Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Datenleck enthüllt, wie der Handel mit Amazon-Bewertungen läuft

Geleakte Dokumente zeigen, wie der Handel mit gekauften Amazon-Bewertungen abläuft. Das System besteht aus Händlern, Agenten auf Review-Fang und Kunden, die gratis einkaufen wollen.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

Amazon: Rezension bezahlt Einkauf. (Foto: Shutterstock.com)

Bewertungen von Produkten gelten als vielleicht wichtigster Faktor bei der Kaufentscheidung in Onlineshops. Weil das natürlich auch die Händler wissen, versuchen einige von ihnen, den Verkäufen durch gefälschte oder gekaufte Bewertungen auf die Sprünge zu helfen. Amazon etwa geht seit Jahren dagegen vor, kann der Flut an Fake-Reviews aber offenbar nicht Herr werden. Jetzt zeigen im Netz aufgetauchte Screenshots, wie der Handel mit gekauften Amazon-Bewertungen abläuft.

14.000 Screenshots von Fake-Review-Versuchen

Anzeige
Anzeige

Den entsprechenden Recherchen des Magazins c’t zufolge handelt es sich in dem vorliegenden Fall um Händler aus China, die offenbar im großen Stil versuchen, Amazons Bewertungssystem zu unterlaufen. Das geleakte Datenpaket umfasst über 14.000 Screenshots, auf denen zur Hälfte Amazon-Bestellbestätigungen und die dazu gehörenden Rezensionen zu sehen sind, wie heise.de berichtet. Bei den Bewertungen handelt es sich übrigens ausschließlich um Fünf-Sterne-Bewertungen.

Das über das Datenleck einsehbare Betrugssystem funktioniert über den Messenger Telegram. Dort soll es zahlreiche Gruppen geben, in denen Mittelsmänner für vor allem chinesische Händler auf Kundenfang gehen – auch in Deutschland. Die sogenannten Agenten, oft in Bot-Form, posten dort laufend zahlreiche Angebote von Amazon-Verkäufern. Diese Produktlinks sind mit dem Hinweis versehen, dass Interessierte den Kaufpreis zurückerstattet bekommen, wenn sie das Produkt bestellen und eine Fünf-Sterne-Rezension dazu abgeben.

Anzeige
Anzeige

Gratis-Produkt gegen Rezension

Damit erhält die Bewertung auf der Amazon-Seite den Hinweis „Verifizierter Kauf“. Um Kauf und Rezension zu beweisen, schicken die Käufer entsprechende Screenshots – solche, wie sie in dem Datenleck zu sehen waren. Das für den Kauf des Produkts vorgelegte Geld wird den Käufern dann per Paypal zurückerstattet. Wie die Fake-Review-Einkäufe ablaufen, hatte im Frühjahr auch schon der WDR in einer Dokumentation aufgezeigt.

Anzeige
Anzeige

Das Bundeskartellamt hatte Onlineportale wie Marktplätze und Suchmaschinen dezidiert aufgefordert, mehr gegen Fake-Bewertungen zu tun. Im Fall von Amazon werden laut dem Konzern pro Woche mehr als zehn Millionen Rezensionen analysiert – per Software und von Prüfteams. Amazon arbeitet zudem mit sozialen Medien und Zahlungsdienstleistern zusammen, um Gruppen wie die oben beschriebene stoppen zu können.

Amazons Kampf gegen Fake-Bewertungen

Welche Dimensionen die Fake-Review-Flut auf der größten E-Commerce-Plattform hat, zeigt eine Zahl aus dem Jahr 2018. Da will Amazon über 13 Millionen Versuche von gekauften und gefälschten Rezensionen verhindert haben, was den Konzern 400 Millionen Dollar gekostet hat. Wie du Fake-Bewertungen erkennst, kannst du in unserem Ratgeber dazu nachlesen. Amazon rät Kunden zudem, den unter den Rezensionen stehenden Link „Missbrauch melden“ zu klicken, wenn ihnen ein Review besonders komisch vorkommt.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Ein Kommentar
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Dani

Unglaublich, so war mir das nicht bewusst. Wenn man kurz googelt stößt man sofort auf Seiten wo man diese bewertungen kaufen kann. Ich mein, crazy geschäftsmodell… aber auf dauer wird dann wohl nur der „New Deal for consumers“ der EU helfen… bin gespannt. Bis dahin, augen auf!

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige