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Fundstück

Y2K-Problem: Wie ein paar Dosen Fleisch den Millennium-Bug vorhersagten

Börsencrash, Zusammenbruch der Energieversorgung oder Ausfall von Computern und Geldautomaten: Nicht wenige befürchteten am 31. Dezember 1999 den Weltuntergang. Ein paar Dosen Fleisch hatten den Millennium-Bug schon 1987 angekündigt.

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Bei Marks & Spencer zeigte sich das Y2K-Problem schon 1987. (Foto: WD Stock Photos/Shutterstock)

Weil in den 1960er- und 70er-Jahren der Speicherplatz knapp und teuer war, verzichteten die frühen Programmierer:innen bei der Speicherung und Verarbeitung von Jahreszahlen auf zwei Ziffern. Aus 1975 etwa wurde 75, 00 wäre demnach 1900 – ebenso wie 2000.

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Millennium-Bug: Teurer Programmierfehler

Bis in die 1990er-Jahre hinein änderte sich an der Praxis nicht viel. Dabei wurde spätestens 1987 klar, dass sich mit dem Jahreswechsel von 1999 auf 2000 ein Problem ergeben würde – das sogenannte Y2K-Problem, auch als Millennium-Bug bezeichnet.

Denn schon 1987 wurde eine Lieferung Dosenfleisch vom Wareneingangssystem der britischen Supermarktkette Marks & Spencer abgewiesen, weil das Ablaufdatum auf Januar 2000 (01/00) datiert war. Das System interpretierte das so, dass das Fleisch schon seit 87 Jahren abgelaufen war.

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Abgelaufenes Fleisch, 104-Jährige im Kindergarten

Im Jahr 1992 erhielt Mary Bandar eine Nachricht, in der sie eingeladen wurde, in den Kindergarten im US-Bundesstaat Minnesota zu kommen. Das Problem: Bandar war zu diesem Zeitpunkt 104 Jahre alt, wie der Guardian berichtet.

In den folgenden Jahren wurden Katastrophenszenarien vorhergesagt, die von weltweiten Computerabstürzen über Börsencrashs bis hinzu Problemen mit Flugzeugen, der Energieversorgung oder Atomkraftwerken führten. Weltweit arbeiteten IT-Abteilungen fieberhaft daran, die Systeme bis Ende 1999 in Schuss zu bringen.

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600 Milliarden Dollar zur Behebung des Y2K-Problems

Weltweit sollen laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner bis zu 600 Milliarden US-Dollar ausgegeben worden sein, um Probleme im Vorfeld sowie nach dem Jahr 2000 auszubügeln. Dank dieser immensen Anstrengungen wurde das Schlimmste verhindert – auch wenn manche Expert:innen heute bezweifeln, dass die Auswirkungen wirklich so schlimm gewesen wären wie befürchtet.

Tech-Nostalgie aus den 90ern Quelle: Shutterstock/Vladimir Sukhachev

Einen kleinen Einblick in ein mögliches Y2K-Szenario geben einige Vorfälle, die trotz aller Vorbereitungen passierten. So schalteten sich rund um den Globus 15 Atomreaktoren ab. In Hawaii kam es zu großflächigen Stromausfällen. Und 150 schwangere Frauen sollen falsche Ergebnisse beim Down-Syndrom-Test bekommen haben.

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Eines der größten Nicht-Ereignisse der Geschichte

Insgesamt passierte aber viel weniger als von manchen Pessimist:innen vorhergesagt. Oder wie es das Magazin Computer Weekly Mitte Januar 2000 formulierte: „Zwei Wochen nach dem Jahreswechsel erweist sich der Millennium Bug allmählich als eines der größten Nicht-Ereignisse der Geschichte“.

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Kommentare (1)

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Kurt Ludikovsky

„Eines der größten Nicht-Ereignisse der Geschichte“

Das gleiche kann man von der Gas-Krise des letzten Winters sagen. Die Russen haben das Gas abgedreht! Und nichts ist passiert. Warum hat man da so ein TraRa gemacht??

Vielleicht hätte man ja kein TraRa machen sollen. Und mal keine Gas mehr in die Leitungen einspeisen sollen. Wäre interessant gewesen, ob da dann die Redaktionen auch vom größten Nicht-Ereignis gesprochen hätten, wenn die Büros kalt geblieben wären.

Genauso war das Y2k-Problem. Das Problem erkannt, das Problem gelöst.
Warum soviel aufhebens gemacht wurde? Weil den Firmenbossen die IT am A… vorbei gegangen ist (und noch immer geht), und die dann das Projekt erst im September 1999 angegangen wären. Ganz nach dem Motto: Wenn Quartalszahlen nicht stimmen, gibt es mich am Ende des Quartals nicht mehr. Also warum sollte ich mich jetzt darum kümmern!!

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