Ratgeber

9 Tipps für erfolgreiche Facebook-Gruppen

Facebook-Gruppen können ein großartiges Sammelbecken für Interessierte sein. (Foto: Wachiwit/Shutterstock)

Es gibt kaum noch organisches Wachstum? Falsch. Facebook-Gruppen können ein mächtiges Tool zum Community-Aufbau sein. Sara Urbainczyk, Mitbegründerin von über 100 Gruppen für „Echte Mamas“, hat gute Tipps.

Anfang 2018 gab es lange Gesichter bei vielen Betreibern von Facebookauftritten: Das soziale Netzwerk hatte seinen Algorithmus so verändert, dass Seiten im Newsfeed seltener angezeigt wurden, die Beiträge von Freunden häufiger. Besucherzahlen und Interaktionen über diesen Kanal gingen zurück. „Das war’s mit Facebook“ hieß es in vielen Marketingbüros.

Dass dem nicht so war, zeigte zur selben Zeit „Echte Mamas“, das große Erfolge auf Facebook erzielte. Die heute größte deutsche Online-Community für Mütter und künftige Mütter hat heute über 520.000 Fans auf Facebook. „Echte Mamas“ wurde 2016 von Sara Urbainczyk, Marion Scheithauer und Miriam Wildner gegründet. Unter dem Slogan „Echt und ehrlich“ vermittelt die Community die Botschaft: Ihr müsst nicht perfekt sein. Es ist okay, Fehler zu machen. Ihr seid nicht allein.

„Echte Mamas“ zeigen, was in Facebook-Gruppen steckt

Das schlug ein. Der Erfolgsreaktor für „Echte Mamas“ waren und sind Gruppen auf Facebook. Sie geben Müttern einen Raum, um sich auszutauschen, Sorgen, Freude und Empfehlungen zu teilen. Gruppen sind nicht wie Seiten von der Newsfeed-Abwertung im Facebook-Algorithmus betroffen. Gruppen-Aktivitäten stuft Facebook als wichtige Meaningful Interactions ein, die ähnlich hoch wie die Aktivitäten von Freunden gewertet werden. Die Nutzer werden durch Benachrichtigungen regelmäßig dazu animiert, in Gruppen reinzuschauen. Die Gruppen von „Echte Mamas“ haben heute insgesamt mehr als 75.000 Mitglieder und wachsen monatlich um 15 bis 20 Prozent. Die Hauptgruppe verzeichnet jeden Monat eine Million Interaktionen. Die Mitglieder sind sehr aktiv und liefern beispielsweise hochwertiges Produktfeedback.

„Facebook-Gruppen sind die Zukunft“, sagt Sara Urbainczyk. Sie hat auf das richtige Pferd gesetzt: Facebook betonte auf der Entwicklerkonferenz F8 im April, dass das soziale Netzwerk in Zukunft neben dem Messenger auch Gruppen zum Mittelpunkt von Facebook machen will. „Als wir 2016 mit Facebook-Gruppen angefangen haben, konzentrierten sich alle anderen auf Seiten“, erinnert sich die Hamburgerin. „Wir waren da Vorreiter und profitieren natürlich jetzt davon, dass Gruppen in den Fokus gerückt sind.“ Wie man mit Facebook-Gruppen erfolgreiches Community-Building betreibt, hat Sara Urbainczyk auf der OMR vorgestellt. Mit den folgenden Tipps, zusammengetragen von t3n und aus Saras Erfahrungsschatz, fällt es leicht, eine vitale Social-Media-Community aufzubauen.

Facebook-Gruppen richtig nutzen

Sara Urbainczyk zeigt auf der OMR in Hamburg, wie man erfolgreich Facebook-Gruppen nutzt. (Foto: Anton Weste)

1. Identifiziere das richtige Thema

Das Gruppenthema „muss Menschen berühren und ansprechen können“, sagt Urbainczyk. Es sollte etwas sein, zu dem Menschen auf persönlicher Ebene Hilfe oder Rat suchen, eigene Wünsche und Leistungen mitteilen wollen oder leidenschaftlich diskutieren können. Beispielsweise gesunde Ernährung, Motorradfahren, Fußballvereine, Traumreisen, Dating und Beziehungen. Dabei sollte man auch keine Angst vor der Nische haben: Ein Thema wie Ernährung interessiert zwar potenziell Millionen, muss sich aber gegen Hunderte anderer existierender Gruppen behaupten. Eine spezialisierte Gruppe „Vintage Motoguzzi-Fans“ hat zwar eine kleine Zielgruppe, kann sich aber gut präsentiert schnell von anderen Gruppen absetzen.

Je mehr sich das Gruppenthema mit dem Thema deines eigentlichen Angebots überschneidet, desto besser. Schließlich soll das Interesse der Community in geeigneten Fällen auf dein Produkt kanalisiert werden: Erstelle als Ersatzteilhändler eine Tuning-Gruppe für Autofans oder als Jobportal eine Gruppe über Arbeitsrecht. Aber die Aquaristik-Gruppe für einen Fonds-Anbieter muss nicht sein. Nein, auch dann nicht, wenn der Slogan irgendetwas mit dicke Fische an Land ziehen lautet.

Schließlich sollte man selbst für das Thema brennen können, findet Sara Urbainczyk: „Es ist vor allem wichtig, dass man eine Leidenschaft für das Thema hat. Nur wenn man etwas gerne macht, kann man authentisch und glaubwürdig sein.“

2. Benutze sprechende Namen

Aus dem Gruppennamen sollte sofort ersichtlich sein, worum es geht. Wer sich für Elektroscooter interessiert, weiß bei „Elektroscooter-Tipps“ gleich, worum es geht. Bei „Powerroller“ muss er erstmal rätseln. Denk in Keywords: Wer für sein Thema per Facebook-Suchfeld eine Gruppe finden will, sollte deine Gruppe unter den Ergebnissen sehen können.

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