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Porträt

„Was ich im Alltag vermisse, sind Zeit und Ruhe“ – Johnny Haeusler von der Republica

Heute zu Gast: Johnny Haeusler von der Republica.

In der Serie „5 Dinge, ohne die ich nicht arbeiten kann“ fragen wir Webworker, worauf sie im Job nicht verzichten können. Heute zu Gast: Johnny Haeusler von der Republica.

Johnny Haeusler ist Musiker, Blogger, Mediendesigner, Autor und Radio-Journalist. Und als wäre das nicht schon genug, ist er zudem auch noch Mitgründer und Veranstalter der Republica. Die Konferenz rundum Digitalthemen hat sich seit 2007 zu einer der größten Veranstaltungen der deutschen Netz-Szene entwickelt und ist auch für internationale Sprecher und Besucher zu einem wichtigen Treffpunkt geworden. Bei so vielen Aufgaben braucht Johnny Haeusler oft einen freien Kopf. Der Berliner arbeitet deshalb gerne nachts, wenn er nicht doch schon zu müde ist. Wir haben ihn gefragt, welche Dinge er braucht, um sein Tag- oder Nachtwerk zu erledigen.

5 Dinge, ohne die ich nicht arbeiten kann: Johnny Haeusler von der Republica

Zeit und Ruhe: Zwei Wörter, die für mich zusammengehören. Wenn es etwas gibt, das ich im Alltag wirklich vermisse, das ich aber unbedingt brauche, um gut zu sein, dann sind es Zeit und Ruhe. Ich muss nachdenken können, ohne nebenbei Musik zu hören. Ich kann am besten schreiben, wenn ich alleine bin, und ich muss Entscheidungen durchdenken können an Orten, die kein Schreibtisch sind. Mein Job besteht zum großen Teil aus der Entwicklung von Ideen und aus richtigen Entscheidungen, dafür brauche ich Ruhe und Zeit. Weshalb ich eigentlich gerne nachts arbeite, wenn ich nicht zu müde dafür bin.

iPhone: Keine Überraschung, aber ich nutze das iPhone mindestens so häufig wie einen Desktop-Rechner oder Laptop für Berufliches. Etwa die Hälfte meiner Kolumnen wurden auf einem iPhone geschrieben, die meisten E-Mails werden auf dem Smartphone beantwortet. Ich kann mit dem Apple-Ökosystem extrem gut arbeiten und fühle mich in Sachen Datenschutz und Usability bei Apple besser aufgehoben als bei den meisten anderen Unternehmen. Ja, ich habe auch noch ein Android-Gerät und weiß daher, wovon ich spreche, und nein, ich möchte nicht darüber diskutieren, das ist so 2010.

1Password, Evernote und Bear: Das Software-Triumvirat für die Verwaltung und Erstellung von Texten und Wissenswertem, mein ausgelagertes Gedächtnis sozusagen. 1Password ist ein Passwort-Manager (Überraschung!), den es für fast alle Betriebssysteme und Geräte gibt und der auch zu schützende Notizen speichert. Für Dokumente, auf die ich irgendwann Zugriff brauchen könnte, nutze ich wegen der Texterkennung (auch in Fotos und PDF) Evernote. Ich fotografiere alles, das ich aufbewahren muss oder scanne es mobil, schmeiße es unsortiert in Evernote rein und habe meine Ruhe. Und für eigene Texte bin ich nach vielen Tests bei Bear hängengeblieben, einem Markup-Texteditor, der auf allen Apple-Plattformen immer synchronisiert ist und Texte mittels eigener Tags zu einem Dokumentenarchiv sortiert.

Gute Notizbücher, gute Stifte: Jaja, am Ende wird doch alles digital, aber beim Brainstorming, beim Ordnen von Gedanken, für schnelle Kalkulationen, Skizzen und Ideenentwürfe gibt es nichts Besseres als gutes Papier und Schreib- und Zeichenwerkzeug; für beides habe ich einen gewissen Fetisch entwickelt. Nichts trifft es so gut wie der Claim des Notizbuchherstellers Field Notes: „Ich notiere es nicht, um mich später daran zu erinnern, ich notiere es, um mich jetzt zu erinnern.“ Und so ist es auch. Was ich einmal handschriftlich notiert habe, erinnere ich ohne Nachschlagen wesentlich besser als jede digitale Notiz.

Iqos: Ich mache ungern Werbung für gesundheitsschädliche Dinge, aber wenn ich in der Aufzählung ehrlich bleiben will, gehört dieses Gadget dazu. Ich bin nikotinsüchtig und verspüre gerade bei großer Konzentration den Drang nach einer Zigarette. Da ich in geschlossenen Räumen aber nicht rauche und E-Zigaretten aus verschiedenen Gründen nichts für mich sind, hilft mir die Neuentwicklung Iqos – Tabak, der nicht verbrennt, sondern nur erhitzt wird und dadurch etwas weniger Schadstoffe ausstößt und außerdem weder stinkt noch raucht – über die härtesten Momente hinweg. Trotzdem: Fangt besser gar nicht erst zu rauchen an, es ist schädlich und uncool und so!

Alle Artikel aus dieser Serie findet ihr hier.

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4 Reaktionen
Guru

Ich liebe Swype (Android), leider wird die App nicht weiterentwickelt, sogar das Diktieren klappt gut.

Ach, und rauchen und die Werbung dafür, ist so was von 1970

Antworten
Stephan

Hallo, vielen Dank für den interessanten Beitrag. Eine Frage habe ich an Johnny Haeusler. Wenn Sie längere Texte auf dem iPhone schreiben, dann doch sicherlich nicht mit der integrierten, sondern einer externen (Hardware)Tastatur? Wenn ja, womit arbeiten Sie?
Viele Grüße, Stephan

Antworten
Johnny Haeusler

Hallo Stephan, auf dem iPhone nutze ich tatsächlich die Bildschirmtastatur (im Hochformat, viele bevorzugen ja das Querformat, aber damit komme ich nicht klar – ich muss auch mehr Text sehen als nur ein paar Zeilen). Am allerbesten gelingt mir das bei den breiteren Geräten, also bei den „Plus“-Modellen. Im Moment arbeite ich mit dem iPhone X und komme damit auch zurecht, etwas mehr Breite wäre aber (auch zum Lesen) prima.

Ich habe verschiedene Hardware-Tastaturen mit iPads ausprobiert und natürlich tippt es sich damit besser, als auf dem Screen, aber es fehlt mir dann ein Trackpad oder die wirklich vollständig mögliche Steuerung des Tablets über Tastenkürzel – der ständige Wechsel der Hände zwischen Hardware-Tastatur und Bildschirm ist doch eher unpraktisch. Ich glaube, das könnte in der Kombination iPhone/Hardware-Tastatur noch anstrengender sein.

Natürlich tippe ich ganz sicher auf einer Screen-Tastatur nicht so schnell wie auf „echten“ Tasten (wobei ich jetzt gerade merke, dass es ganz schön flott geht), aber ich mag inzwischen diesen „Tunnelblick“ beim Schreiben auf einem vergleichsweise kleinen Gerät, den absoluten Fokus auf den Text.

Antworten
Stephan

Hallo Johnny,

Respekt, dann bin ich wohl zu alt :(

Die Erfahrungen mit den externen Tastaturen habe ich genauso gemacht, wie Du. Es gibt übrigens in der Rezeptionsforschung die Erkenntnis, dass man (komplexere) Texte nur "verstehen" bzw. verarbeiten kann, wenn man vor und nach der aktuellen Textpassage ein paar Zeilen des Textes sieht.

Viele Grüße,

Stephan

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