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Warum fühlt sich der Arbeitsweg so lang an? Studie findet spannende Antwort

Welche Faktoren beeinflussen unser Zeitgefühl? Dieser Frage sind Wissenschaftler:innen der Cornwell-Universität mithilfe von virtueller Realität nachgegangen.

2 Min. Lesezeit
Voller Bahnsteig am Berliner Hauptbahnhof. (Foto: Shutterstock/Werner Spremberg)

Psycholog:innen und Stadtplaner:innen haben das Zeitgefühl bei U‑Bahn-Fahrten untersucht. Mithilfe von virtueller Realität haben sie die psychischen Auswirkungen von vollen Zügen auf die Proband:innen beobachtet.

Das Ergebnis: In überfüllten Zügen fühlten sich die Fahrten zehn Prozent länger an. Auch den Gründen dafür ist das interdisziplinäre Team auf die Spur gekommen. Ihre Studie erschien in der Zeitschrift „Virtual Reality“.

Sozialer Kontext und Stress dehnen die Zeit

In der „sehr realistischen“ VR-Simulation setzte die Gruppe die Proband:innen Gedränge in der New Yorker U‑Bahn aus. Sie stellten fest, dass die gefühlte Fahrdauer mit der Menge des Gedränges korreliert. Umso voller der Zug war, desto länger kamen den Menschen die Fahrten vor. Die Doktorandin Saeedeh Sadeghi erklärte Scitechdaily: „Das Gedränge erzeugt Stressgefühle, und das lässt eine Reise länger erscheinen.“

Die Erforschung des Zeitempfindens musste bisher über Bilder auf einem Bildschirm oder in Laborumgebungen geschehen. Durch den Einsatz der VR-Technologie war es nicht nur möglich, einen immersiven Eindruck bei den Proband:innen zu erreichen, sondern auch das Gedränge systematisch zu kontrollieren.

Jede Fahrt kommt eine Person pro Quadratmeter hinzu

Für die Studie „fuhren“ 40 Teilnehmer:innen fünfmal mit der Bahn. Die Simulationen waren zwischen 60 und 80 Sekunden lang, realistische Geräusche und Durchsagen begleiteten sie. Bei jeder Fahrt stieg der Überfüllungsgrad an, jeweils um eine Person pro Quadratmeter. Die Proband:innen umgaben so zwischen 35 und 175 Avatare.

Nach den Fahrten beantworteten sie Fragen. Dabei kam heraus, dass sich Fahrten in überfüllten Zügen um zehn Prozent länger anfühlen. Außerdem empfanden die Teilnehmer:innen unangenehme Fahrten um 20 Prozent länger als angenehme. Die Autor:innen führen das auf ihre emotionalen Abwehrsysteme zurück, die bei einer fortlaufenden Verletzung des persönlichen Raums aktiviert werden.

Wichtige Mechanismen für neue Fahrzeugdesigns und Verkehrsplanung

An der Studie waren neben Psycholog:innen auch Stadtplaner:innen beteiligt. Sie verwenden die Ergebnisse für eine verwandte Forschungsarbeit von Verkehrsingenieur:innen, in der es um Modelle für Fahrgastzahlen geht. Zudem stellten sie in Aussicht, dass auch das Fahrzeugdesign dazu führen könne, das Überfüllungsgefühl – und damit die gefühlte Fahrzeit – zu senken.

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