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Statt mehr Geld: 10 beliebte Alternativen zur Gehaltserhöhung

Statt mehr Geld: Steuerfreie Extras für die nächste Gehaltsverhandlung. (Foto: Shutterstock-Rido)

Statt einer Gehaltserhöhung können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern viele andere Extras bieten. Zehn Alternativen zu mehr Geld.

Viele Mitarbeiter fühlen sich im Job unterbezahlt: Einer Umfrage von Infratest-Dimap zufolge hätte knapp die Hälfte der Berufstätigen gerne mehr Geld in der Brieftasche. Für Arbeitgeber kann das über kurz oder lang zu einem echten Problem werden. Wenn Angestellte über längere Zeit hinweg unzufrieden mit ihrer Gehaltsentwicklung sind, leidet nicht nur die Motivation. Im schlimmsten Fall suchen sich die Fachkräfte einen Arbeitsplatz, an dem sie besser verdienen. In der Regel wird das für einen Arbeitgeber dann richtig teuer: Nicht nur, dass ein kostenintensiver Recruiting-Prozess startet. Der Mitarbeiter nimmt auch sein Wissen mit. Einen neuen Kollegen einzuarbeiten, kostet ebenfalls einiges an Zeit und Geld.

Jobticket oder Kitabeiträge statt Gehaltserhöhung

Steuerfreie und sozialabgabenfreie Arbeitgeberleistungen: Übernahme der Kitagebühren ist eine beliebte Alternative zur Gehaltserhöhung. (Foto: dpa)

Und doch kann nicht jeder Vorgesetzte seinen Mitarbeitern mehr Gehalt bieten – so gern er oder sie es auch will. Und selbst wenn sie dann kommt: Aufgrund von Steuern und Sozialabgaben kommt schlussendlich immer nur ein Teil der Gehaltserhöhung bei den Angestellten an. Wer bereits mehrfach um mehr Gehalt gebeten hat, regelmäßig gegen verschlossene Türen läuft und trotzdem nicht wechseln will, kann auch steuer- und sozialabgabenfreie Extras wie ein Notebook oder ein Smartphone-Vertrag verhandeln. Unter Umständen können diese Sonderleistungen mehr einbringen als ein höheres Bruttomonatsgehalt oder eine einmalig ausgezahlte Prämie. Zudem kann der Arbeitgeber die Extras abschreiben.

Ein Beispiel von Finanztest macht das deutlich: Ein gesetzlich versicherter Alleinstehender mit Steuerklasse I und 3.500 Euro Bruttomonatsgehalt würde von einer Sonderzahlung in Höhe von 1.500 Euro nur 745 Euro netto ausgezahlt bekommen. Kauft der Arbeitgeber dem Angestellten jedoch ein Notebook für 1.300 Euro, das er oder sie auch privat nutzen darf, erhält der Mitarbeiter das Gerät steuerfrei zum eigentlich Lohn dazu. Pauschal betrachtet müsste das Unternehmen für den Rechner rund 25 Prozent, also 325 Euro abführen, spart dabei jedoch einiges an Sozialabgaben. Für den Mitarbeiter heißt das also: ein Gerät für 1.300 Euro statt einmalig 745 Euro auf dem Konto. Das kann sich lohnen.

t3n meint: Aber aufgepasst. Auch wenn derartige Extras über kurz oder lang die privaten Ausgaben mindern, sollten Arbeitnehmer dennoch darauf achten, dass das Gehalt sich regelmäßig weiterentwickelt. Denn: Steuerfreie und sozialabgabenfreie Extras fließen nicht in die Berechnung eines eventuell zeitweise beanspruchten Arbeitslosengelds oder der späteren Rente ein. Dessen muss sich jeder Arbeitnehmer bewusst sein. Hier findest du deshalb noch zusätzlich Tipps für deine nächste Gehaltsverhandlung. Andreas Weck

Auch vom Arbeitgeber übernommene Jobtickets, Yogakurse oder Kitabeiträge können monatlich für Entlastungen und somit für mehr Geld in der Brieftasche sorgen. Die Zeitschrift Finanztest hat Anfang des Jahres einige Extras zusammengetragen, nach denen Mitarbeiter fragen und die Chefs und Chefinnen steuerfrei gewähren können. Vor allem kleinere und weniger bekannte Unternehmen, denen es schwerer fällt, Fachkräfte zu gewinnen, lassen sich gerne auf derartige Nebenleistungen ein. Welche Extras das sind, haben wir in der unteren Bildergalerie zusammengetragen. Wer weitere Tipps hat, kann die Liste in den Kommentaren gerne weiter vervollständigen. Wir bedanken uns im Voraus!

10 steuerfreie Extras für die nächste Gehalts­verhandlung
Finanztest sagt: „Monats- oder Jahres­fahr­karten, die der Arbeit­geber beim örtlichen Verkehrsunternehmen vergüns­tigt erwirbt und unentgeltlich oder verbilligt an seine Mitarbeiter weitergibt, müssen nicht als Arbeits­lohn versteuert werden. Der Vorteil blieb bis Ende 2018 nur steuer- und sozial­abgabenfrei, wenn monatlich die Frei­grenze von 44 Euro nicht überschritten wurde. Vorsicht: Auch andere Sachbezüge zählten dabei mit. Das wurde zu Jahresbeginn 2019 geändert. Seitdem können Sachbezüge, etwa Essens­gutscheine, zusätzlich zum Jobti­cket steuerfrei ausgegeben werden.“ (Foto: dpa)

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Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Mit welchem jährlichen Gehalt wärst du am glücklichsten – 30.000 Euro, 60.000 Euro oder gar 120.000 Euro? Forscher haben herausgefunden, ab wann das Glücksempfinden stagniert. Lies auch: Die ideale Summe – so viel Gehalt macht uns wirklich glücklich

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10 Kommentare
Gustav
Gustav

Sagt mal, haben alle eure Autoren gekündigt und es gibt nur noch Azubis, die nur noch 5 Jahre alte CSS Tricks und eure Artikel von vor einem halben reposten können? Ist ja traurig, was hier seit 2 Wochen „veröffentlicht“ wird.

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Andreas Weck

Moin Gustav, spannendes Feedback. Und so konstruktiv. Vielen Dank dafür. Dazu zwei Nachfragen: a) was für Themen fehlen dir denn beziehungsweise was interessiert dich derzeit, worüber wir mal berichten sollten? Und b) wie kommst du darauf, dass dieser Beitrag ein Repost ist? Gruß, Andreas

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kahner
kahner

Ich kann die Rechnung des Focus nicht ganz nachvollziehen, und vor allem der Begriff „steuerfrei“ irritiert.
Das deutsche Steuerrecht kennt seit jeher den sogenannten Geldwerten Vorteil, um genau diese Art der Entlohnung, und darum handelt es sich ja, abzudecken. Firmenwohnungen, -Versicherungen, -PKW,. -Geräte, aber auch Handy-Verträge, privat nutzbare Bonus-Meilen auf Vielfliegerkarten etc. waren schon immer beliebte Aufmerksamkeiten.
Man sollte als Arbeitnehmer auch nicht unterschätzen, wie sehr sich die Bindung durch solcher Art Unternehmensleistung verstärkt. Ein möglicher neuer Job muss dann ja auch liebgewonnene Aufmerksamkeiten kompensieren. Und eine alte (Vertriebs-)Regel sagt, dass man lieber seine Einstellung (hier zu einer schlechten Position), als sein Verhalten (wechseln) ändert, und man daher eher in einer schlechten Position bleibt.

Wieso der Geldwerte Vorteil nicht in der Focus-Rechnung auftaucht, kann wohl nur der Steuerexperte des Focus erklären. Sicherlich ist dies für das Finanzamt schlecht prüfbar, aber ich hoffe nicht, dass er hier einen Tipp zur Steuerhinterziehung geben wollte.

Letztlich steht das ganze Dilemma im 2. Absatz
„…regelmäßig gegen verschlossene Türen läuft und trotzdem nicht wechseln will,…“ dem ist einfach nicht zu helfen!

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Jennifer
Jennifer

Danke für den interessanten Artikel. Ich habe eine kleine Anmerkung, die ein bisschen off-topic ist…vielleicht könntet ihr ja zukünftig darauf achten, statt Mitarbeiter, Mitarbeitende zu schreiben? Auch Frauen lesen euren Newsletter, bzw. Zeitschrift und es wäre schön, wenn ich mich irgendwann auch in der Tec-Branche angesprochen fühlen würde :)

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Andreas Weck

Hallo Jennifer, guter Punkt. Gebe ich gerne mal an den Newsletter-Beauftragten weiter.

Gruß, Andreas

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Lisa-Marie Henning
Lisa-Marie Henning

Diese Gegendere geht den meisten Leuten aber auf die Nerven. Wenn ein paar haarige Emanzen sich bei „die Polizisten“, „die Radfahrer“, „die „Mitarbeiter“.. usw nicht angesprochen fühlen, nun das ist das vielleicht deren Problem und nicht das einer ganzen Nation, deren Sprache damit verschandelt wird.

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Thomas

Sachleistungen oder Mitarbeiterverpflegung als Gehaltsextras:

Steuerfreie Sachleistungen oder Mitarbeiterverpflegungen als Gehaltsextras sind sinnvolle Motivationslösungen, mit dem Unternehmen nicht nur ihre Arbeitgeberattraktivität steigern, sondern zeitgleich Lohnnebenkosten einsparen.

Gehaltsextras in Form von Sachleistungen (Sachbezug) können im Wert von bis zu 44 € an jeden Mitarbeiter pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei ausgezahlt werden (vgl. § 8 EStG). Zu persönlichen Anlässen sind Mitarbeitergeschenke sogar bis zu 60 € steuerfrei zu vergeben.

Eine weitere beliebte Motivationslösung ist die Mitarbeiterverpflegung. Vor einigen Monaten hatte t3n hierzu eine Twitter-Umfrage gestartet. Das Ergebnis: Eine gesunde und regelmäßige Verpflegung wünschen sich die meisten Arbeitnehmer.

Die gute Nachricht – Mitarbeiterverpflegung wird in Deutschland staatlich gefördert. Auch Unternehmen ohne eigene Kantine können von der Förderung profitieren, indem sie Verpflegungsgutscheine, wie beispielsweise den Sodexo Restaurant Pass, ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Hierbei sind einige Rahmenbedingungen beim Einlösen durch die Mitarbeiter zu beachten: Es darf nur ein Gutschein pro Arbeitstag und ausschließlich für Lebensmittel eingesetzt werden. Barauszahlungen der Gutscheine dürfen nicht erfolgen, sonst müsste dies voll versteuert werden.

Mit der richtigen Kombination dieser Lösungen lassen sich so über 2.000 € steuerfrei pro Jahr an den Arbeitnehmer als Gehaltsextras adressieren.

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Andreas Weck

Hi Thomas, sehr guter Punkt. Und ja, wir hatten dazu vor kurzem eine Umfrage. Die hab ich sogar selber durchgeführt. https://t3n.de/news/mitarbeiter-benefits-1127893/

Gruß, Andreas

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Markus von Marées

Bonus für Führungskräfte, die nicht regelmäßig an angebotenen betrieblichen gesundheitsfördernden Maßnahmen in Kursform teilnehmen können: individuelles Personal Training für Körper und Geist zur Förderung der Gesundheit und für mentale Stärke um auch in Drucksituationen gute Entscheidungen treffen zu können.

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Marie
Marie

Was halten Sie von DRIPS (Dividend Reinvesting)?

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