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Porträt

Kunstwerke per Wisch: Wydr will das „Tinder für Kunst“ werden

Matthias Dörner (links) und Timo Hahn in der „Höhle der Löwen“. (Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Wydr will die Kunstszene aufmischen: In der App können Interessierte mit einem Wisch ein Bild finden. Am Dienstagabend mussten die Gründer des Startups aber Kritik in der „Höhle der Löwen“ einstecken.

Die Gründung von Wydr war kein Zufall. Als sich Matthias Dörner und Timo Hahn 2015 zusammensetzten, um im Rahmen ihres Ingenieurstudiums nach Geschäftsideen zu suchen, kamen sie auf mehr als 300 Einfälle. Die Frage, die sie sich stellen: Welcher davon könnte tatsächlich eines Tages von Erfolg gekrönt sein? Die beiden setzten sich zusammen, testeten die Geschäftsmodelle, bauten Prototypen, führten Interviews. Am Ende verfestigte eine Idee: eine App, mit der man sich durch Kunst wischen kann. Es sei die „aussichtsreichste Idee“ gewesen, sagt Hahn rückblickend.

Die Gründer selbst beschreiben ihr Startup als „Tinder für Kunst“: Ursprünglich steht der Name Wydr für eine Mischung aus  den Begriffen White Wall und Tinder. Dem Nutzer wird ein Kunstwerk und dessen Name angezeigt, mehr nicht. Wenn das Gemälde, die Skulptur oder das Foto gefällt, wischt er wie bei Tinder nach rechts. Wenn ihm mehrere Werke gefallen, kann er sie sich schließlich nach Größe oder Preis sortieren lassen und sie über Wydr erwerben. Die Mission: „Wydr soll die erste Anlaufstelle für Leute sein, die Kunst für Zuhause suchen“, sagt Matthias Dörner.

Wydr: Von Hobbymaler bis professioneller Künstler

Den Künstlern soll die Plattform einen Weg bieten, um ihre Werke zu verkaufen. Die Gründer fokussieren sich dabei auf mittelpreisige Kunst – vom Hobbymaler, der seine ersten Bilder in der Freizeit erstellt, bis hin zum Fotografen, der kurz vor dem Durchbruch steht, sollen sich alle angesprochen fühlen. „Wir haben uns bewusst gegen das Kuratieren entschieden, um mit bestehenden Konventionen zu brechen“, sagt Hahn. Nur die Crowd entscheidet mittels Algorithmus, was häufiger angezeigt und was nicht: Wenn ein Bild besonders viele Klicks bekommt, wird es auch anderen häufiger angezeigt.

Das erste Jahr verbrachten die beiden Gründer damit, Künstler auf die Plattform zu bekommen. Das sei ein „Henne-Ei-Problem“, sagt Hahn: Womit fange man an – mit Käufern oder Verkäufern? Sie entschieden sich für Letzteres. Derzeit verkaufen rund 5.000 Künstler mehr als 10.000 Werke auf Wydr. Seit Anfang 2017 kümmern sich Dörner und Hahn auch verstärkt darum, mehr Nutzer für sich zu gewinnen. Kam ihre App vor einem halben Jahr noch 55.000 Downloads, so ist es mittlerweile das Doppelte. Täglich besuchen mehr als 1.000 User die Plattform.

Die beiden Gründer Matthias Dörner und Timo Hahn haben das Kunst-Startup Wydr aufgebaut. (Foto: Wydr/Andrea Monica Hug)

Finanziert haben die Gründer alles aus eigener Tasche. Ihre Jobs haben sie für das Startup aufgegeben. „Allerdings gibt es nach zwei Jahren auch gewisse Engpässe und Verpflichtungen, sodass wir zwischendurch Nebenjobs annehmen mussten, um unsere Idee weiter vorantreiben zu können“, erzählt Hahn. Für Investoren – oder wie der Gründer sagt: „für jegliche Hilfe von Überzeugungstätern“ – sei man aber offen.

In der „Höhle der Löwen“ versuchten sie Anfang des Jahres, einen bekannten Investor von ihrem Geschäftsmodell zu überzeugen. Angesprochen wurden sie von der Produktionsfirma: Erst nach der zweiten oder dritten Mail haben sich die Gründer nach eigener Aussage bei der Vox-Sendung beworben. Die Zusage kam dann vier Tage vor der Aufzeichnung – an dem Tag, an dem Hahn nach einem Unfall aus dem Krankenhaus kam. Am Dienstagabend wurde die Sendung ausgestrahlt.

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