eben investieren – das ist ja auch ein Anreiz, das Angebot zu verbessern.

t3n: Sie haben im Interview mit der Rheinischen Post gesagt, dass Sie möglichst viele Menschen vom langsamen DSL ins schnelle Kabelnetz bringen wollen. Nun gibt es zwischen DSL- und Kabel-Technologie einen entscheidenden Unterschied: Das Kabel wird langsamer, je mehr Leute es nutzen, weil sie sich die Leitungen teilen müssen. Könnte es sein, dass die Kunden dann nicht bekommen, was ihnen an Bandbreite versprochen wird, wenn wirklich viele kommen?

Sobald wir sehen, dass bestimmte Anschluss-Cluster besonders viel Zulauf haben, teilen wir diese in mehrere kleinere Cluster auf. Das passiert, indem immer mehr Verteilerkästen mit Glasfaser angeschlossen werden und somit die Glasfaser näher zum Kunden kommt. Wir erhöhen dadurch deutlich den Anteil der Glasfaser in unserem Kabelglasfasernetz. Dadurch haben wir einen riesigen Kapazitätsschub, der auch bei den Kunden ankommt. Darüber hinaus hat uns die Volldigitalisierung unseres Kabelnetzes ermöglicht, die neue Technologie Docsis 3.1 ins Kabelnetz zu bringen. Damit sind wir bereits sehr weit fortgeschritten und werden Docsis 3.1 nun auch im bisherigen Unitymedia-Netz weiter ausbauen. Gleichzeitig wird der Docsis-Standard von den Standardisierungsgremien kontinuierlich weiterentwickelt und es ist zu erwarten, dass auch die Übertragung hoher symmetrischer Bandbreiten im Kabelglasfasernetz möglich sein wird. Es bleibt zu prüfen, unter welchen Rahmenbedingungen wir diese zukünftigen Standards auch in unserem Netz umsetzen können.

t3n: Wann ist es soweit?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen, aber die Standardisierungsgremien arbeiten daran und wir unterstützen und verfolgen diese Entwicklungen. Außerdem werden wir irgendwann eine Latenz von nahezu fünf Millisekunden im Kabelnetz erreichen.

t3n: Wo liegt die bei 5G zum Vergleich?

Bei etwa einer bis fünf Millisekunden in der extremsten Ausbaustufe.

„Dass wir Netz und Service noch besser machen können, wissen wir. Derzeit bauen wir alle drei Stunden eine neue Mobilfunkstation.“

t3n: Bleiben wir aber erstmal noch bei der Gegenwart: Ich habe mir mal die Bewertungen der großen Provider in Deutschland beim Bewertungsportal Trustpilot angeschaut. Für Vodafone gibt es fast 4.000 Bewertungen, davon 87 Prozent mit der Note ungenügend. Bei der Telekom sind es 81 Prozent, die schneiden also etwas besser ab – und bei O2 sind es 91 Prozent ungenügend, also noch schlechter. Warum sind die Kunden so unzufrieden mit den Providern in Deutschland?

Ich kenne die Methodik von Trustpilot nicht im Detail. Aber dass wir Netz und Service noch besser machen können, wissen wir. Derzeit bauen wir alle drei Stunden eine neue Mobilfunkstation. Das wird dazu führen, dass die Netze besser werden. Der Industrie wurde in der Vergangenheit viel Geld entzogen. Nun müssen wir aufholen.

t3n: Sie meinen die Frequenzversteigerungen des Jahres 2000?

Genau.

t3n: Jetzt gab es wieder eine Frequenzauktion, diesmal ging es um die 5G-Frequenzen. 6,55 Milliarden Euro hat der Staat diesmal eingenommen, mehr als erwartet.

Deutlich mehr, ja.

t3n: Wie zufrieden sind Sie damit? Oder besser: Wie unzufrieden?

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Ein Kommentar
HBZ
HBZ

Vodafone hat mir kürzlich 2800 € für Geister-Roaming berechnet… Bei deaktiviertem Roaming hatten V. trotzdem Zugriff auf meine SIM Karte… Im Ausland heißen die inzwischen Vodafailed… Mir braucht mit Voadafailed keiner mehr kommen

Antworten

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