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Wolkige Aussichten: Cloud-News von der Google Cloud Next ‘19 in London

Auf der "Google Cloud Next '19" stellt der Softwareriese Neuerungen in den Bereichen Infrastruktur, Sicherheit, KI und Teamworking vor. Google-Cloud-CEO Thomas Kurian hielt die erste Keynote. (Bild: Google)

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Google kündigt auf der Cloud Next ‘19 viel Neues für seine Cloud-Services an – besonders in den Bereichen Infrastruktur und Sicherheit, mit einer Prise Entwickler-Features und KI.

Angekündigt sind neue Partnerschaften unter anderem mit VMware, SAP und Netapp sowie neue Sicherheits-Features flächendeckend über alle Google-Cloud-Dienste. Google-Cloud-CEO Thomas Kurian und Entwicklung-Vize Suzanne Frey stellten die Neuerungen bei der Google Next Cloud ‘19 vor.

Neue Infrastruktur-Partnerschaften

Google geht diverse Partnerschaften mit Infrastruktur-Größen wie VMware, SAP und Netapp ein, um Partnern und Kunden besseren Service anbieten zu können. Im Rahmen zugehöriger Programme soll es Kunden und Nutzern ermöglicht werden, ihre kompletten „Workloads“, also Prozesse und Systemvorgänge in die Google Cloud zu verschieben. Bei den Programmen – bei Netapp nennt es sich „Cloud Volume Service“, bei SAP „Cloud Acceleration Program“ – soll die Datenmigration so nahtlos von Statten gehen, dass keine Unterbrechung von Workflows und keine System-Downtime nötig ist.

So arbeitet beispielsweise der französische IT-Dienstleister Atos eng mit Google zusammen, um die SAP- und Oracle-Infrastrukturen seiner eigenen Kunden in die Cloud zu migrieren. Nach ersten abgeschlossenen Migrationen von Oracle-Datenbanken in die Google Cloud zeige sich laut Aussage eines Atos-Sprechers, dass diese in der Cloud schneller und stabiler laufen als „on Premise“, also auf lokalen Servern verwaltete Datenbanken. Weitere Verschränkungen mit Googles Cloud-Diensten zeigen sich beispielsweise durch Chromebooks mit G-Suite als Alternative zu Windows-Workstations, die Atos seinen Kunden anbietet und auf sehr positives Feedback stößt.

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Ein typisches Londoner Taxi zwischen Plakaten für die Google Cloud Next

Die Google Cloud Next lädt seit 2017 Interessenten, Experten und Presse aus aller Welt ein. Nach einer Cloud Next im April in San Francisco fand Ende November eine weitere in London statt. (Bild: Google)

Generell sollen die Hauptvorzüge der Verschiebung in Googles Cloud-Services die umfassenden Möglichkeiten zur Erweiterung und Skalierbarkeit sein, die die Partner ihren Kunden und Nutzern anbieten können. Unter diesen können nun dank der Skalierbarkeit auch immer mehr kleinere Unternehmen sein. Davon abgesehen will Google jedoch auch Bare-Metal-Serverlösungen anbieten. Diese „Blanko“-Server sind für Legacy-Systeme gedacht, die sich aufgrund von veralteten Strukturen nicht ohne großen Aufwand in die Google Cloud migrieren lassen.

Hinzu soll außerdem eine stärkere Integration der Google-Cloud-Services in Microsoft Windows kommen. Die Cloud-Angebote sollen nicht nur mit Windows-Server, sondern auch mit den Betriebssystemen auf Endpunkt-Geräten immer weiter verschränkt werden, so Kurian.

Mehr Sicherheit für die Google Cloud

Auf der Sicherheitsseite ist Google Cloud innerhalb des letzten Jahres stark gewachsen. Suzanne Frey, Vizepräsidentin der Entwicklungssparte bei Google Cloud berichtete bei der Google Cloud Next ‘19 von einer Verdoppelung der Partnerschaften im Sicherheitsbereich. Hinzu kommen Erweiterungen und neue Features für die Sicherheitskomponenten von Google Cloud, die in den nächsten Monaten ausgerollt werden sollen.

Suzanne Frey, VP of Development Google Cloud, bei der Google Cloud Next '10 Keynote

Suzanne Frey sprach bei der Google Cloud Next ‘19 in London über Sicherheit und Privatsphäre. Erklärtes Ziel ist, Google Cloud zum vertrauenswürdigsten aller Cloud-Services zu machen. (Bild: t3n)

So soll beispielsweise bald externe Sicherheitsschlüssel-Verwaltung für alle Google-Cloud-Services verfügbar sein. Das „External Key Manager“ genannte Feature erlaubt Anwendern, ihre Verschlüsselungs-Keys außerhalb von Google-Datenzentren mithilfe von Drittanbietern zu sichern. Im Gespräch erklärte Thomas Kurian, dass die Kunden-Sorge um Verbindungsabbrüche zu Googles Datenzentren der Anlass war, externe Schlüsselspeicherung zu ermöglichen.

Zusammen mit der ebenfalls angekündigten „Key Access Justification“ (auf Deutsch und weniger sexy: „Schlüsselzugriffsbegründung“) sorgt das für ein insgesamt erhöhtes Maß an Sicherheit. Hierbei ist es grundsätzlich nicht mehr möglich, auf die von Kunden gespeicherten Daten zuzugreifen, solange diese nicht ausdrücklich zustimmen. Wann immer ein Key zum Entschlüsseln von Daten benutzt werden soll, bekommen die zuständigen Admins eine detaillierte Anfrage, wer wann wo und warum Zugriff haben möchte. Diese können sie dann auch mit „Nein, du darfst nicht an meine Daten ran“ beantworten.

Weitere angekündigte Sicherheits-Features umfassen ein Update für die „Cloud Armor“ genannte Web-App-Firewall, die voll individualisierbar werden soll, sowie eine Ausweitung des „Advanced Protection Program“. Das ermöglichte bisher den Einsatz physischer Sicherheitsschlüssel (wie Yubicos Yubikey) für 2FA (Zwei-Faktor-Authentifizierung) in ausgewählten Cloud-Diensten, um Phishing-Angriffe zu unterbinden – nun will Google das Feature flächendeckend für alle Google-Services ausrollen.

Entwicklung, KI und Teamwork

Für Entwickler werden neue Features in Zusammenhang mit Googles Cloud-Entwicklungsumgebung Anthos spannend: Ab sofort bietet die Plattform mit „Cloud Code“ Möglichkeiten, das Aufsetzen von Kubernetes-Programmierungsumgebungen und Pipelines zu automatisieren. Mit „Cloud Run“ ist ab sofort außerdem ein Service für Serverless Deployment, also das Ausführen von Containern ohne eigene Server, verfügbar.

In Sachen KI soll es bei Google in nächster Zeit vor allem um sogenannte Explainable AI – also erklärbare KI gehen. Künstliche Intelligenz soll nicht mehr nur Entscheidungen auf Basis von durch Daten und Machine Learning erlernten Fähigkeiten treffen. Stattdessen sollen die Begründung und Entscheidungsprozesse transparent gemacht werden, die zu einem Ergebnis geführt haben. So kann die KI bei Bilderkennung beispielsweise detailliert aufzeigen, welche Pixel in einem Bild zu dessen Einstufung geführt haben. Das soll es einerseits einfacher machen, Bugs zu entdecken, und andererseits das Vertrauen in KI bei Benutzern erhöhen.

Google Cloud Next '19 Plakat

Vorgestellt werden Neuerungen und Pläne um Googles Cloud-Dienste in den Bereichen Infrastruktur, Sicherheit, KI und Entwicklung. 2019 stand auch das Thema Diversity in diversen Panels auf der Tagesordnung. (Bild: t3n)

Googles weitere Pläne

Generell stellte Thomas Kurian in Aussicht, dass Google Cloud im kommenden Jahr in fünf weiteren Regionen mit Datenzentren vertreten sein wird – welche das sein werden, blieb noch unter Verschluss. Das würde die Gesamtzahl auf 25 Standorte weltweit erhöhen, von denen bisher sechs in Europa liegen.

Als zukünftigen Kurs für Google stellte Kurian im Gespräch eine stärkere Ausrichtung auf „Solution Sale“ heraus: Anstatt proaktiv Produkte zu entwickeln und anzubieten, wolle man potenziellen Kunden die Möglichkeit anbieten, mit ihren ganz individuellen Problemen und Anforderungen und Herausforderungen an Google heranzutreten. Gemeinsam wolle man dann herausfinden, wie diese Herausforderungen mithilfe von Google-Cloud-Diensten zu meistern sind – und gegebenenfalls in Zusammenarbeit neue Lösungen entwickeln.

Disclosure: Die Reise unseres Autors zur Google Cloud Next ’19 wurde von Google finanziert. Einfluss auf die Berichterstattung hat das nicht.

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