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Forscher sammeln durch Windkraft- und Solaranlagen getötete Tiere

Das Untersuchen von Wildtierkadavern, die durch regenerative Energiequellen starben, kann neue Erkenntnisse bringen. Daher sammelt die Wissenschaft sie.

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Tausende Vögel kommen jährlich durch Windräder ums Leben. Die Wissenschaft sammelt die Kadaver. (Foto: Bouke Atema/ Shutterstock.com)

Eine Reportage im Magazin Undark beschäftigt sich mit einer Einrichtung für Wildtierkadaver in Boise, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Idaho. Sie ruft zur Sammlung von Opfern von regenerativen Energiequellen wie Windturbinen auf, um die Schäden besser analysieren zu können.

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Das Labor des United States Geological Survey (USGS) beschäftigt Biolog:innen, um die Auswirkungen der genannten Anlagen auf die Natur zu untersuchen. Hunderttausende Vögel sterben jährlich auf diese Art – das ist jedoch nur ein Bruchteil in Relation zu den Millionen Todesfällen durch die Zerstörung von Lebensräumen, den Klimawandel und andere Auswirkungen von fossilen Brennstoffen und Atomkraftwerken.

Tote Vögel von unschätzbarem Wert für die Forschung

Der Wildtierbiologe Todd Katzner betreibt das „Endlager“ für die meist geflügelten Opfer. Das Lager trägt offiziell den Namen Renewables-Wildlife Solutions Initiative (RWSI). Katzner hat bereits 80.000 Proben gesammelt, die meisten sind allerdings Federfunde.

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Tausende Proben stammen auch von Unternehmen für erneuerbare Energien und ihren Partnern. Er sagt: „Jedes Mal, wenn wir einen Tierkadaver erhalten, hat er einen Wert für die Forschung. Wenn ich es aus wissenschaftlicher Sicht betrachte, vergeuden wir Daten, wenn wir den Kadaver im Feld liegen lassen.“

Bessere Daten, besserer Schutz von Vögeln und Fledermäusen

Katzner hat bereits die Vogelunfälle in Altamont untersucht. Der Windpark aus den 80er Jahren steht für die Nutzung der örtlichen Meeresbrise ideal, allerdings auch in einem Nistgebiet von allerlei Vogelarten.

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Der örtliche Projektbetreiber hat 1.200 Kadaver beigesteuert, die Katzner bei seiner Forschung helfen. Seine wissenschaftliche Arbeit hat zum Beispiel bereits gezeigt, dass der Einsatz größerer, aber weniger Turbinen voraussichtlich nicht die Sterblichkeit von Wildtieren verringert. Vielmehr sei der genaue Standort entscheidend.

Biologie bittet um Kadaver: Für die Statistik und gegen Aasfresser

Die Kadaver werden normalerweise ohnehin aufgelesen, um die Anzahl toter Vögel und Fledermäuse zu registrieren. Zudem will man keine Aasfresser wie Kojoten oder Geier anlocken.

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Allerdings geschieht das Sammeln meistens dezentral und unorganisiert. Der Artikel spricht von Tieren, die „an den Standorten für saubere Energie im ganzen Land in Gefrierschränken schmachten.“ Katzner setzt sich nun dafür ein, die Proben zum RWSI transportieren.

Viele Wildtierforscher:innen verbringen viel Zeit im Gelände, um an Forschungsexemplare zu kommen. Einige greifen auf Museumssammlungen zurück, doch die Exponate sind nicht für jeden Forschungszweck geeignet. Ein weiterer Wildtierbiologe bestätigt: „Gefrorene Vogel- und Fledermauskadaver sind für Wissenschaftler von unschätzbarem Wert.“

Intelligente Technologie schützt die Adler

Gleichzeitig arbeitet die Industrie an Lösungen wie dem Identiflight, der mithilfe von künstlicher Intelligenz Vögel erkennt und die Turbinen kurz und schnell abschaltet. Die Zahl der getöteten Adler könne damit um 80 Prozent gesenkt werden.

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Katzner und Co könnten mit ihrer Forschung weiter dazu beitragen, Vögel und Fledermäuse zu schützen. Dazu sind sie zurzeit auf der Suche nach Forschungsgeldern – und mehr Kadavern.

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