Ratgeber

Darum ist Zweifeln für den Erfolg so wichtig

Es ist die Mischung aus Zweifel und Zutrauen, die überdurchschnittlichen Erfolg möglich macht. (Foto: Roman Samborskyi/Shutterstock)

Zweifel haben in der Regel ein negatives Image. Sie stehen dafür, Bremsklötze für den eigenen Erfolg zu sein. Warum das nicht ganz richtig ist.

„Ich wäre auch ein guter Coach“ – diese und ähnliche Aussagen hört Svenja Hofert, Geschäftsführerin von Teamworks, einer Gesellschaft für Teamentwicklung und Qualifizierung, öfter. Sie träfe immer wieder auf Menschen, die meinen, genauso tanzen zu können, die gleiche Idee gehabt zu haben und mindestens ebenso gute Vorträge halten zu können wie der- oder diejenige, die sie auf der Bühne oder am Markt erleben. Ja, warum tanzen sie dann nicht? Warum haben sie die Idee nicht auf den Markt gebracht oder verdienen ihr Geld als Speaker?

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Zutrauen oder Zweifel? Beides!

„Es gibt Menschen, die sich selbst überschätzen“, so Hofert. Sie seien Buchautoren, Gründer oder Bergsteiger. „Sie denken, sie könnten dieses oder jenes, aber sie können es nicht“, so Hofert. Sie würden sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie permanent darüber reden, etwas auch so tun zu können wie andere. Sich selbst zu überschätzen – zu denken, dass man das eine oder andere kann, sei im Grunde kein Problem. Was fehle, sei die zweite wichtige Kraft in diesem Spiel. „Außergewöhnlicher Erfolg beruht auf einer Mischung aus anfänglicher Selbstüberschätzung und Selbstzweifeln“, ist Hofert überzeugt. „Er baut so gut wie immer auf einer widersprüchlichen Persönlichkeit auf.“ Es gäbe diesen geheimen Selbstzweifel, das ewige Gefühl, sich beweisen zu müssen, besser zu sein – oder auch nie gut genug. „Zugleich ist da aber auch die Gewissheit, dass man es kann, dass mehr geht“, ergänzt Hofer. Erst durch diesen inneren Widerspruch sei überdurchschnittlicher Erfolg möglich.

„Ich bin, wie ich sein will“

Aus der Wahrnehmung der eigenen Unzulänglichkeit, gepaart mit dem Wissen, dass man das Ziel erreichen kann, entstehe Leistungsmotivation. Man beginne, konsequent an sich zu arbeiten. „Nur wenn der innere Widerspruch gegeben ist, können Einsatz, Anstrengung, Zeit, Disziplin, Selbstverbesserungsstreben folgen“, ist Hofert überzeugt. „Glaube ich nur das eine – ich bin gut – oder das andere – ich bin nicht gut genug –, kommt eine Verbindung mit Leistung nicht zustande.“

Hofert kritisiert in diesem Zusammenhang, dass sich wenige Menschen als werdend begreifen. Die Psychologie habe dazu beigetragen, Persönlichkeiten festzuschreiben. „Ich bin, wie ich bin. Es kann keinen blödsinnigeren Satz geben“, so Hofert. Dass Menschen statische Selbstbilder suchen, das Unveränderliche in sich festschreiben wollen, Feedback abspalten, das sei eine Folge dieser ungesunden und entwicklungshemmenden Sicht. Die Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit müsse eine Entwicklung zulassen, nach dem Motto: „Ich bin, wie ich sein will.“

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