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Faked in China: Was tun Wechat, Alibaba und JD gegen Plagiate?

Unterschiede sind auf den ersten Blick kaum zu erkennen – und doch trennt diese beiden Uhren eine Preisdifferenz von knapp 400 Euro. Oben die ­aktuelle Apple Watch Series 6, unten eine Kopie – erhältlich beim Versandhändler Aliexpress. (Abbildungen: Apple, Alibaba)
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Gefälschte Waren aus China sind ein Problem für Unternehmen, auch auf dem ­chinesischen Markt. Wer dort aber mitmischen will, kommt um die ­Plattformen nicht herum. Was tun Wechat, Alibaba und Co. gegen Plagiate – und was können Hersteller tun?

Der Handel auf großen Onlineplattformen bringt sie mit sich: die Gefahr, dass eigene Produkte kopiert, imitiert und gefälscht werden. Amazon kämpft mit diesem Problem, chinesische Handelsplattformen wie Alibaba sind jedoch ungleich stärker betroffen. Leidtragend sind dabei fast alle.

Warenfälschungen schaden der Wirtschaft in Milliarden­höhe und kosten Arbeitsplätze. Zwischen 2014 und 2019 war jedes zehnte Unternehmen in Deutschland mindestens einmal Opfer von Produktfälschern. In diesem Zeitraum ist der deutschen Volkswirtschaft ein Schaden in Höhe von 54,5 Milliarden Euro entstanden. Produkt- und Markenpiraterie haben zu einem Verlust von rund 500.000 Arbeitsplätzen geführt.

Produktpiraterie ist als „gezielte Verletzung des Urheberrechts und des gewerblichen Rechtsschutzes, bei der geschützte Werke sowie Waren kopiert und anschließend vertrieben werden“ definiert. Fälschungen treten dabei branchenübergreifend auf – von Konsumgütern wie Kleidung oder Handtaschen bis hin zu Software, Medikamenten und Lebensmitteln. Und auch der Maschinenbauverband VDMA beklagt seit Jahren die ständig wachsende Zahl an Plagiaten – davon betroffen sind nicht nur Konzerne wie Siemens oder der Kugellagerhersteller SKF, sondern auch viele Klein- und Mittelständler. Besonders empört man sich dabei über die hohe Zahl an Fälschungen bei Alibaba.

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Plagiate sind gleich auf mehrere Arten gefährlich: Gefälschte Produkte können bei Zollkontrollen ohne Anspruch auf Ersatz beschlagnahmt werden, gefälschte Lebensmittel und Medikamente gesundheitliche Schäden verursachen. Und gefälschte Maschinen oder Maschinenteile minderwertiger Qualität können im Extremfall ein ganzes Unternehmen lahmlegen.

Besonders China steht seit Jahren im Fokus, was die Nach­ahmung bekannter deutscher Marken und Produkte betrifft. ­Dabei geht es keineswegs nur um die reine Herstellung gefälschter Waren, sondern auch um deren Vertrieb. Das betrifft auch Hersteller, die sich in einer Grauzone zwischen Legalität und Illega­lität bewegen, indem sie kopierte Produkte anderer Hersteller unter eigenem Markennamen anbieten.

Die Betreiber der großen chinesischen E-Commerce-Plattformen Wechat, Alibaba und JD.com versuchen seit Jahren, mit besonderen Vorkehrungen die Verbreitung von Fälschungen zu verhindern und so das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen. Gerade 2019 und 2020 wurden verstärkt Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der gefälschten Produkte zu minimieren.

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