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5 Erfolgsfaktoren, um ein Unternehmen remote aufzubauen

Wohl nie zuvor wurden so viele Startups ortsunabhängig gegründet wie in der Corona-Pandemie. Unser Gastautor erklärt, worauf es dabei ankommt.

Von Dominik Angerer
5 Min. Lesezeit
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Der Erfolg einer Fully-Remote-Company ist von zahlreichen Faktoren abhängig. (Foto: Shutterstock)

Remote ist eines der meistgebrauchten Buzzwords, wenn es um das Thema New Work geht. Aber was genau bedeutet das in der Praxis? Im Kern geht es darum, dass Menschen von unterschiedlichen Orten und Zeitzonen aus gemeinsam an einer großen Vision arbeiten – und dabei virtuell miteinander vernetzt sind.

Der Erfolg einer Fully-Remote-Company ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Im Folgenden fünf Aspekte, die ortsunabhängige Gründer:innen unbedingt beachten sollten.

1. Talentsuche anders denken

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Der Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit dem Team. Was für jedes Business, das aus mehr als eine:r Mitarbeiter:in besteht, zutrifft, gilt für Teams, die ausschließlich remote agieren, umso mehr. Und die Herausforderung, Talente zu finden, die eine bestimmte Rolle bestmöglich mit Leben füllen können, ist umso größer. Es gilt jedes Mal aufs Neue, auf die Distanz sicherzustellen, dass ein:e Kandidat:in auch wirklich der oder die Beste für die Position ist.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Neudenken des gesamten Recruiting-Prozesses. Nicht nur, was die Ermittlung der individuellen Fähigkeiten betrifft, sondern auch im Hinblick auf die speziellen Rahmenbedingungen eines Remote-Setups. Unternehmen könnten beispielsweise ein:e Kandidat:in nach einem positiven Erstgespräch mit einer bestimmten Aufgabenstellung konfrontieren, die es zu lösen gilt. Wichtig: Das Ganze passiert in schriftlicher Form, um so gleich von Beginn an die Herausforderungen bei der Überbrückung von Raum und Zeitzonen zu simulieren.

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2. Persönliche Entwicklung von Anfang an fördern

Hat ein:e Bewerber:in den Recruiting-Prozess gemeistert, steht das Onboarding bevor. Hier wird das Fundament für die weitere Entwicklung gelegt: Kennenlernen des Unternehmens und der Produkte, auf Tuchfühlung mit dem Team gehen und einen eigenen Modus entwickeln, um in die neue Rolle hineinzuwachsen. Nur: Im persönlichen Gespräch – ob analog oder virtuell – ein paar Slides mit den wichtigsten Infos durchklicken, das funktioniert in einem Remote-Unternehmen nicht. Vor allem dann nicht, wenn die Team-Partner:in am anderen Ende der Welt lebt und ins Bett geht, wenn du gerade deinen Morgenkaffee aufbrühst.

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In der Umsetzung heißt das: Unternehmen, die vollständig remote operieren, müssen Lösungen finden, um den gesamten Onboarding-Prozess so abzubilden, dass er reproduzierbar beziehungsweise skalierbar ist und keine zusätzlichen menschlichen Kapazitäten in Echtzeit erfordert. Mithilfe von Tools wie Zage können Unternehmen sogenannte Learning-Journeys entwickeln. Im Rahmen einer Onboarding-Journey werden den neuen Mitarbeiter:innen etwa regelmäßig neue Inhalte und Aufgaben bereitgestellt, damit sie das Unternehmen und ihren jeweiligen Aufgabenbereich in all seinen Facetten kennenlernen.

Ein standardisiertes Onboarding hat aufgrund seines dokumentarischen Charakters den großen Vorteil, dass es alle neuen Mitarbeiter:innen auf den gleichen Stand bringt. Langfristiges Ziel muss es jedoch sein, jede und jeden im Team gemäß der individuellen Fähigkeiten und Interessen zu fördern. Gerade die persönliche Entwicklung kann man, ohne jemandem im „echten Leben“ begegnet zu sein, nur bedingt nachvollziehen. Umso wichtiger ist es, die Teilnahme an entsprechenden Angeboten wie Trainings, Workshops oder auch Sprachkursen aktiv anzubieten und zu unterstützen – auch finanziell.

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3. Vertrauen und Freiheit vermitteln

Soll ein Unternehmen ortsunabhängig wachsen, ist die Bereitschaft, Fehler zu akzeptieren, essenziell. Es muss zum Selbstverständnis von Team und Unternehmen gehören, dass manche Dinge beim ersten Mal eben nicht funktionieren. Wer aber schnell vorankommen möchte, sollte seinem Team genau diesen Raum zum Experimentieren geben und so eine positive Fehlerkultur etablieren, statt den Anspruch zu haben, an Details so lange zu feilen, bis ein Entwicklungsprozess an Dynamik verliert und der Gesamtfortschritt ins Stocken gerät.

Freiheit und Vertrauen heißt für Gründer:innen auch, bestimmte Entscheidungen – zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt – anderen zu überlassen. Ein sehr praktisches Beispiel: Wer für die Buchhaltung verantwortlich ist, kann wohl auch am besten beurteilen, welche Softwarelösung für seinen Aufgabenbereich geeignet ist – eigentlich ganz klar. Manche Gründer:innen möchten bei solch granularen Entscheidungen mitwirken und verfallen ins Micromanagement. Stattdessen sollten sie sich auf die Expertise anderer verlassen.

4. Team aktiv wachsen lassen

Es ist kaum vorstellbar, dass ein Team ohne echtes „Building“ wirklich zusammenwachsen kann, oder? Gemeinsame Kanutouren, Rollenspiele und ab und an gemeinsam feiern – sind solche persönlichen Erfahrungen nicht Grundvoraussetzung, um sich beruflich aufeinander verlassen zu können?

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Zweifelsohne hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie sehr uns der direkte Kontakt zu anderen Menschen fehlt. Andererseits sind sowohl die Entscheidung, ein Unternehmen vollständig remote aufzubauen, wie auch jene, für ein solches Unternehmen arbeiten zu wollen, in den meisten Fällen bewusst gewählt. Umso wichtiger ist es, als Verantwortliche:r dafür Sorge zu tragen, das Team auch im digitalen Raum zusammen und miteinander wachsen zu lassen.

Digitale Tools können hier ein gutes Hilfsmittel sein. Donut beispielsweise, eine Erweiterung für Slack, hilft dabei, innerhalb des Teams eine virtuelle Coffee-Culture zu etablieren. Leute werden zufällig miteinander verknüpft und haben dann die Möglichkeit, sich auszutauschen und kennenzulernen.

5. Auf die richtigen Tools setzen

Gerade Tech-Unternehmen arbeiten in der Regel mit unterschiedlichen Software-Lösungen, die den Alltag erleichtern sollen. Im Anbieter-Dschungel wiederum den Durchblick zu behalten und genau zu wissen, welches Tool für welche Aufgabenstellung geeignet ist, ist schier unmöglich. Allerdings gibt es Tools, die echte Gamechanger sein können.

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  • Anbieter wie Hofy, Lendis oder Firstbase helfen, neuen Mitarbeiter:innen ihr benötigtes Equipment zukommen lassen, egal, von wo aus sie arbeiten. Ob Laptop, Schreibtisch oder ergonomischer Stuhl – jeder bekommt das, was er braucht.
  • Tools wie Deel, Remote oder Oyster ermöglichen es, Mitarbeiter:innen überall auf der Welt einstellen zu können und somit internationalen Regelungen gerecht zu werden. Auch die Vertragserstellung wird so deutlich einfacher.
  • Neobanken wie Revolut, Spendesk oder N26 versetzen ihre Geschäftskund:innen in die Lage, innerhalb von einer Minute eine virtuelle Kreditkarte für eine:n Mitarbeiter:in zu erstellen. So können wiederkehrende Zahlungen automatisch bezahlt werden, ohne dass Unternehmen den Überblick und die Kontrolle verlieren.

Klare Haltung: All-in statt fauler Hybrid!

Häufig werden Unternehmen ortsunabhängig gegründet und aufgebaut, ehe sich die Gründer:innen entscheiden, doch ein „echtes“ Büro zu eröffnen. Neue Mitarbeiter:innen werden dann zum Teil vor Ort angeordnet, plötzlich gibt es kleine Teamevents und so manche Entscheidung – sei sie noch so unwichtig – wird in der Teeküche getroffen.

Nicht selten wird eine solche Hybrid-Lösung als goldener Mittelweg verkauft, ist aber eher ein fauler Kompromiss. Und zudem auch noch unfair gegenüber jenen, die weiterhin remote arbeiten. Wer es also wirklich ernst meint mit gleichen Voraussetzungen für das gesamte Team, sollte All-in gehen: fully remote oder vollständig stationär, mit der Chance auf einen Arbeitsplatz im Büro für alle.

Hinweis in eigener Sache: Bist du wirklich produktiv im Hybrid-Office? In unserem kostenlosen Hybrid-Office-Guide erklären wir dir, wie du die Arbeit der Zukunft in deinem Team gestalten kannst. Elf Tipps drehen sich unter anderem um die passenden Prozesse, wie du Frust vermeidest und wie Onboarding hybrid gut funktionieren kann: Jetzt herunterladen
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