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Alibaba und die „Prinzlinge“: Warum gerade China so viele Briefkastenfirmen unterhält

Mit den Pandora Papers gibt es einmal mehr einen Datenleak über zweifelhafte Offshore-Geschäfte mit Briefkastenfirmen. China spielt darin eine besondere Rolle. Warum ist das so?

2 Min.
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Die Bermudas gelten als Steueroase und Sitz vieler Briefkastenfirmen. (Foto: Shutterstock/Book Six Images)

Panama, Paradise und jetzt die Pandora Papers. Im bisher größten Datenleak zu Briefkastenfirmen in Offshore-Finanzzentren tauchen viele bekannte Namen aus Politik und Wirtschaft auf. Das System von geheimen Firmen in Steueroasen scheint aber besonders in China genutzt zu werden. So haben etwa Führungskräfte von Alibaba und Kinder von Politiker:innen Briefkastenfirmen in Übersee eingerichtet. Das hat mehrere Gründe.

Alibaba-Führungskräfte mit Briefkastenfirmen

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Laut dem Journalistenverband International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) legen die Pandora Papers 1.892 Eigentümer:innen von Briefkastenfirmen aus China offen. Neben Politiker:innen und ihren Kindern, den sogenannten „Prinzlingen“, handelt es sich bei den enthüllten Namen aus China vor allem um Führungskräfte von Internetfirmen wie Alibaba, Baidu oder Bytedance.

Der Grund: Weil es ausländischen Firmen verboten ist, in chinesische Unternehmen zu investieren, umgingen Tech-Firmen dieses Verbot mit der Einrichtung von Briefkastenfirmen in sogenannten Offshore-Finanzzentren. Im Rahmen des Variable Interest Entity (VIE) genannten Konstrukts werben diese Firmen das Geld von Investor:innen ein und leiten es an die chinesischen Unternehmen dahinter weiter.

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Börsengang im Ausland: Regeln umgehen

Auch um einen Börsengang im Ausland zu realisieren, müssen chinesische Firmen auf das VIE-System zurückgreifen, wie Zeit Online berichtet. Demnach hat etwa Alibaba bei seinem Gang aufs New Yorker Börsenparkett 2014 ein solches Konstrukt genutzt. Bisher hat die chinesische Regierung das hingenommen. Künftig könnten Chinas Unternehmen aber gezwungen sein, sich eine Genehmigung für diese Umgehung der Regeln einzuholen.

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Alibaba dienen die laut den Pandora Papers zahlreichen Briefkastenfirmen, die von Führungskräften des E-Commerce-Konzerns eingerichtet wurden, auch zur Realisierung von Übernahmen. Das berichtet The Wire China. Beim Kauf von Meituan etwa soll ein Berater des Unternehmensgründers mit Aktien im Wert von 56 Millionen US-Dollar bezahlt worden sein. Diese befanden sich in einem Trust in einer Steueroase. Auch Staatsfirmen nutzen Briefkastenfirmen für Übernahmen, Investitionen und Kapitalanleihen.

Prinzlinge sind Briefkastenfirmen-Fans

Bei Privatpersonen erfolgt die Nutzung von Briefkastenfirmen laut Zeit Online vor allem, um die in China geltenden Devisengesetze, etwa bei Investitionen in US-Aktien, zu umgehen. Noch etwas anders gelagert ist der Fall bei den oben erwähnten Prinzlingen. Eine Reihe von Kindern hochrangiger Politiker:innen sollen früheren Recherchen der Süddeutschen Zeitung nach Teile ihres Vermögens mithilfe von Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen verstecken.

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