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Alipay: Chinas Regierung will bei Kreditwürdigkeitsprüfung mitwirken

Für Alipay könnte es bald noch enger werden. (Foto: Andy Feng / Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
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Die in China dominierende Finanzplattform Alipay könnte bald im Bereich des Kreditgeschäfts stärker vom Staat reguliert werden. Die Mitwirkung an der Kreditwürdigkeitsprüfung würde dem Staat weitreichende Macht über die Finanzen der Bürger ermöglichen.

Die chinesische Regierung schlägt gegenüber der Digitalwirtschaft eine härtere Gangart ein. Wie die Financial Times berichtet, plant die Regierung in Peking, die Zahlungsplattform Alipay, die in China einen mehr als wichtigen Stellenwert im digitalen, bargeldlosen Zahlungsverkehr hat, aus der Ant Group herauszulösen und eine gesonderte Plattform für das Kreditgeschäft zu schaffen. Ziel ist es offenbar, bei Kreditentscheidungen die relevanten Daten an ein neu eingerichtetes Joint Venture unter Einbeziehung des chinesischen Staates zur Kreditwürdigkeitsprüfung weiterzuleiten. Es handelt sich dabei um ein Machtmittel, das dem Staat deutlich mehr Einblicke in die finanziellen Hintergründe der Bürger ermöglichen würde.

Insgesamt ist das ein weiterer Schritt hin zu mehr Staatseingriffen in die finanziellen Transaktionen der Bürger – und ein Zeichen dafür, dass China seinen Kurs, Digitalkonzerne erst einmal ohne nennenswerte Eingriffe des Staates wachsen zu lassen, aufgegeben hat. Schon im vergangenen Herbst hatte die chinesische Regierung kurzfristig den Börsengang unterbunden und somit den größten chinesischen Börsengang in einem Umfang von geschätzten 37 Milliarden US-Dollar verhindert. Der Schritt zeigte, dass die chinesische Regierung bereit ist, im Interesse der politischen Ziele wirtschaftliche Kompromisse einzugehen, die China unterm Strich schaden.

Chinesische Regierung könnte das Geschäft von Alipay schädigen

Gleichzeitig hatte die Regierung Alibaba-Gründer Jack Ma gerügt, da entscheidende Offenlegungspflichten nicht erfüllt seien. Erstaunlich in diesem Zusammenhang war auch, dass der ansonsten in den sozialen Medien sehr präsente Top-Manager über Monate verstummte. Die Hintergründe hierzu wurden offiziell nie schlüssig aufgeklärt. Im Frühjahr wurden zudem auf Betreiben der chinesischen Finanzaufsichtsbehörden die Teile der Ant Group in einer Finanzholding zusammengefasst – diese unterliegt jetzt den strengeren Regularien der Finanzaufsicht und Zentralbank. Erst kürzlich hatte die chinesische Regierung einige Maßnahmen gegen Digitalkonzerne angekündigt. Das dürfe insbesondere Alibaba und Tencent nicht gefallen.

Wenn es zu dem erwarteten Schritt kommt, bedeutet das für die Ant Group eine nachhaltige Schädigung. Im ersten Halbjahr wurden über das Kreditgeschäft 39 Prozent der Einnahmen generiert, was das eigentliche Kerngeschäft als Zahlungsanbieter sogar noch übersteigt. Die Aktien der Alibaba-Gruppe büßten infolgedessen rund fünf Prozent ein, der Hang-Seng-Index, der die wichtigsten chinesischen Technikwerte, die in Hongkong gelistet sind, umfasst, verlor immerhin gut drei Prozent.

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