Analyse

Amazon verdient mehr Geld mit Händlern als je zuvor

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Del Rey eröffnet die berechtigte Frage, ob Amazons Effizienz unter der Werbeflut leiden würde. Das wiederum würde letztlich dem heiligen Kundenerlebnis schaden, schließlich hätten Recode-Recherchen ergeben, dass schon acht Prozent der Seitenaufrufe bei Amazon durch Amazons Werbeanzeigen erzeugt wurden. Ob Kunden tatsächlich Anstoß an der zunehmenden Anzahl der Anzeigen nehmen, ist aber unklar. Im Moment scheint es nicht danach auszusehen, jedenfalls nicht, solange Amazons Algorithmen es schaffen, relevante Suchergebnisse zu produzieren. Die Beziehung zwischen Amazon und seinen Kunden ist eine besondere, das Vertrauen ist hoch.

Große Teile der Suchergebnisseite sind mittlerweile mit gesponserten Produkten gefüllt.(Screenshot: Amazon)

Amazon Web Services stagniert

Amazon Web Services ist nach wie vor für einen großen Teil des Umsatzes verantwortlich, von 4,584 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz im dritten Quartal auf 6,679 Milliarden. Immerhin 46 Prozent Wachstum – im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren und Quartalen, stagniert das Wachstum aber kontinuierlich. Die Cash-Cow ermüdet langsam, wenig beunruhigend für Amazon, hat sich doch der Marktplatz als neuer Umsatztreiber mittlerweile etabliert.

Amazon-Strategie setzt immer stärker auf den Marktplatz als Treiber

Die Gebühreneinnahmen aus dem Marktplatz entsprechen mittlerweile mehr als einem Drittel des Warenumsatzes im Retailbereich des Amazon-Onlineshops. Werbeeinnahmen und Gebührenerlöse ergeben zusammengezählt 44,35 Prozent des Retailumsatzes. Nicht zu vernachlässigen ist die Tatsache, dass es sich bei den Retail-Warenumsätzen eben um Umsätze handelt, die Gebühren hingegen größtenteils als Erlöse betrachtet werden können.

Der Händleranteil an den verkauften Artikeln liegt seit dem zweiten Quartal bei mittlerweile 53 Prozent, einem Höchstwert. 53 Prozent aller bei Amazon verkaufter Artikel wurden von Marktplatzhändlern verkauft. Die fleißig Anzeigen schalten, Gebühren zahlen und durch mehr und mehr Produkte mehr und mehr Traffic bei Amazon erzeugen.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Gebühren und Werbeeinnahmen aus dem Marktplatz schon 44,35 Prozent des kompletten Retailumsatzes ausmachen, stellt sich die Frage, wie viel Umsatz die Händler bei Amazon wirklich machen. Die immer stärker auftretenden Amazon-Marken sind grundsätzlich eher im Niedrigpreissegment angesiedelt. Das bringt Ertrag, aber weniger Umsatz als hochpreisige Artikel. Angesichts der Verhältnisse kann mittlerweile der Schluss gezogen werden, dass Händler deutlich mehr als 53 Prozent des gesamten Warenumsatzes auf dem Marktplatz erzeugt haben dürften.

Amazons Umsätze hängen jetzt immer stärker vom Marktplatz und damit vom Händler ab.

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