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„1 Million Mal kälter als der Weltraum“ – Quantencomputer-Startup aus Bayern sammelt 4,6 Millionen ein

Quantencomputing ist eine Zukunftstechnologie, mit der enorme Hoffnungen verknüpft sind. Wird das Startup Planqc aus Bayern das Rennen um diese Schlüsseltechnologie gewinnen können?

Von Insa Schniedermeier
2 Min. Lesezeit
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Der Quantencomputer von Planqc setzt auf Atome und Laserstrahlen. (Bild: Axel Griesch, Max-Planck-Institut für Quantenoptik)

Mit Quantencomputern sind große Erwartungen verknüpft. Mit ihrer enormen Rechenpower sollen sie die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen, die Materialforschung revolutionieren oder Autos ferngesteuert durch Innenstädte navigieren können. Bislang gibt es diese Supercomputer aber noch nicht. Die derzeitigen digitalen Quantencomputer waren bislang durch die Anzahl der verwendeten Qubits sowie ihre Gatter-Qualität limitiert. Das könnte sich bald ändern.

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Das erst im April 2022 gegründete Quantencomputing-Startup Planqc hat diese Woche eine Finanzierungsrunde in Höhe von 4,6 Millionen Euro unter der Führung von UVC Partners und Speedinvest bekannt gegeben. Mit dieser Finanzierung will Planqc in die Entwicklung hochskalierbarer Quantencomputer gehen, die bei Raumtemperatur funktionieren. „Sobald unsere Quantencomputer einen Quantenvorteil für ein industrierelevantes Problem zeigen, werden sie ihr enormes soziales und wirtschaftliches Potenzial entfalten“, sagt Alexander Glätzle, CEO und Mitgründer von Planqc und zuvor Forscher an der University of Oxford.

Planqc wurde von einem Team aus Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik und der Ludwig-Maximilians-Universität München gegründet und ist die erste Ausgründung des Munich Quantum Valleys, einem der führenden Zentren für Quantentechnologie in Europa.

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Atome und Laserstrahlen

Bei der Entwicklung ihres Quantencomputers verwendet Planqc Atome, Spiegel und Laserstrahlen. Damit geht das Team einen anderen Weg als Konzerne wie IBM oder Google, die auf supraleitende, tiefgekühlte Chips setzen. „Planqcs Quantencomputer basieren auf der Präzision der weltbesten Atomuhren, den weltbesten Quantengasmikroskopen und auf extrem schnellen Rydberg-Gattern“, erklärt Sebastian Blatt, Mitgründer von Planqc und Forscher an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

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Mit ihrer Kombination von Quantentechnologien will Planqc einen Weg gefunden haben, um schnell auf Tausende von Qubits zu skalieren, was eine Voraussetzung für einen industrierelevanten Quantenvorteil ist. Informationen werden dabei in einzelnen Atomen gespeichert und in hochskalierbaren künstlichen Lichtkristallen angeordnet. Zur Verarbeitung von Quanteninformation kommen Quantengatter zum Einsatz, die auf präzise gesteuerten Laserpulsen basieren.

Ignacio Cirac, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ), sagt: „Für mich ist die spannendste Anwendung der ersten Quantencomputer die Simulation von Materialien. Die von Planqc verwendete Plattform auf Basis von Atomen ist dafür am besten geeignet.“

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Planqc wurde im April 2022 unter anderem von den Wissenschaftlern Johannes Zeiher, Alexander Glätzle, Sebastian Blatt und Lukas Reichsöllner (v.l.n.r.) gegründet. Das Startup hat seinen Sitz in Garching bei München.

Planqc wurde im April 2022 unter anderem von den Wissenschaftlern Johannes Zeiher, Alexander Glätzle, Sebastian Blatt und Lukas Reichsöllner (v.l.n.r.) gegründet. Das Startup hat seinen Sitz in Garching bei München. (Bild: Roman Bause)

1 Million Mal kälter als der Weltraum

„Unsere Atome sind mehr als eine Million Mal kälter als der Weltraum und über Tausend Mal kälter als supraleitende Qubits, wie sie beispielsweise von IBM oder Google verwendet werden. Dennoch können wir unsere Quantencomputer aufgrund der nahezu perfekten Isolierung unserer Qubits bei Raumtemperatur betreiben“, erklärt Johannes Zeiher, Mitgründer von Planqc und Forscher am MPQ. Co-Gründer Zeiher ergänzt: „Wir fangen und kontrollieren bereits heute routinemäßig mehr als 2.000 Atome in unseren Quantensimulatoren am MPQ.“

Dieter Jaksch, Physik-Professor an der University of Oxford, sagt: „Es ist fantastisch zu sehen, dass Planqc Quantencomputing-Hardware entwickelt, die verspricht, in naher Zukunft einen Quantenvorteil für die reale Anwendung zu liefern. Dies wird dazu beitragen, das Interesse und die Akzeptanz von Quantentechnologien in einer Vielzahl von Branchen zu steigern.“

Benjamin Erhart, Partner bei UVC Partners, ergänzt: „Quantencomputer haben das Potenzial, ganze Industrien zu verändern. Wir sind davon überzeugt, dass das Team das globale Rennen um den Bau des ersten skalierbaren Quantencomputers gewinnen kann, der bei Raumtemperatur arbeitet.“

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4 Kommentare
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MrX

Die Grenzen der Physik sind aufgebrochen. Der absolute Nullpunkt von -273,15 Grad Celsius gilt nicht mehr…1 Mio. mal kälter…au weia.
Wer hat den Text geschrieben, bzw. übersetzt?

Antworten
Insa Schniedermeier

Hallo MrX. Der Weltraum soll rund 2.725 Kelvin haben. Planqc arbeitet bei nano Kelvin – also eine Million mal kälter. BG

Antworten
Alexander Witzany

Falsch. Millionstel der Temperatur des Weltraumes, aber nicht 1 Million mal kälter.
Wärme ist eine physikalische Größe. Etwas kann doppelt so warm oder halb so warm sein.
Kälte ist keine physikalische Größe sonder nur etwas, mit dem wir die Abwesenheit von Wärme ausdrücken.
Damit gibt es doppelt so kalt oder halb so kalt nicht.

Alexander Witzany

Falsch. Millionstel der Temperatur des Weltraumes, aber nicht 1 Million mal kälter.
Wärme ist eine physikalische Größe. Etwas kann doppelt so warm oder halb so warm sein.
Kälte ist keine physikalische Größe sonder nur etwas, mit dem wir die Abwesenheit von Wärme ausdrücken.
Damit gibt es doppelt so kalt oder halb so kalt nicht.

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