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Mit 3D-Druckern und KI: Roboter-Armee soll Staudamm in China bauen

Roboter-Bulldozer, unbemannte Bagger und mehr: China nutzt laut Wissenschaftler:innen künstliche Intelligenz (KI), um ein Staudammprojekt auf dem tibetischen Hochland zu realisieren.

Von Christian Bernhard
2 Min.
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Können Staudämme wie die Drei-Schluchten-Talsperre in China bald komplett von Robotern errichtet werden? (Foto: isabel kendzior/ Shutterstock)

Das 180 Meter hohe Yangqu-Wasserkraftwerk wird mit unbemannten Baggern, Lastwagen, Bulldozern, Straßenfertigern und Walzen, die alle von KI gesteuert werden, gebaut. Der Fertigungsprozess, der dahinter steckt, wird auch bei der 3D-Drucktechnik verwendet. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 2024 soll der Yangqu-Damm jedes Jahr knapp fünf Milliarden Kilowattstunden Strom nach Henan leiten, der Wiege der chinesischen Zivilisation und Heimat von rund 100 Millionen Menschen. Der Strom wird über eine 1.500 km lange Hochspannungsleitung transportiert.

Unbemannte Bagger, automatisierte Lastwagen, Roboter-Bulldozer

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Nach jahrelangen Entwicklungstests sei die 3D-Drucktechnologie reif für große Infrastrukturprojekte und werde „Menschen von schwerer, sich wiederholender und gefährlicher Arbeit befreien“, sagte Liu Tianyun, der leitende Wissenschaftler des Projekts in einem von der Tsinghua-Universität veröffentlichten Artikel. Liu und sein Team kamen vor zehn Jahren auf die Idee, große Bauprojekte zu „drucken“. Sie waren davon überzeugt, eine ganze Baustelle in einen Riesendrucker verwandeln zu können, mit einer großen Anzahl automatisierter Maschinen, die nahtlos zusammenarbeiten.

Das Yangqu-Projekt rückt in neue Größendimensionen vor. Nachdem ein Computermodell des Staudamms in Schichten „zerlegt“ wurde, habe die KI ein Team von Robotern damit beauftragt, jeweils eine Schicht hinzuzufügen, heißt es in lokalen Medien. Unbemannte Bagger seien in der Lage, Materialien zu identifizieren und auf automatisierte Lastwagen zu laden, von denen einige elektrisch betrieben werden. Auf einer ebenfalls von der KI berechneten Route liefern die Lastwagen die Materialien zur richtigen Zeit an die richtigen Orte, wo sie von den Roboter-Bulldozern und Straßenfertigern geortet und in eine Schicht der Dammstruktur umgewandelt werden. Automatisierte Walzen pressen die aufgetragene Schicht straff und fest – und sind mit Sensoren ausgestattet, die es der KI ermöglichen, die Bauqualität zu überwachen, indem Bodenvibrationen und andere Daten analysiert werden.

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„Neues Werkzeug, das unsere Zukunft prägen wird“

Ein Vorteil dieses Systems sei es, dass menschliche Fehler wegfallen. Liu sagte, dass LKW-Fahrer:innen Materialien oft an den falschen Ort lieferten, und Stöße und starke Vibrationen die Walzenfahrer:innen daran hinderten, einen geraden Weg beizubehalten. Außerdem können die Maschinen in einer lebensbedrohlichen Umgebung arbeiten, ohne Kopfschmerzen aufgrund des Sauerstoffmangels zu bekommen oder nach langen Schichten erschöpft zu sein, so die Forscher:innen.

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Roboter in Action: Acht spannende Tech-Helfer im Einsatz

Roboter in Action: Acht spannende Tech-Helfer im Einsatz Quelle: Diligent Robotics

Allerdings werden nicht alle Arbeiten von Maschinen erledigt. Das Team erklärte, dass der Abbau von Füllgestein aus nahe gelegenen Bergen aufgrund der Komplexität der Aufgabe von menschlicher Hand erfolgen würde. Laut Lius Team könnte die Technologie auch in anderen Infrastrukturprojekten wie dem Flughafen- und Straßenbau eingesetzt werden. „Die auf Wissen, Informationen und Daten basierende KI ist ein neues Werkzeug, das unsere Zukunft prägen wird“, sagte er.

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Kommentare (1)

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Bernhard

Ich finde es unglaublich wie zerstörend China´s Fortschritt ist. Unter dem Deckmantel Robotik wird in einem fremden Land die Resource Wasser angezapft und ausgebeutet. Sollen sie doch in China die Dämme bauen und fluten.

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