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Das Anti-Whatsapp: Dieser Messenger macht Schluss mit permanenter Erreichbarkeit

Die ständige Erreichbarkeit kann bei vielen Menschen zu Stress ausarten. Der Pony Messenger soll das Problem jetzt lösen, indem Nachrichten nur noch einmal am Tag empfangen und versendet werden.

3 Min. Lesezeit
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Die ständige Erreichbarkeit hat auch ihre Schattenseiten. (Grafik: Shutterstock.com)

Angestellte, die permanent erreichbar sein müssen, leiden mitunter an Schlafproblemen und Erholungsdefiziten. Das geht aus einer Anfang 2021 veröffentlichten Studie der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen hervor. Aber auch im privaten Umfeld kann ständige Erreichbarkeit zu einem erhöhten Stressniveau führen. Der Software-Entwickler Dmitry Minkovsky will das Problem jetzt mit einem Messaging-Dienst lösen, der die grundsätzliche Funktionsweise von Diensten wie Whatsapp oder Signal völlig auf den Kopf stellt.


Der Pony Messenger zeigt euch eingehende Nachrichten nicht sofort an, sondern liefert sie zu einem festgelegten Zeitpunkt einmal täglich aus. In der App könnt ihr wählen, ob das um 5:30 Uhr, am Nachmittag oder um 18:30 Uhr passieren soll. Auch von euch verfasste Nachrichten werden nicht sofort verschickt, sondern werden gebündelt zur selben Uhrzeit versendet. Schon weil eure Kontakte möglicherweise andere Versand- beziehungsweise Empfangszeiten gewählt haben, besteht beim Pony Messenger kein Druck, möglichst schnell eine Antwort zu verfassen.
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„Pony ermutigt dich, dir Zeit zu nehmen und nicht reflexartig zu kommunizieren. Gleichzeitig wird jeden Tag eine ‚Mikro-Frist‘ gesetzt, was eine Struktur schafft, die dabei hilft, die Korrespondenz in Gang zu halten“, erklärt Minkovsky den Vorteil des Prinzips auf Hacker News.

Der Pony Messenger bringt Ruhe in eure Online-Konversationen. (Bild: Pony Messenger)

Pony-Macher: „Wir sind periodische, rhythmische Lebewesen“

Minkovsky ist überzeugt, dass Instant-Messaging der menschlichen Natur zuwiderläuft. Schließlich sei unser Biorhythmus stark an den Tag-Nacht-Rhythmus geknüpft. „Um in Bestform zu sein, brauchen wir Zeit, um unsere Erfahrungen und Gefühle zu verarbeiten“, schreibt Minkovsky in einem Blogbeitrag. „Doch bei jedem Schritt steht uns die allgegenwärtige Unmittelbarkeit im Weg. Sie verlangt, dass wir, wenn wir kommunizieren wollen, so tun müssen, als sei alles dringend. Aber viele Dinge sind nicht dringend und gewinnen nichts, wenn sie sofort gesendet werden.“

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Für Minkovsky hat die ständige Erreichbarkeit den Nachteil, dass wir uns bisweilen zu völlig unpassenden Zeiten gezwungen fühlen, auf Nachrichten zu antworten. Auch wenn wir diesen Personen in dem Moment möglicherweise gar nicht die Aufmerksamkeit geben können, die sie verdient hätten. „Erzwungene Unmittelbarkeit bedeutet, dass wir uns ständig überlegen müssen, was wir jetzt erledigen müssen und was später erledigt werden kann“, meint Minkovsky. Das wiederum führe häufig dazu, dass wir entweder sofort reagieren oder am Ende eben gar nicht.

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Pony Messenger ausprobiert: Interessanter Ansatz mit gewissen Schwächen

Der Pony Messenger ist für iOS, Android und als Web-App verfügbar. Interessant für alle Android-Nutzer:innen, die auf Google-Dienste verzichten wollen: Ihr könnt die Android-App auch direkt vom Entwickler beziehen und seid daher nicht auf den Play-Store angewiesen. Dafür müsst ihr in Android allerdings die Installation von Apps aus Drittanbieterquellen aktivieren, was aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht empfehlenswert ist.

Die Anmeldung erfolgt wahlweise per E-Mail oder über die Login-Dienste von Facebook, Google oder Apple. In unserem kleinen Test war die Anmeldung über Apple in der Desktop-Version von Safari allerdings nicht möglich. Auch der Versand des Bestätigungscodes zur Verifikation der eigenen Mail-Adresse dauert im Test ein wenig länger, als wir uns das gewünscht hätten. Nach diesen anfänglichen Hürden machte die App aber einen angenehm aufgeräumten Eindruck.

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Der Pony Messenger ist derzeit kostenlos. Entwickler Minkovsky nimmt aber Spenden an. (Screenshot: Pony Messenger / t3n)

Wie in Messaging-Apps üblich, erhaltet ihr eine Übersicht aller Konversationen, die in der Einzelansicht wiederum als klassischer Chat-Verlauf angezeigt werden. Wenn ihr eine Nachricht „versendet“, landet die zunächst im Postausgang. Bis der von euch gewählte Versandzeitpunkt eintrifft, könnt ihr die Nachricht jederzeit bearbeiten oder löschen. Einzelne Textabschnitte könnt ihr kursiv oder fett schreiben. Außerdem könnt ihr Links und Bilder in eure Nachrichten einfügen.

Ob sich der Pony Messenger für euch rentiert, hängt letztlich von der Frage ab, wie viele eurer Freunde ebenfalls bereit wären, die Software zu nutzen. Immerhin ist die Nutzung des Pony Messengers derzeit komplett kostenlos. Wer Minkovsky bei der Weiterentwicklung finanziell unterstützen will, kann jedoch freiwillig einen Betrag über die Web-App oder die iOS-Version an den Entwickler spenden.

Ebenfalls lesenswert: Wir haben für euch in einem Ratgeber die besten Whatsapp-Alternativen verglichen.

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