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Analyse

Alphabet, Amazon, Apple: Große Gewinne, große Probleme

Alphabet-Zentrale in Mountain View. (Foto: digidreamgrafix/Shutterstock)

Die großen Techkonzerne haben in dieser Woche Zahlen vorgelegt. Während Amazon und Apple die Erwartungen übertreffen konnten, enttäuschte Alphabet allerdings die Anleger. Der Überblick. 

Einer der wenigen Wege, einen kleinen Einblick in die Innenwelt eines Konzerns zu erhalten, führt über den Geschäftsabschluss. Umsatz, Gewinn, Werbeausgaben, Cashflow – die Kennzahlen verraten oft mehr als ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden. In dieser Woche haben gleich mehrere Techkonzerne ihre Quartalszahlen und Jahresberichte vorgelegt. Aber während Amazon und Apple überzeugen können, enttäuschen Alphabet und Facebook. t3n.de analysiert, was dahinter steckt.

Alphabet: Abhängig von einer Suchmaschine

Ausgangslage: Die Google-Mutter verdient einen Großteil ihres Geldes immer noch mit der Suchmaschine. Trotzdem ist Alphabet heute breit aufgestellt: Mit der Schwesterfirma Waymo probiert sich der Konzern am autonomen Fahren, mit Google Home an der Spracherkennung, mit Nest am Internet der Dinge. Mit dem Cloudgeschäft will sich das Unternehmen ein weiteres wichtiges Standbein aufbauen.

Zahlen: Auf den ersten Blick ist Alphabet mit dieser Strategie erfolgreich. Erstmals hat der Konzern 2017 die Jahresumsatzmarke von 100 Milliarden US-Dollar knacken können, im vierten Quartal lagen die Erlöse bei 32 Milliarden Dollar. Auch über den Verlust von drei Milliarden Dollar im vierten Quartal könnte man hinwegsehen, er ergibt sich aus einer kräftigen Steuernachzahlung. Die lässt sich als Einmaleffekt verbuchen. Allerdings täuscht die  Zahl darüber hinweg, dass der bereinigte Nettogewinn im vierten Quartal lediglich bei knapp sieben Milliarden Dollar lag.

Analyse: Die große Gefahr für Alphabet liegt in der Abhängigkeit von Google. Oder anders gesagt: Wenn Google schwächelt, schwächelt Alphabet. Allein im vierten Quartal kamen 27 der 32 Milliarden Dollar Umsatz über die Suchmaschine. Und die steht vor einer Herausforderung: Zwar steigen die Werbeerlöse weiter, aber mit ihnen auch die Kosten. Wenn Google als Standardsuche in einem Betriebssystem außer Android implementiert wird, muss der Konzern dafür zahlen. Analysten schätzen, dass rund drei Milliarden Dollar allein an Apple für die Integrierung auf iPhone und iPad gehen. Insgesamt überwies die Suchmaschine rund sechs Milliarden Dollar an Partner, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kostenentwicklung scheint auch den Anlegern Sorge zu bereiten, die Aktie fiel nachbörslich um fünf Prozent. Da konnte auch ein Einblick in den Cloudumsatz (etwa eine Milliarde Dollar) nicht helfen.

Amazon: Auf der Suche nach dem nächsten großen Geschäft

Ausgangslage: Konsumenten kennen Amazon aus dem E-Commerce. Dabei ist es vor allem das Geschäft mit Händlern und anderen Unternehmen, das die Seattler so erfolgreich macht. Mit ihrem Marketplace verdienen sie nicht nur an jeder Transaktion, sie können auch zusätzliche Dienstleistungen wie Werbung auf der eigenen Seite anbieten. Und natürlich mischt Amazon auch beim Cloud- und Logistikgeschäft mit.

Zahlen: Im naturgemäß starken vierten Quartal hat Amazon einen neuen Rekord erzielen können: Erstmals verzeichnete der Konzern einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Dollar in einem Zeitraum von drei Monaten, genau genommen waren es 1,9 Milliarden Dollar. Damit machten die Wochen um die Weihnachtszeit fast zwei Drittel des Überschusses aus – für das Gesamtjahr lag er bei drei Milliarden Dollar. Auch der Umsatz lässt sich sehen, er stieg um fast ein Drittel auf 178 Milliarden Dollar. Dass so wenig Gewinn hängen bleibt, liegt wie immer an der Investitionsstrategie von Amazon: schon jetzt Geld auf das Geschäft von morgen werfen.

„Wir haben unsere Prognosen für 2017 weit übertroffen.“

Analyse: Zu diesem Geschäft von morgen zählt Amazon Echo, der Lautsprecher, mit dem sich Amazon in den Wohnungen einnisten will. Zwar gibt Jeff Bezos keine Zahlen zu den Verkäufen heraus, aber er sagt so viel: „Unsere Prognosen für 2017 waren sehr optimistisch und wir haben sie weit übertroffen.“ Auch die Cloud beschert dem Amazon-Chef wieder einen Geldsegen, die Umsätze beliefen sich allein im vierten Quartal auf fünf Milliarden Dollar – ein Anstieg von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wie immer interessiert sich Amazon aber nicht für das Jetzt, sondern für das Morgen. Mit der Übernahme von Whole Foods 2017 und dem Fokus auf Amazon Fresh deutet sich an, dass Essen einen großen Platz in den Plänen von Bezos einnehmen wird.

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