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Angriff auf Intel: Amazon startet 2. Generation des eigenen ARM-Prozessors für die AWS-Cloud

(Foto: Sundry Photography / Shutterstock)

Amazon steht kurz vor der Einführung der nächsten Generation seines ARM-basierten Serverchips. Der soll im Vergleich zum letztjährigen Graviton-Prozessor die siebenfache Performance bieten und sogar Intels Xeon schlagen.

Amazon treibt die Entwicklung eigener Prozessoren für das Cloud-Geschäft rund um die Amazon Web Services (AWS) voran. War der Graviton-Chip, den der Hersteller im Herbst 2018 vorgestellt hatte, noch als Einsteigerprozessor mit einem starken Fokus auf den Preis gedacht, legt Amazon nun mit einem auf der leistungsstarken Neoverse-N1-Lösung von ARM basierenden Chip mit 64 Kernen nach. Das teilt das Unternehmen auf seinem AWS-Blog mit.

Damit bringt Amazon eine bis zu siebenfache Performance in seine EC2-Cloud-Server und nutzt die Neoverse-N1-Architektur voll aus. Eine aktuelle Graviton2-Instanz schlägt damit eine Lösung auf Basis von Intels Xeon, der neben dem Epyc von AMD bislang als Maß der Dinge galt.

Graviton2 wesentlich stärker als Graviton1

Im Grunde kann der Graviton2 nicht ernsthaft als Nachfolger des Graviton1 bezeichnet werden. Zu groß ist der Sprung.

Die bisherigen Graviton1 sind 16-Nanometer-Chips mit 16 Cortex-A72-Kernen, während der Graviton2 in der aktuellen 7-Nanometer-Technik gefertigt wird und 64 auf dem Cortex A76 basierende Kerne aufweist. Die Kerne sind jeweils mit einem 1-MByte-L2-Cache, 32 MByte L3-Puffer und acht DDR4-3200-Speicherkanälen ausgestattet. Der Speicher wird hardwareseitig mit AES-256 hochsicher verschlüsselt und soll die vierfache Leistung des bisherigen Systems bieten. Die Netzwerkanbindung der so ausgestatteten Instanzen ist mit 25 Gigabit zweieinhalb so schnell wie die Anbindung der Graviton1-Instanzen.

Erste Instanzen will Amazon im kommenden Jahr verfügbar machen. Kunden, die schon jetzt Erfahrungen mit dem Graviton2 machen wollen, können sich bei AWS melden und eventuell an einer kurzfristig startenden Preview teilnehmen.

ARM will  auf dem Cloud-Servermarkt Fuß fassen

Für ARM ist der Cloud-Markt ein relativ neues und lukratives Betätigungsfeld. Die Gehversuche auf dem konventionellen Servermarkt hatten allerdings weniger gut funktioniert. Mit den neuen KI-Anforderungen diversifiziert sich das Cloud-Serversegment jedoch zunehmend. Dabei kann ARM mit passenden Produkten durchaus Marktanteile an sich binden. Mit den Graviton2-Prozessoren ist AWS/ARM erstmals in der Lage, sogar Intel zu schlagen. Das schauen sich die großen Chip-Hersteller indes auch nicht bloß an. Vielmehr arbeiten sowohl Intel wie auch AMD inzwischen an immer spezialisierteren Chip-Lösungen.

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