Wirecard offenbar seit Jahren mit Verlusten

Wirecard hat offenbar seit einigen Jahren rote Zahlen geschrieben. (Foto: Wirecard)
Der insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard wollte mit den mutmaßlichen Luftbuchungen womöglich auflaufende Verluste im eigenen Kerngeschäft in Europa und Asien kaschieren. In Europa und Amerika hätten die unter Wirecard-Kontrolle stehenden Gesellschaften seit Jahren rote Zahlen geschrieben. Das berichtete die Financial Times unter Berufung auf Anhänge zur Sonderbuchprüfung durch KPMG.
Im Jahr 2018 stieg Wirecard in den Dax auf und ersetzte die Commerzbank im Leitindex. Die Geschäfte unter direktem Einfluss Wirecards hätten im selben Jahr einen operativen Verlust von 74 Millionen Euro gemacht, hieß es. Auch im Jahr davor habe Wirecard in den Bereichen Geld verloren, während die offiziellen Geschäftszahlen für den Gesamtkonzern stetig steigende Gewinne auswiesen. Das Unternehmen wollte die Informationen der Finanzzeitung nicht kommentieren.
Wirecard hatte nach mehrfachen Verzögerungen des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr Mitte Juni einräumen müssen, dass rund 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten auf den Philippinen mit großer Wahrscheinlichkeit nie existiert haben. Das Geld war offiziell für das sogenannte Drittpartnergeschäft in Asien vorgesehen, über das Wirecard nach eigener Darstellung Geschäfte in Ländern ohne eigene Lizenz abwickelte. Inzwischen hat Wirecard Insolvenz angemeldet, Milliarden an Börsenwert wurden vernichtet.
Unterdessen sind die Aktien von Wirecard als Reaktion auf die FT-Meldung um mehr als 22 Prozent auf 2,50 Euro eingebrochen. Im Laufe des Vormittags konnten die Aktien ihre Verluste jedoch auf etwa neun Prozent reduzieren. Mit Material der dpa.
Ebenfalls interessant:
- Wirecard-Insolvenz: Diese Karten und Dienste sind betroffen
- Wirecard stellt Insolvenzantrag: Das passiert mit den Kundengeldern
- Wirecard: Warum der Skandal eine bittere Pille für die deutsche Fintech-Szene ist
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien
Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.
Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.
Dein t3n-Team
Ob sich die Wirtschaftsprüfer auch da wieder rauswinden können? Ist ja nicht das erste Mal…
Für mich – und wahrscheinlich für viele andere Anleger auch – stellt sich grundsätzlich die Frage, ob nach der Abwicklung der Insolvenz überhaupt etwas für uns Aktionäre übrigbleibt. Oder ist sogar die momentane Marktkapitalisierung von knapp 400 Millionen Euro reines Wunschdenken?