Analyse

Walmarts Kultur ist im Kampf gegen Amazon hinderlich

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Diese Kultur der Bescheidenheit ist gefährlich. Wenn Walmart seine digitalen Erfolge nicht darstellt, schadet das dem Unternehmen. Investoren achten auf Wachstum und ganz besonders auf die Entwicklung des digitalen Portfolios, die Börse ebenso. Walmarts ganzes Image hängt davon ab, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Branche. Es ist als Arbeitgeber für die immens wichtigen Digitalkräfte nicht attraktiv. In erfolgreichen, wachsenden Unternehmen zu arbeiten, ist heute ein wichtiger Faktor für viele kreative Köpfe.

Walmart hat im vergangenen Jahr 2.000 Marken – auch durch den Zukauf von Onlinehändlern – auf die eigene Plattform gebracht. Trotzdem sind es gerade einmal 220.000 Produkte, die das Unternehmen in den USA der Next-Day-Lieferung von Amazon entgegensetzen kann. CEO McMillon kokettierte öffentlich damit, dass ihm gar nicht bewusst war, dass man so viel Marken bräuchte. Vielleicht sollte ihm jemand sagen, dass Amazon mit dieser Anzahl an Marken vermutlich eine einzelne Kategorie füllen könnte.

Walmart hat immer noch viel aufzuholen. Dazu wären immense Investitionen nötig, die ebenfalls nicht zu Walmarts Kultur passen. Eine dramatische Fehleinschätzung, denn Amazon hat gefühlt 20 Jahre Vorsprung. Dass Lore ausgebremst wird und Portfolio-Unternehmen abstoßen soll, um die Verluste zu reduzieren, spricht eine deutliche Sprache.

Die Spannungen zwischen Foran und Lore sind ebenfalls ein extremes Ärgernis. Lore will in E-Commerce-Infrastruktur investieren und Loran versteht nicht, warum das Geld nicht in Preiskürzungen oder ähnliches im stationären Unternehmensbereich gesteckt wird. Schließlich erzeugt sein Bereich ja Milliardengewinne. Nahezu ewiggestriges Denken.

Das deutet daraufhin, dass hier immer noch zu getrennt gedacht und agiert wird. Während Bezos den stationären Handel mit digitalen Konzepten erobern und transformieren will und somit Walmarts angestammten Bereich in den nächsten Jahren energisch attackieren wird, erreicht Walmart nicht die notwendige Innovations- und Expansionsgeschwindigkeit, um sich stärker zu positionieren. Weil Marc Lore ausgebremst wird. Wenn sich das nicht ändert, wird Lore am Ende seines Fünfjahresvertrages den Krempel hinwerfen und gehen. Und dann gute Nacht, Walmart. Und gute Nacht, US-E-Commerce-Markt, der dann von Amazon dominiert wird.

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